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Norddeutschland Vor allem die Personalie Sager sorgt für Überraschung
Nachrichten Norddeutschland Vor allem die Personalie Sager sorgt für Überraschung
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08:31 08.04.2017
Die CDU deckt ihr Personaltableau auf – ein Kandidat fehlt jedoch noch. Quelle: Foto: Wolfram Hammer
Eutin/Kiel

Mit dabei: drei Vertreter aus der Stadt und Region Lübeck. Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (58) soll Finanzminister werden, Lübecks Uni-Kanzler Oliver Grundei (47) Wissenschaftsminister.

Landtagspräsident Klaus Schlie (62) aus Mölln wird erneut als Innenminister gehandelt. Norderstedts Bürgermeister Hans-Joachim Grote (61) soll für Kommunales zuständig sein, die Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete und Juristin Karin Prien (51) für Bildung. Der Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp (64) aus Wacken soll das Ressort Verkehr übernehmen, die Kielerinnen und Ministeriumsmitarbeiterinnen Kristina Herbst (39) und Friederike Kampschulte (41) die Ressorts Soziales beziehungsweise Energie. Die Pinneberger Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier (55) ist Schatten-Justizministerin. Ein Kandidat für das Umwelt- und Landwirtschaftsressort werde später präsentiert, sagt Günther.

In Ostholstein sorgt vor allem die Personalie Sager für Überraschung. Sager war erst vor wenigen Tagen von Günther angesprochen worden – und musste nach eigenen Worten nicht lange überlegen. „Wenn du für ein solches Schlüsselressort, die Finanzen, gefragt wirst, dann kannst du das nicht ablehnen“, schildert er seinen ersten Gedanken. Er sei ausgesprochen gern Landrat im Kreis Ostholstein, dieses Amt sei immer sein Traum gewesen. Aber er fühle sich geehrt, dass seine Partei und der Spitzenkandidat ihn wegen seines reichhaltigen Erfahrungsschatzes in Finanz- und Haushaltsfragen im Spitzenteam für den Finanzbereich haben wollten. „An so entscheidender Stelle mitzuwirken, dem kann man sich nicht einfach entziehen, das ist auch eine Frage der Verantwortung“, sagt Sager. Da könne man die Mannschaft „nicht im Regen stehen lassen“.

Der 58-Jährige wurde im Mai 2001 erster direkt gewählter Landrat in Ostholstein. Im November 2006 wurde er ein zweites Mal durch Direktwahl bestätigt, im März 2015 zum dritten Mal vom Kreistag wiedergewählt. Die Amtszeit endet im Juli 2023. Von 1992 bis 2001 saß Sager im Landtag, den er als finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion verließ. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde der spätere Finanzminister Rainer Wiegard. Der gelernte Diplom-Verwaltungswirt Sager ist zudem seit 2014 Präsident des Deutschen Landkreistages. In dieser Funktion war der Ostholsteiner an den Verhandlungen mit dem Bund über Milliarden-Hilfen für die Kommunen bei der Integration beteiligt.

Noch sei völlig ungewiss, ob er nach Kiel gehe, äußerte Sager. „Die Zugehörigkeit zum Kompetenzteam ist nicht gleichbedeutend mit einem Ministeramt“, das gebiete schon der Respekt vor dem Wähler.

Aber die Möglichkeit des Wechsels bestehe. Den Ausgang der Landtagswahl hält Sager für offen, viele Wähler träfen ihre Entscheidung erst kurz vorher. „Es wird ein sehr enges Rennen.“ Als Landrat hatte sich Sager bisher parteipolitisch strikt zurückgenommen. Jetzt wird er Wahlkampfauftritte absolvieren, von Seiten der CDU gebe es da „einige Vorstellungen“. Ostholstein stehe aber bisher noch nicht auf der Liste.

Die Machtoption der Union könnte nach Sagers Einschätzung in einem Jamaika-Bündnis liegen, einer Koalition mit FDP und Grünen. Sollte es keine andere Möglichkeit geben, würde er auch eine Große Koalition nicht ausschließen.

 Arnold Petersen und Wolfram Hammer

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