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Norddeutschland Weiterbau der A 20 rückt in immer weitere Ferne
Nachrichten Norddeutschland Weiterbau der A 20 rückt in immer weitere Ferne
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14:35 30.10.2012
Kiel

Seit nunmehr drei Jahren bleibt die Ostseeautobahn A 20 in einem Nadelöhr vor Bad Segeberg stecken – und die Autofahrer nur allzu oft im Stau. Derzeit sieht es aber nicht danach aus, dass dieser Zustand schnell vorüber sein wird. Das Kieler Verkehrsministerium geht jetzt von einer defensiveren Terminplanung als bisher aus. Nach Angaben von Minister Reinhard Meyer dürfte der zehn Kilometer lange Abschnitt zwischen Weede und Wittenborn nicht vor 2017 fertig werden. Amtsvorgänger Jost de Jager (CDU) hatte noch von einer Fertigstellung im Jahr 2016 gesprochen.

Der Planfeststellungsbeschluss für das 150 Millionen Euro teure Bauprojekt ist zwar abgeschlossen – jedoch hängt der Weiterbau derzeit von einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ab, wo noch mehrere Klagen gegen den Weiterbau anhängig sind. Nach Schätzungen des Ministeriums soll der Abschnitt von Wittenborn bis zur A 7 zwar auch bis 2017 fertig werden, wie es aber danach weiter geht, steht noch in den Sternen. Meyer will den Bau – im Gegensatz zu den Landtagsgrünen – zwar von der A 7 bis zur Elbe nach Glückstadt fortsetzen. Größter Unsicherheitsfaktor ist jedoch der Bund. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einigen Wochen für den Autobahnausbau die Devise „Erhalt vor Neubau“ ausgegeben. Zudem geht Kiel auch davon aus, dass der Bund mit Fehmarnbeltquerung und A 20 nicht zwei große Verkehrsprojekte im Norden finanzieren wird. Ein Weiterbau der A 20 bis an die Elbe könnte laut Meyer damit nicht vor 2023 realisiert werden.

Heftige Kritik übt Max Stich, Vorsitzender des ADAC in Schleswig-Holstein. „Man muss solche Projekte bis zum Ende durchdenken, damit sie nicht mittendrin abgebrochen werden“, sagt Stich. Zudem dürften Fehmarnbeltquerung und A 20 nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der Belttunnel sei schließlich auch davon abhängig, dass der Verkehr über die A 20 abfließen könne.

Auch Matthias Schulz-Kleinfeldt, Hauptgeschäftsführer der IHk zu Lübeck, bezeichnet jede Zeitverzögerung als ärgerlich, „weil sie die wirtschaftliche Entwicklung der Region bremst“.

Nach Einschätzung von Hans-Jörn Arp, verkehrspolitischer Sprecher der CDU, müsse die Landesregierung die A 20 jetzt auch im Bund politisch durchsetzen. „Ansonsten wird die A 20 nie fertiggebaut“, sagt Arp.

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