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Norddeutschland Weniger Anmeldungen für Gymnasien in Schleswig-Holstein
Nachrichten Norddeutschland Weniger Anmeldungen für Gymnasien in Schleswig-Holstein
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18:43 17.04.2019
Schülerinnen und Schüler schreiben ihre Abiturprüfung. Erstmals seit langem gehen in Schleswig-Holstein die Anmeldungen für die Gymnasien zurück. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Kiel

Zum kommenden Schuljahr sind 10 344 Fünftklässler am Gymnasium angemeldet – 5,7 Prozent weniger als im laufenden Schuljahr. Demnach gehen nach Auskunft des Bildungsministeriums in Kiel 44 Prozent des Jahrgangs ans Gymnasium, nach mehr als 46 Prozent im Vorjahr. Die Befürchtung, die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren könne einen Run auf Gymnasien auslösen, hat sich damit bisher nicht bestätigt.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begründet die gesunkenen Anmeldezahlen für die 99 Gymnasien im Land mit einer gut funktionierenden qualifizierten Beratung: Die Lehrer ermöglichten den Eltern damit eine realistische Einschätzung der Leistungen ihrer Kinder und viele Eltern ließen sich davon auch überzeugen.

Schulartempfehlung soll Orientierung geben

„Das sind die Auswirkungen der Empfehlungen durch die Grundschullehrer“, meint auch Jens Finger, Vorsitzender des Philologenverbandes. Wer sein Kind trotz einer Gemeinschaftsschul-Empfehlung auf ein Gymnasium schicken wolle, müsse inzwischen ein Gespräch mit dem Orientierungsstufenleiter des Gymnasiums führen. Jedoch hätten Eltern immer noch einen Spielraum, betont Prien. Zuvor hatte es jahrelang eine Verunsicherung gegeben, ob überhaupt eine Empfehlung abzugeben war.

„Es ist wichtig, dass Eltern eine Orientierung bekommen“, sagt Claudia Pick, Vorsitzende des Landeselternbeirats an Gymnasien. Das Gymnasium sei nicht der einzige Weg zum Abitur und zum Studium. Das werde vielleicht immer mehr Menschen deutlich. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) merkt an, dass sich die Schülerschaft etwa durch Zuwanderung verändert hat.

23 526 Kinder wechseln auf weiterführende Schule

4578 Schüler und damit 4,3 Prozent mehr Mädchen und Jungen lernen von August an auf einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe. Die Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe verbuchen ein Plus um 3,4 Prozent auf 8604. Insgesamt wechseln 23 526 Mädchen und Jungen nach den Sommerferien auf eine weiterführende Schule, 156 weniger als im Vorjahr.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Quelle: Carsten Rehder/dpa

Einen Trend vermag Martin Habersaat, SPD-Bildungspolitiker im Landtag, noch nicht erkennen. Schließlich hatten die Gymnasien im vergangenen Jahr, als die ersten Fünftklässler mit G9 gestartet sind, 5,6 Prozent mehr Schüler aufgenommen. (Die LN berichteten.)

Nach Auskunft des Ministeriums haben sich die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen im Land regional sehr unterschiedlich entwickelt. So gab es im Kreis Plön, in Kiel und in Neumünster klar zweistellige Rückgänge bei den Gymnasien, in Schleswig-Flensburg und Steinburg dagegen sogar Zuwächse. „Das zeigt, dass die Eltern von ihrem Wahlrecht weiter munter Gebrauch machen“, sagt die Ministerin. Eltern reagierten auch sehr aufmerksam, wenn sich eine Schule gerade einen besonders guten Ruf erarbeitet habe und eine andere schlechter beleumundet sei.

Weitere Oberstufen an Gemeinschaftsschulen nötig?

Die Stadt Lübeck verzeichnet ein Minus von 1,4 Prozent bei den Gymnasien, während Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe 5,6 Prozent mehr Schüler melden. Die Zahl der Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe ist konstant – allerdings müssen jedes Jahr rund 100 Kinder abgewiesen werden. „Wenn das Interesse anhält, wird man über weitere Oberstufen an einzelnen Gemeinschaftsschulen nachdenken müssen“, sagt Habersaat.

Julia Paulat

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