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Norddeutschland Vonovia will 49000 Wohnungen kaufen
Nachrichten Norddeutschland Vonovia will 49000 Wohnungen kaufen
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20:54 15.01.2018
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Kiel

Käme es zu der Übernahme, hätte die Vonovia 36000 Wohnungen in Schleswig-Holstein. Fast alle wurden einst von der öffentlichem Hand gefördert. Die Wohnungen der Buwog sind an rund 30 Orten verstreut – vor allem in Kiel, Rendsburg, Kaltenkirchen, Norderstedt, Lübeck, Heiligenhafen, Glinde, Ratzeburg, Flensburg und auf Helgoland. Oft sind es nur kleine Bestände wie in Eutin, zum Teil Wohnungen speziell für Senioren. So vermietet die Buwog Wohnungen, die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betreut werden, in Trappenkamp, Bad Segeberg, Eckernförde und in den Kieler Servicehäusern in Mettenhof und Suchsdorf. Awo-Landesgeschäftsführer Michael Selck sieht für diese Mieter allerdings kein Problem: „Da wir bereits an drei verschiedenen Stellen in Kiel mit der Vonovia zusammenarbeiten, machen wir uns über weitere Kooperationen keine großen Sorgen.“ Allerdings erwarte man, dass die Versprechen und das Konzept „Wohnen bis zum Lebensende“ der Awo-Servicehäuser auch durch die Vonovia weiter garantiert werde.

Viele Bewohner der Buwog-Mietwohnungen sehen hingegen Risiken, wenn Vonovia die Immobilien übernimmt: „Ich habe die Sorge, dass es mit dem Service schlechter wird. Bei uns läuft die Sozialbindung am Jahresende aus. Wenn die Miete erhöht wird, wird es eng für mich“, sagt eine 32-jährige Mieterin mit drei Kindern.

Auch in Kiel ist die Sorge groß. Dort sitzt die zentrale Verwaltung der Buwog Deutschland für Mietverträge und Betriebskostenabrechnungen. Etliche der rund 170 Mitarbeiter sind alte Hasen. Sie haben schon für die landeseigene Wobau LEG gearbeitet – und seitdem etliche Wechsel mitmachen müssen. Denn das Land hat 2004 in zwei Tranchen sein Unternehmen an zwei Hamburger Kaufleute und die HSH Nordbank verkauft. Dann ging das Unternehmen an die Deutsche Grundvermögen AG, anschließend an Pirelli Real Estate, irgendwann firmierten die Wohnungen unter Prelios und wurden dann 2014 an die Buwog verkauft.

„2014“, erzählt ein Mitarbeiter „wurden wir alle komplett mit unseren Verträgen von der Buwog übernommen. Das war in dieser Branche schon ein kleiner Traum. Wir haben wieder Schulungen erhalten, zum Teil auch freiwillige Gehaltserhöhungen. Die Übernahmepläne der Vonovia erschrecken uns, wir haben Angst, dass wir im Sommer ohne Job dastehen.“

Auch Jörg Seiffert, der Betriebsratsvorsitzende der Buwog Deutschland, bestätigt, dass die Angst umgeht in der Belegschaft. „Alle Beschäftigten, nicht nur in Kiel und in Lübeck, bangen um ihren Arbeitsplatz. Denn wir wissen ja nicht, wie es weitergeht, wenn wir tatsächlich von der Vonovia übernommen werden.“ Bisher hätte Vonovia gezeigt, dass sie eine zentrale Verwaltung bevorzugt – und die sitzt weit weg in Bochum.

Auch der Landesgeschäftsführer vom Mieterbund, Carsten Wendt, sieht eine Übernahme kritisch. „Die Konzentration bei Mietwohnungen würde weiter zunehmen. Konzerne mit Tochtergesellschaften machen Mietverhältnisse und Abrechnungen intransparenter.“ Noch ist die Übernahme nicht sicher, gilt in der Branche aber als wahrscheinlich.

Von Heike Stüben

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