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Norddeutschland Was würde Schüler im Norden glücklicher machen?
Nachrichten Norddeutschland Was würde Schüler im Norden glücklicher machen?
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21:12 20.04.2017
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Kiel/Berlin

Mehr Zeit für die Sorgen der Schüler, größere Unterstützung für sozialschwache Familien und gemütlichere Schulgebäude. Das muss sich laut Eltern, Lehrern und Gewerkschaftern in Schleswig-Holstein verbessern, um die Zufriedenheit der Schüler im Land noch weiter zu steigern. Denn wer glücklich ist, lernt besser, wie auch die aktuelle Pisa-Studie zeigt.

Zum ersten Mal wurde dort das Wohlbefinden von Schülern ausgewertet. In Deutschland sind demnach 73 Prozent der 15-Jährigen sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrem Leben. Allerdings berichtete auch fast jeder sechste Schüler, dass er regelmäßig Opfer von Mobbing wird. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst möchte dagegen vorgehen: „Gezieltes, andauerndes Mobbing ist für Schüler schlimm und hat auch negative Folgen für schulische Leistungen“, sagt sie, „deswegen wird mit dem kommunalen Jugendschutz in verschiedenen Regionen eine Fortbildung zum Anti-Mobbingberater angeboten.“ Für Lehrer gebe es ebenfalls ein entsprechendes Fortbildungsprogramm.

Auch Schulsozialarbeiter sind ein Ansprechpartner für Mobbingopfer. In diesem Bereich hat sich laut Lübecks Schulrat Gustaf Dreier in den vergangenen Jahren viel getan. „Wir hatten in Lübeck vor fünf Jahren nur vier Stellen für die Schulsozialarbeit, heute sind es mehr als 20“, sagt Dreier.

Ob sich Jugendliche in der Schule wohl fühlen, hängt laut der weltweit durchgeführten Studie auch von der Beziehung zu ihren Lehrern ab. Sie sollten nicht nur Wissensvermittler sein, sondern auch Vertrauenspersonen. „Dazu müssen wir den Lehrkräften aber auch die Zeit geben, die es dafür braucht“, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Katja Coordes. Je mehr Pflichtstunden Lehrer hätten, desto weniger Zeit gebe es für Teamzeit mit den Schülern. Zudem hätten es Kinder aus sozialschwachen Familien schwerer. In ihre Unterstützung müsse laut Coordes weiter investiert werden. Auch die Schulgebäude im Norden sind laut des Vorsitzenden des Landeselternbeirat Gymnasien, Thomas Wulff, noch eine Baustelle. Im Vergleich seien sie nicht besonders gemütlich. „Das Schulgebäude sollte ein Ort zum Wohlfühlen sein.“

ar

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