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Viele Schäden durch Sturm „Herwart“

Hamburg Viele Schäden durch Sturm „Herwart“

Mühle in Nordfriesland zerstört – Hochwasser an den Küsten – Warnung vor Betreten der Wälder.

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Das Dach der im Jahr 1786 erbauten Mühle „Catharina“ in Oldenswort (Kreis Nordfriesland) wurde bei dem Sturm teilweise zerstört.

Quelle: Foto: Wolfgang Runge/dpa

Hamburg. Mehrere Tote, Verletzte und erhebliche Schäden hat das Sturmtief „Herwart“ am Wochenende in Europa hinterlassen. In ganz Norddeutschland waren Bahnlinien durch umgestürzte Bäume blockiert. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometer pro Stunde am Fichtelberg und 144 Kilometer pro Stunde auf Fehmarn. In Mecklenburg-Vorpommern brachte „Herwart“ wesentlich stärkere Orkanböen als sein Vorgänger „Xavier“ Anfang Oktober, beispielsweise 140,8 Stundenkilometer über Hiddensee-Dornbusch, sagte der Meteorologe Uwe Ulbrich vom Wetterstudio Hiddensee.

LN-Bild

Mühle in Nordfriesland zerstört – Hochwasser an den Küsten – Warnung vor Betreten der Wälder.

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Oktober war nass und warm

Nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes war der Oktober mit einer Durchschnittstemperatur von 11,1 Grad überdurchschnittlich warm. Ein g oldener Oktober blieb vor allem im Norden eine Wunschvorstellung – hier dominierten Tiefs. Obendrein war es überdurchschnittlich nass: Es gab rund 75 Liter Regen pro Quadratmeter.

Im Norden mussten sich die Einsatzkräfte vor allem um umgestürzte Bäume, Baugerüste und Dachteile kümmern, sagte ein Sprecher. Die Höhe des Sachschadens liege vermutlich im Millionenbereich. Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten von umgekippten Bäumen, eingestürzten Baugerüsten und weggeflogenen Trampolinen. Im nordfriesischen Oldenswort fiel eine historische Mühle dem Sturm zum Opfer. In der Nähe überschlug sich ein Auto beim Ausweichen vor herabgefallenen Ästen. Auf der A 20 bei Bad Doberan (Landkreis Rostock) rutschten mehrere Autos auf einer fünf Zentimeter dicken Hageldecke aus. Dabei verletzten sich zwei Menschen. Im Hamburger Hafen beschäftigte eine schwere Sturmflut die Feuerwehrleute. So lief eine Tiefgarage in der Nähe der Elbphilharmonie voll. Das Wasser stieg teils auf einen Stand von 1,50 Meter an, weil gleich mehrere Flutschutztore nicht geschlossen worden waren. Am überfluteten Fischmarkt und an der Strandallee im Stadtteil Blankenese mussten mehrere Autos geborgen werden.

Einen ganz besonderen Einsatz hatte die Feuerwehr im Stadtteil Neuengamme: Dort retteten die Einsatzkräfte sieben Kühe, die von der Flut eingeschlossen worden waren. Die Feuerwehrleute trieben die Tiere von Booten aus an Land. Die Aktion im Elbvorland dauerte fast drei Stunden.

Auf der Nordseeinsel Wangerooge wurden etwa 80 Prozent des Badestrandes weggespült. Dieser soll erst im Frühjahr wieder aufgeschüttet werden. „Wir befinden uns mitten in der Sturmflutsaison“, sagte der stellvertretende Kurdirektor Christian Pollmann. Deshalb habe es keinen Sinn, die Schäden sofort auszubessern. Pollmann schätzt, dass im Frühjahr mindestens 80000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet werden müssen. Die Kosten beziffert er auf 400 000 Euro.

Vor Langeoog ist ein Schiff auf Grund gelaufen. Der unbeladene Schüttgutfrachter „Glory Amsterdam“ hatte sich in der Deutschen Bucht wegen des heftigen Sturms mit bis zu sieben Meter hohen Wellen losgerissen. Das Schiff hatte den Hamburger Hafen verlassen und war in der Nähe von Helgoland auf Reede gegangen. Damit können die Schiffe Hafengebühren sparen. Die 22 Seeleute an Bord sind unverletzt.

Die Hamburger Forstbehörde warnte, wie schon nach dem Sturm „Xavier“, wieder vor dem Betreten der Wälder. Neben Bäumen, die umgeworfen oder geknickt wurden, drohten schief stehende Bäume umzukippen und Kronen oder Astabbrüche könnten ohne Vorwarnung auf die Wege fallen.

Eine vom Wetterdienst angekündigte Sturmflut an der Ostseeküste verlief gestern glimpflich. In Lübeck und Ostholstein seien keine größeren Schäden gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei Heiligenhafen wurde ein verendeter Schweinswal angespült.

LN

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