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Norddeutschland Vom Winter zum Frühling in drei Tagen
Nachrichten Norddeutschland Vom Winter zum Frühling in drei Tagen
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00:27 27.01.2016
Johanna und Jakob Wald gehen mit Sohn Matteo auf der Falkenwiese spazieren (unten). Sonnabend konnte Stefanie Bünning an der Stelle mit Tochter Ida Schlitten fahren.
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Lübeck

Janine Glörfeld sitzt auf einer Bank im Lübecker Stadtpark und lässt ihren Blick über den Teich schweifen. Vor wenigen Tagen tummelten sich auf dem zugefrorenen Gewässer noch viele Schlittschuhläufer. Inzwischen ist das Eis größtenteils getaut, statt eisigem Winterwetter können sich die Spaziergänger über einen leichten Hauch von Frühling freuen.

„Dafür, dass wir Hochwinter haben, ist es deutlich zu mild“, sagt Meteorologe Rüdiger Hartig vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg. Auf neun bis zwölf Grad Celsius soll das Thermometer heute in Schleswig-Holstein steigen. Und in den kommenden Tagen bleibt es dem Experten zufolge ähnlich mild — ein erneuter Wintereinbruch sei bis Ende kommender Woche nicht zu erwarten. „Es bleibt wechselhaft bei fünf bis zehn Grad“, sagt auch Meteorologin Alina Voß von der Wetterwelt in Kiel. Im Hamburger Raum seien heute sogar Temperaturen bis 13 Grad möglich. „Das ist fast schon rekordverdächtig für diese Jahreszeit.“

Endgültig vorbei sei der Winter damit aber noch nicht. „Die Wetterlage muss sich nur einmal drehen, und schon haben wir innerhalb von zwei bis drei Tagen die kalte Luft aus Skandinavien und Russland wieder bei uns“, sagt Hartig. Irgendetwas an Winter werde bestimmt noch kommen, meint auch Alina Voß. „Wir haben ja noch den ganzen Februar vor uns.“

Grund für den aktuellen Wetterumschwung ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine „zyklonale Westlage“. Milde Atlantikluft gelangt dabei mit einer westlichen Strömung nach Zentraleuropa.

Den Landwirten bereitet das wechselhafte Winterwetter bisher noch keine größeren Probleme. Die meisten Bestände hätten den abrupten Übergang vom warmen Dezember zum frostigen Januar anscheinend gut überstanden, sagt Klaus-Dieter Blanck, Vorsitzender des Kreisbauernverbands in Ostholstein. Deshalb sehe er auch den erneuten Wechsel zu mildem Wetter entspannt. „Welche Schäden es gegeben hat, sehen wir letztendlich sowieso erst Ende März/Anfang April, wenn die Kälte dann endgültig vorbei ist“, sagt er.

Janine Glörfeld würde sich freuen, wenn der Winter noch einmal zurückkäme. Denn ihr Husky-SchäferhundMischling „Snoop“ liebt eisiges Wetter. „Er taut erst bei null Grad so richtig auf“, sagt die 27-Jährige. „Dann tobt er viel lieber herum, als wenn es draußen so warm ist.“

„Dafür, dass wir Hochwinter haben, ist es deutlich zu mild.“
Experte Rüdiger Hartig

Janina Dietrich

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