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Norddeutschland Vogelgrippe: Scharfe Auflagen für alle Geflügelhalter
Nachrichten Norddeutschland Vogelgrippe: Scharfe Auflagen für alle Geflügelhalter
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22:00 14.11.2016
Ab sofort gelten im Norden wegen der Vogelgrippe auch für kleinste Geflügelbestände strenkste Hygienevorschriften. Quelle: dpa
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Kiel/Grumby

Angesichts der dramatischen Entwicklung bei der Geflügelpest ordnet Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auch für kleine Haltungen strengste Hygienemaßnahmen an. Verstöße können mit Bußgeld bis zu 30 000 Euro geahndet werden. Ein Notfallplan, den Habeck in der Schublade hat, sieht bei einer weiteren Verschärfung der Lage sogar vor, jeglichen Geflügelhandel in Schleswig-Holstein zu verbieten.

Rätsel ums Virus

Experten des Friedrich-Löffler-Instituts arbeiten mit Hochdruck daran herauszufinden, wie das Virus in die geschlossene Tierhaltung in Grumby eindringen konnte. Der BUND hält es für möglich, dass das Virus durch das Futter von Handelsketten eingeschleppt worden sei. Wildvögel wären nur „die ersten Opfer“.

Vorbereitet ist ein Notfallplan, der greifen soll, wenn sich die Situation extrem verschärft. Dann soll in ganz Schleswig-Holstein der Transport von Geflügel befristet untersagt werden („Stand-Still-Regelung“). Es wäre ein schwerer Schlag für die Branche ausgerechnet im lukrativen Weihnachtsgeschäft. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber nicht so weit“, sagte Ministeriumssprecherin Nicola Kabel. Zunächst versuche man, der Seuche mit weiteren Vorsichtsmaßnahmen Herr zu werden. Dazu wird auch kleinen Geflügelhaltern strengste Hygiene vorgeschrieben. Habeck: „Das ist erforderlich, um die Risiken zu minimieren.“ Die Verordnung gilt von Donnerstag an. Ställe von Haltern auch mit weniger als tausend Tieren dürfen dann nur noch in Schutzkleidung betreten werden. Alle verwendeten Transportmittel müssen desinfiziert werden. Vor den Eingängen der Stallungen müssen Desinfektionsmatten liegen oder -wannen stehen. Personen müssen sich vor Betreten des Stalls desinfizieren. Mit diesem Schritt gehe das Ministerium über die Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung hinaus, teilte das Ministerium mit.

Die Verbraucher zeigen sich offenbar weitgehend unbeeindruckt von der Epidemie. „Bisher konnten wir noch keine Reaktionen unserer Kunden feststellen“, sagte eine Sprecherin der Sky-Märkte im Norden. Ähnlich äußerte sich die Handelskette Famila. Auf dem Eierhof Spahr in Fahrenkrug (Kreis Segeberg), der Wochen- und Edeka- Märkte beliefert, ist von einer Kaufzurückhaltung ebenfalls nichts zu spüren. Die Verbraucher griffen weiterhin auf Eier aus Freilandhaltung zurück, erklärt Astrid Spahr – obwohl alle Hühner derzeit im Stall sind. Für zwölf Wochen ist das kennzeichnungsmäßig erlaubt.

In Grumby (Kreis Schleswig-Flensburg) hatten Seuchenbekämpfer bis Montagfrüh 30 000 infizierte Hühner in einem Wasserbecken per Stromschlag getötet. Der betroffene Betrieb wird mit Mitteln aus dem Tierseuchenfonds entschädigt. Die letzte Lieferung des Betriebs, der keine Eier für den Konsum, sondern Bruteier produziert, waren am Montag vergangener Woche nach Dänemark herausgegangen. Mehrere hunderttausend Eier wurden dort vorsichtshalber vernichtet. Unterdessen wurde im Kreis Herzogtum Lauenburg erstmals bei einem Wildvogel H5N8 nachgewiesen.

Curd Tönnemann

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