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Weiß statt rot: Premiere für eine neue Erdbeersorte

Nehms Weiß statt rot: Premiere für eine neue Erdbeersorte

Hof in Segeberg bietet Früchte ab heute an – Sie sollen ein wenig nach Ananas schmecken.

Lena Goldnick (28) zeigt eine rote und mehrere weiße Erdbeeren im Vergleich. Sie wachsen nebeneinander direkt am Nehmser See im Kreis Segeberg.

Quelle: Felix König

Nehms. Sie sehen aus, als wären sie zu früh geerntet worden: weiß mit roten und grünen Nüsschen. Doch der Eindruck täuscht. Die Erdbeeren, die Albrecht Knittel-Wätjen in seinem Korb hält, sind reif. Es handelt sich um die Sorte „Snow White“. Seit gestern werden die besonderen Früchte von den Feldern des Hornbrooker Hofs in Nehms (Kreis Segeberg) geerntet, heute gibt es sie erstmals an einigen Ständen des Betriebs zu kaufen.

LN-Bild

Hof in Segeberg bietet Früchte ab heute an – Sie sollen ein wenig nach Ananas schmecken.

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„Soweit ich weiß, sind wir die einzigen in Schleswig-Holstein, die weiße Erdbeeren produzieren und verkaufen“, sagt Juniorchefin Lena Goldnick. Vor zwei Jahren hörte sie von einem Landwirt aus Süddeutschland, der diese Sorte anbaut und als Delikatesse nach Frankreich verkauft. Sie war sofort begeistert und überzeugte auch ihren Vater von der Idee. Die Pflanzen bestellten die beiden bei einem Händler in Nordrhein-Westfalen, seit einem Jahr wachsen sie auf knapp einem ihrer 30 Hektar Erdbeer-Anbaufläche. Die Ernte soll rund 12000 Kilogramm pro Jahr betragen. „Wir wollen erst mal herausfinden, wie hoch die Nachfrage ist“, sagt Goldnick. „Denn das ist schon ein reines Nischenprodukt.“

Im Anbau und in der Pflege unterscheiden sich die weißen nicht von den roten Erdbeeren. Die größte Schwierigkeit sei die Ernte, sagt Goldnick. „Es ist nicht so leicht, zu erkennen, wann die Früchte reif sind.“ Die sicherste Methode dafür sei ein Geschmackstest. Aus diesem Grund ist die 28-Jährige in den vergangenen Tagen öfter mal hinaus aufs Feld gegangen, um die Früchte zu probieren.

Eigentlich sollten sie schon vor einer Woche reif sein. Denn offiziell ist die Erntezeit für „Snow White“ von Mitte Juni bis Anfang Juli, doch das schlechte Wetter verzögerte den Beginn.

Weiße Erdbeeren sind keine neue Erfindung. Es gibt sie schon seit dem 18. Jahrhundert, allerdings setzten sie sich nie so richtig durch. „Das liegt wohl auch daran, dass sie bisher immer klein und mickerig waren und einfach nicht geschmeckt haben“, sagt Goldnick. Die neue Sorte sei anders, betont die Agrarökonomin. „Das ist endlich eine, die nicht nur gut aussieht, sondern auch lecker ist.“

Sie sei erst vor zwei bis drei Jahren von einem holländischen Züchter entwickelt worden und ist eine Kreuzung aus der Ananas-Erdbeere und der Chile-Erdbeere.

Geschmacklich soll sie an eine Ananas erinnern, tatsächlich schmecken die Früchte vom Hornbrooker Hof aber mehr nach einer normalen Erdbeere mit einem Spritzer Zitrone. „Das hängt wohl mit dem Boden und den Witterungsbedingungen zusammen“, sagt Goldnick. „Das hat Auswirkungen auf den Geschmack.“

Die weißen Erdbeeren sind teurer als die roten. 2,50 Euro kostet eine 250-Gramm-Schale. Das hänge auch damit zusammen, dass die Erträge der Pflanzen nicht so hoch seien. Goldnick kann sich dennoch vorstellen, ihre Anbaufläche zu erweitern. „Wir werden aber zunächst abwarten, ob sich die weißen Erdbeeren durchsetzen.“ Zumal sich bereits ein neuer Trend ankündige. Der holländische Pflanzenzüchter sei nämlich gerade dabei, schwarze Erdbeeren mit Zimtgeschmack zu entwickeln. Goldnick: „Ich versuche auch schon herauszufinden, wo es das entsprechende Pflanzenmaterial gibt.“

Mehr als 1000 Sorten

Bereits seit der Steinzeit essen die Menschen Erdbeeren. Damals gab es allerdings nur die kleinen Walderdbeeren. Die größere Gartenerdbeere entwickelte sich erst im 18.

Jahrhundert. Aus ihrer Urform heraus wurden seitdem mehr als 1000 verschiedene Sorten gezüchtet. Sie unterscheiden sich in Größe, Farbton und Geschmack. Die roten Früchte haben alle gelbe Nüsschen an der Oberfläche und werden entsprechend ihres Erntedatums in Früh-, Mittel- und Spätsorten unterteilt. Zu den bekanntesten zählen Honeoye (früh), Sonata (mittel) und Symphony (spät).

 Janina Dietrich

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