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Norddeutschland Vermisster Rentner tot gefunden
Nachrichten Norddeutschland Vermisster Rentner tot gefunden
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22:28 23.10.2013
Im Unterholz am Nord-Ostsee-Kanal nahe Kiel wurde der Tote erst jetzt entdeckt. Quelle: dpa
Kiel

Seit gestern haben die Ermittler Gewissheit. Klaus-Heinrich Just, der Kieler Rentner, der am 4. Oktober spurlos aus seinem Haus verschwunden war, ist tot. Die Leiche des 82-Jährigen wurde am Dienstagabend im dichten Unterholz in unmittelbarer Nähe der alten Levensauer Hochbrücke am Nord-Ostsee-Kanal gefunden. Eine gestern angeordnete Obduktion bestätigte die Identität des Toten „mit hoher Wahrscheinlichkeit“, sagte Polizeisprecher Bernd Triphahn. Letzte Gewissheit soll ein DNA-Test bringen. Das Ergebnis wird frühestens heute erwartet.

Den Toten hatte ein Geocacher während einer Schnitzeljagd am Nord-Ostsee-Kanal entdeckt. Geocacher sind Personen, deren Hobby es ist, mittels im Internet veröffentlicher Navigationsdaten von anderen Geocachern hinterlassene „Schätze“ zu finden. Laut Polizei sei die Leiche bereits teilweise verwest gewesen. Zur Todesursache wollten die Ermittler gestern aber noch keine Angaben machen.

Staatsanwalt und Kriminalpolizei gehen aber mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass Just ermordet wurde. Als dringend tatverdächtig gilt ein 45 Jahre alter Mann aus Kiel, der Ehemann von Justs Haushaltshilfe. Ihm wird vorgeworfen, den Rentner getötet und anschließend mit der EC-Karte des 82-Jährigen 3000 Euro an verschiedenen Geldautomaten im Bundesgebiet abgehoben zu haben. Der Beschuldigte, der bereits wegen Diebstahls vorbestraft ist, schweigt jedoch zu den Vorwürfen. Welche Rolle seine 50-jährige Frau bei der Tat spielte, ist auch noch unklar. Sie gelte in dem Fall zwar ebenfalls als verdächtig, befindet sich wegen fehlender Haftgründe aber weiterhin auf freiem Fuß.

Vor einer Woche hatte auch das ZDF-Magazin „Aktenzeichen XY“ über den vermissten Rentner berichtet. Nach der Sendung waren rund 80 Hinweise bei der Polizei eingegangen, sagt Polizeisprecher Triphahn.

Weitere 50 Personen hatten sich gemeldet, als die Polizei einige Tage später ein Foto des Tatverdächtigen veröffentlichte. „Mit der Auswertung der Hinweise sind wir noch lange nicht am Ende“, erklärt Triphahn.

Rätselhaft bleibt zum Beispiel, warum der Verdächtige durch ganz Deutschland gefahren ist, um mit der EC-Karte des Toten Geld zu beschaffen. Videoanlagen von Banken hatten den Mann aufgezeichnet, als er in Alsleben (Sachsen-Anhalt) und in Burglengenfeld (Bayern) jeweils 1000 Euro abgehoben hatte. Oliver Vogt

LN

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