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Weniger Flüchtlinge: Kommunen im Norden atmen durch

Kiel Weniger Flüchtlinge: Kommunen im Norden atmen durch

Atempause für Städte und Gemeinden im Norden: Die Zahl der Flüchtlinge hat deutlich abgenommen. Derzeit sind nur 6000 von 12 000 Erstaufnahmeplätzen in Schleswig-Holstein belegt.

Atempause für Städte und Gemeinden im Norden: Die Zahl der Flüchtlinge hat deutlich abgenommen (Symbolbild).

Quelle: dpa

Kiel . 4000 Menschen suchten hier im Januar Zuflucht, 2200 blieben, 1800 wurden in andere Bundesländer weiterverteilt. Im Dezember waren noch 10 000 Schutzsuchende gekommen.

Weil die Flüchtlinge jetzt bis zu sechs Wochen in den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben können, sinkt der Druck auf die Kommunen, Wohnraum zu finden. Die ersten Gemeinden beklagen bereits den Leerstand teuer angemieteter Unterkünfte.

Für die sinkenden Zahlen seien das schlechte Wetter auf dem Mittelmeer und auf der Balkanroute verantwortlich, außerdem die schärfere Überwachung der EU-Außengrenzen. Die CDU-Abgeordnete Astrid Damerow ist zudem sicher, dass die Maßnahmen der Bundesregierung Menschen vom Balkan abhalten zu kommen – seit November gelten die Staaten dort als sichere Herkunftsländer. Nur 6000 der über 12 000 Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes sind daher jetzt noch belegt.

Die Zahl der Flüchtlinge, die über die Kreise auf die Kommunen verteilt werden, wurde von über 5700 im November und Dezember auf 3006 im Januar heruntergefahren. In Lübeck wurden davon 210 Flüchtlinge aufgenommen, in den nächsten Monaten wird mit 80 bis 100 Flüchtlingen pro Monat gerechnet. „Wir haben eine kleine Verschnaufpause“, sagt Ulrich Kewitz vom Bereich Soziale Sicherung. Im November und Dezember musste die Hansestadt noch jeweils rund 500 Schutzsuchende unterbringen. Mittlerweile kämen auch deutlich mehr Familien, Frauen und Kinder nach Lübeck, sie machten jetzt 45 Prozent aus. Bisher waren es überwiegend alleinreisende Männer.

Stormarn hat im Januar 214 Flüchtlinge aufgenommen. Das sind mehr als im Januar 2015 mit 63 – landesweit waren es damals 1400 – aber deutlich weniger als im Dezember. In Neustadt in Ostholstein sind selbst von den für 2015 angekündigten 301 Flüchtlingen erst 156 angekommen. Nur 2400 statt 3500 Flüchtlinge werden 2016 im Kreis Herzogtum Lauenburg erwartet, sagt Landrat Christoph Mager. Nun würde zum Beispiel Geesthacht auf Mietkosten für ungenutzte Container sitzenbleiben, weil das Land nur eine Pauschale pro Flüchtling zahlt, sagt CDU-Fraktionschef Sven Minge.„Diese Vorhaltekosten für freie Kapazitäten sind ein Problem“, sagt Mager. Der Kreis habe dem Land schon freie Plätze gemeldet und hoffe, dass sie belegt werden. In anderen Teilen des Lande sieht es nicht anders aus, in Heide in Dithmarschen zum Beispiel. Dort kamen im Januar statt der erwarteten 20 Flüchtlinge pro Woche nur fünf im ganzen Monat an.

Das Auf und Ab der Zahlen erschwert die Planung: Kiels SPD-Innenminister Stefan Studt mag noch keine Prognose abgeben, ob dieser Rückgang der Flüchtlingszahlen auch anhält. Zu unwägbar sei dafür die politische Entwicklung in Europa und den Krisengebieten, der Zeitpunkt für eine solche Aussage „viel zu früh“. Das Land sei jedenfalls darauf vorbereitet, 2016 noch einmal so viele Flüchtlinge aufzunehmen wie 2015. Da kamen 55 000 Menschen, 33 500 wollten und durften bleiben.

dor/hm/kks/pet/sas/wh

Lesen Sie dazu auch: Ostholstein - Deutlich weniger Flüchtlinge auf der Zuweisungsliste

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