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Norddeutschland Vollsperrung: Schiffe auf Nord-Ostsee-Kanal zusammengestoßen
Nachrichten Norddeutschland Vollsperrung: Schiffe auf Nord-Ostsee-Kanal zusammengestoßen
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19:26 28.10.2013
Die „Siderfly“ liege mit 45 Grad Schlagseite an der Böschung und werde von einem Schlepper gehalten. Quelle: dpa
Kiel

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind am frühen Montagmorgen bei Brunsbüttel zwei Düngemittel-Frachter zusammengestoßen. Bei der Kollision wurde die 100 Meter lange „Siderfly“ schwer beschädigt und schlug leck. Das Schiff lag anschließend mit 24 Grad Schlagseite an der Böschung, berichtete Ulrike Windhövel vom Havariekommando in Cuxhaven. Es habe zwei drei bis fünf Meter große Löcher im Rumpf. Zur Unglücksursache gab es zunächst keine Erkenntnisse.

Der Nord-Ostsee-Kanal wurde nach der Kollision bis auf weiteres voll gesperrt, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte. „Ein Ende der Sperrung ist bislang nicht absehbar.“ Dadurch mussten vier Schiffe auf die Ausfahrt in die Elbe warten. Auf der andere Seite der Schleusenanlage lagen mehrere Schiffe auf Reede.

Die „Siderfly“ war gegen 3.00 Uhr mit der 116 Meter langen „Coral Ivory“ unterhalb der Brunsbütteler Hochbrücke zusammengestoßen. Dabei wurde die „Siderfly“ so stark beschädigt, dass sie zu sinken drohte. Zwei Schlepper drückten den Frachter auf die Kanalböschung und hielten ihn dort, wie die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel mitteilte. Das Schiff wurde mit an Land ausgebrachten Ankern stabilisiert. Nach der Havarie sei Dieselöl, jedoch kein Schweröl ausgetreten, sagte Windhövel. Experten brachten Ölsperren aus.Menschen wurden bei dem Unglück nicht verletzt. An Bord der beiden Schiffe waren zum Unfallzeitpunkt insgesamt 28 Besatzungsmitglieder.

Die unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen fahrende „Siderfly“ war auf dem Weg von Brunsbüttel nach Antwerpen. Sie hatte das organische Düngemittel Urea (Harnstoff) geladen, weiße, ungiftige Kristalle, die wegen ihres hohen Stickstoffgehaltes weltweit als Düngemittel genutzt werden. Ein Leck war im Bereich der Laderäume der „Siderfly“.

Der unter der Flagge der Niederlande fahrende Gastanker „Coral Ivory“ wollte 4030 Tonnen Ammoniak nach Finnland bringen. Seine Laderäume blieben bei der Kollision unbeschädigt. Er machte in Brunsbüttel fest.

Angesichts eines Orkantiefs über England, dessen Ausläufer am Montag Norddeutschland überquerten, wurden zunächst keine Entscheidungen zur Bergung der havarierten „Siderfly“ getroffen, sagte Windhövel. Entsprechend gab es zunächst auch keine Erkenntnisse zur Dauer der Kanal-Sperrung. Vermutlich werde der Nord-Ostsee-Kanal frühestens am Dienstag wieder frei sein, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte.

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