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Norddeutschland Wacken Open Air: Drehen Richter am Lautstärkeregler?
Nachrichten Norddeutschland Wacken Open Air: Drehen Richter am Lautstärkeregler?
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02:30 05.01.2013

„Smoke on the water“ vor 75 000 Feierfreudigen in Zimmerlautstärke? Für Heavy- Metal-Fans wäre diese Vorstellung ein echt schlechter Witz. Das Stück muss schön laut aus den Boxen dröhnen und durch Mark und Bein gehen. Nur so fetzt es richtig, alles andere wäre ja Kindergeburtstag.

Doch wenn es blöd läuft, müssen Deep Purple und die 100 anderen Bands ihre Lautstärke auf dem Wacken Open Air (WOA) 2013 deutlich drosseln. Grund ist die Klage einer Anwohnerin. Sie empfindet das Heavy-Metal-Festival im beschaulichen Dorf im Kreis Steinburg als zu laut und will auf juristischem Weg erreichen, dass die Amtsverwaltung strengere Lärmobergrenzen festsetzt. Ihre Klage hatte sie schon im vergangenen Frühjahr eingereicht — noch vor dem letzten WOA. Nach Sammeln und Sichten der Akten hat das Verwaltungsgericht Schleswig jetzt den ersten Termin angesetzt. Am 19. Februar wird verhandelt, teilte das Gericht gestern mit.

Hans-Jörn Arp sieht der Klage gelassen entgegen. „Das Ordnungsamt macht einen sehr professionellen Job und kontrolliert regelmäßig die Lautstärke“, sagt der Wackener, der in der WOA-Stiftung arbeitet und für die CDU im Landtag sitzt. Die Organisatoren des Festivals müssten die strengen Obergrenzen der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm, kurz TA Lärm, einhalten und achteten auch genau darauf. Er kenne die Klägerin. Sie sei erst vor wenigen Jahren nach Wacken gezogen, als es das Festival bereits gab. Sie wohne in einer Ecke von Wacken, die durch den vorherrschenden Westwind meist kaum etwas von der Musik mitbekomme. „Die allermeisten Wackener sind stolz auf das Festival und freuen sich schon auf die Gäste im Sommer“, sagt Arp. Vom 1. bis 3. August treten etwa hundert Bands auf fünf Bühnen auf. Wieder werden 75 000 Gäste erwartet. Die Tickets waren schon Anfang Oktober ausverkauft.

Dass solche Klagen Erfolg haben können, zeigt ein Beispiel aus Oberhausen. Dort mussten die Veranstalter des Devil-Side-Festivals im Sommer 2012 nach einem Gerichtsurteil die Lautstärke auf 75 Dezibel senken. „Lauter!“ riefen 6000 verärgerte Fans. Auch in Wacken drohen Tage der leiseren Töne. Doch Metalheads mögen Musik auch unplugged, also unverstärkt, das beweisen sie Jahr für Jahr.

Frenetisch bejubeln sie das Auftaktkonzert der Wackener Feuerwehr. cri

LN

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