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Norddeutschland Verpackungen aus Algen
Nachrichten Norddeutschland Verpackungen aus Algen
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20:20 14.03.2018
Die Restaurantkette Nordsee beteiligt sich an dem Forschungsprojekt. Vor allem Snacks zum Mitnehmen verursachen Müll. Quelle: Foto: Jörg Sarbach/dpa
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Bremerhaven

Die Hochschule Bremerhaven, das Alfred-Wegener-Institut und die Fisch-Fast-Food-Kette unterzeichneten dazu gestern einen Vertrag. Das Forschungsprojekt ist auf zwei Jahre angelegt, gefördert wird es aus Bundesmitteln. Ziel ist es, einen nachhaltig produzierten Behälter für den Außer-Haus-Verzehr herzustellen, der kompostierbar ist. „Der Wunsch ist, dass er sogar essbar ist“, sagte Projektleiterin Frederike Reimold von der Hochschule Bremerhaven.

Wichtig sei, dass die Box weder nach Alge schmecke noch abfärbe oder schnell aufweiche. „Es darf keine negativen Wechselwirkungen geben“, betonte Reimold. Das Produkt soll ausschließlich aus Meeresalgen aus der Nordsee bestehen. Zunächst müssten diese jedoch gezüchtet werden, um herauszufinden, welche Gruppe sich am besten für das Produkt eigne. „Wir wollen das gesamte Gewebe verwerten und nicht nur einen Inhaltsstoff isolieren“, sagte Wissenschaftlerin Britta Grote.

Die Nutzung von Serviceverpackungen in der Gastronomie hat sich nach Angaben des Umweltbundesamtes zuletzt bundesweit immens gesteigert. Von 110 Kilotonnen im Jahr 2000 erhöhte sich der Verbrauch auf 256 Kilotonnen im Jahr 2015.

Auch die Restaurantkette Nordsee verzeichnet einen immer höheren Bedarf an Behältern. „Wir haben ein starkes Wachstum im Snackgeschäft“, sagte Robert Jung, Vorsitzender der Geschäftsführung. In den 400 Filialen setze das Unternehmen bereits ausschließlich auf ökologisch abbaubare Schachteln etwa aus Zuckerrohr sowie auf Recycling-Materialien. Eine essbare Schachtel hätte für die Kunden noch einmal ein „andere Qualität“, sagte Jung. Ob sie tatsächlich komplett verzehrt würde, sei allerdings fraglich.

Der Umweltverband BUND hält biologisch abbaubare Behälter nicht für den richtigen Weg im Kampf gegen die Verpackungsflut. „Ich fürchte, dass der Konsument denkt, es sei nicht so schlimm, wenn er die Box ins Gebüsch wirft“, sagte Nadja Ziebarth vom BUND. Ein weiteres Problem sei, dass Sortiermaschinen Verpackungen aus dem Biomüll aussortierten, auch wenn sie kompostierbar seien. „Am Ende werden sie doch verbrannt“, sagte sie. Nachhaltig sei nur ein Mehrwegsystem.

LN

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