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Viele Hoffnungen im Norden vor der Bundestagswahl

Kiel Viele Hoffnungen im Norden vor der Bundestagswahl

Alte Haudegen und junge Hoffnungsträger drängt es im Norden in den Bundestag. Eine Rekordzahl von Stimmberechtigten entscheidet am Sonntag über Gewinner und Verlierer. Wie bei der Kommunalwahl im Mai will die CDU wieder klar vor der SPD landen.

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Die Spitzenkandidaten der Parteien, die Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben. Obere Reihe von links nach rechts: CDU, AfD, Piraten; mittlere Reihe: Grüne, Linke; untere Reihe: FDP, SPD. Die Namen der einzelnen Kandidaten entnehmen Sie unserer Bildergalerie im Text.

Quelle: dpa, Montage: kha

Kiel . Zum zweiten Mal in diesem Jahr herrscht Wahlfieber im Norden: Vier Monate nach der Kommunalwahl entscheiden fast 2,26 Millionen Stimmberechtigte und damit so viele wie nie zuvor an diesem Sonntag mit über die künftige Zusammensetzung des Bundestages. Von den wohl gut 600 Volksvertretern werden 22 aus dem nördlichsten Bundesland kommen, 11 direkt gewählte aus den Wahlkreisen und 11 über die Listen ihrer Landesparteien. Die letzten Tage vor der Entscheidung nutzten alle Parteien noch einmal intensiv zum Kampf um die Wählergunst; FDP und Grüne mit zentralen Abschlusskundgebungen am Donnerstagabend in Neumünster und Kiel.

Berichte, Prognosen, die regionalen Kandidaten - Alles zur Bundestagswahl 2013 in unserem Themendossier

Die CDU hofft darauf, im Sog ihrer Parteivorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel auch wieder klar vor der SPD zu landen, wie schon bei der Kommunalwahl Ende Mai. Damals gewann die im Land mit Grünen und SSW regierende SPD zwar hinzu, blieb mit 29,8 Prozent aber klar hinter der CDU mit 38,9. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren, als zeitgleich auch der Landtag in Kiel gewählt wurde, schaffte die CDU 32,2 Prozent, während die SPD bei 26,8 hängenblieb.

Mit der Zweitstimme wählen wir die Zusammensetzung des Bundestags - und gleichzeitig die Spitzenkandidaten im Norden. Wer tritt für welche Partei an?

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Die Sozialdemokraten holten damals nur sechs Bundestagsmandate, nun sollen es mindestens zwei mehr werden. Die CDU gewann 2009 neun der elf Wahlkreise, die SPD nur Kiel und Lübeck. Beim Personal setzen beide Parteien überwiegend auf Bewährtes. Die Landesliste der CDU führt der frühere Landes- und Fraktionschef Johann Wadephul an. Mit der einstigen Lübecker Bürgermeisterkandidatin Alexandra Dinges-Dierig auf Platz 3 und Sabine Sütterlin-Waack - sie war zunächst nur hauchdünn im Kampf um die Direktkandidatur im Wahlkreis Flensburg-Schleswig am damaligen Landesvorsitzenden Jost de Jager gescheitert - auf Rang 5 stehen allerdings zwei neue Kandidatinnen bemerkenswert weit oben auf der CDU-Liste. Dort fehlt mit Wolfgang Börnsen (71) ein Mann, der nach 26 Jahren aus dem Bundestag ausscheidet.

Die SPD hat mit dem Parteilinken Ernst Dieter Rossmann und Landesparteivize Bettina Hagedorn zwei Politiker auf den ersten Listenplätzen, die auch schon seit 1998 und 2002 im Bundesparlament sitzen. Erster neuer Name ist auf Platz sechs Nina Scheer, die im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd antritt.

Wenn die FDP (2009 im Norden: 16,3 Prozent) so erfolgreich ist wie erhofft, wird der bisherige Landtagsfraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki zum dritten Mal in den Bundestag einziehen. Er steht auf Platz eins der Landesliste. Kubicki hat versichert, diesmal definitiv zu wechseln. Er saß schon 1990 bis 1992 und kurz 2002 im Bundestag. Auch bei der FDP scheidet mit dem langjährigen Landesvorsitzenden Jürgen Koppelin ein „alter Hase“ aus dem Bundestag aus. Der heute 68-Jährige war seit 1990 dabei.

Eine Veränderung gibt es „ganz oben“ auch bei den Grünen (2009: 12,7 Prozent): Die 28 Jahre alte Luise Amtsberg, Landtagsabgeordnete von 2009 bis 2012, strebt als Spitzenkandidatin in den Bundestag. Auf den insgesamt zwölf zugelassenen Landeslisten bewerben sich am Sonntag im Norden insgesamt 139 Kandidaten, darunter 52 Frauen. Acht Parteien sind zudem mit Kandidaten in allen elf Wahlkreisen vertreten: CDU, SPD, FDP, Grüne, Piraten, Linke, NPD und AfD (Alternative für Deutschland).

Die eurokritische Partei, der Demoskopen ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde vorhersagen, hat eine Liste aufgestellt, die länger als die der SPD ist. 25 Namen stehen darauf. Der auf Landesebene mitregierende SSW tritt nicht zur Bundestagswahl an.

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