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Weniger Schulbegleiter bewilligt: Eltern fühlen sich alleingelassen

Stockelsdorf Weniger Schulbegleiter bewilligt: Eltern fühlen sich alleingelassen

Kaum sind die Schulassistenten da, wird andere Unterstützung an den Grundschulen im Land gestrichen. Vor allem in Ostholstein klagen Eltern über Kürzungen bei den Schulbegleitern. Sie fühlen sich alleingelassen und teils sogar von den Schulen unter Druck gesetzt.

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Manche Kinder brauchen Unterstützung, um den Schulalltag zu bewältigen.

Quelle: Ole Spata/dpa

Stockelsdorf.  In Einzelfällen soll die Leistung sogar komplett gestrichen worden sein. Die gesamte Klasse leide darunter, geregelter Unterricht sei kaum noch möglich, monieren Elternvertreter.

„Es gab massive Änderungen in der Bewilligung der Schulbegleitung“, berichtet die Landeselternbeiratsvorsitzende für die Grundschulen, Katrin Engeln. An der Gerhart-Hauptmann-Schule in Stockelsdorf beispielsweise waren bisher 60 Stunden individuelle Begleitung für insgesamt fünf Kinder bewilligt worden. „Jetzt sind es nur noch 25 Wochenstunden für zwei Schüler“, sagt der Schulelternbeiratsvorsitzende Sven Schulz-Westensee. Den drei anderen will der Kreis keine Begleitung mehr zugestehen.

Dabei handelt es sich um eine Leistung der Jugend- und Eingliederungshilfe. Träger sind die Kreise und kreisfreien Städte. Sie entscheiden darüber, ob und in welchem Umfang ein Kind bei körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung (Autismus, Entwicklungsverzögerung, ADS) Anspruch auf Hilfe zur Schulbildung hat. Die Ablehnung des Kreises treffe nicht nur die drei Schüler, betont Schulz-Westensee. Die ganze Klasse leide unter der Situation. „In vielen Fällen ist ein geregelter Unterricht nur schwer möglich.“

Denn bei den Kindern, die jetzt keine Unterstützung durch den Kreis mehr bekommen, handelt es sich vielfach um Schüler mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) und solche, die zusätzlich hyperaktiv (ADHS) sind. Der neunjährige Tom (Name geändert) aus der 2. Klasse kommt allein nicht klar. „Er macht Dinge, die nicht in den Unterricht passen“, sagt der Vater. Sein Sohn sei keineswegs dumm, er habe aber nicht die Kraft, sich zu beherrschen. Ihnen sei jetzt sogar mit einem Schulverweis gedroht worden, berichten die Eltern verzweifelt. Zuvor sei es mit der Schulbegleiterin besser gelaufen.

Der Junge habe eine erwachsene Person gehabt, die ihn im Unterricht gelenkt habe. Doch nun soll da die „schulische Assistenz“ helfen, argumentiert der Kreis Ostholstein im Ablehnungsbescheid.

„Aber die Verhältnismäßigkeit stimmt nicht“, kritisiert Schulz-Westensee. An der Gerhart-Hauptmann-Schule mit 160 Schülern hat eine Schulassistentin mit 14 Wochenstunden ihren Dienst aufgenommen.

„Die Schulassistenz kann mit Teilzeitstelle die wegfallende Schulbegleitung nicht im Ansatz ausgleichen“, meint auch Katrin Engeln vom Landeselternbeirat.

Zudem hatte das Bildungsministerium stets betont, dass die Schulassistenten, die das Land finanziert, zusätzlich kommen. „Ihre Einführung darf und wird nicht dazu führen, dass Schulbegleiter abgezogen werden“, erklärte Ministeriumssprecher Thomas Schunck jetzt erneut. „Das ist eine neue Sache, die muss sich erst einmal einspielen“, sagte er entschuldigend. Nach einem Jahr sei eine Evaluation geplant.

Den betroffenen Eltern hilft das nicht: „Die Kinder bleiben auf der Strecke“, sagt ein Vater.

Hilfe für Schüler

Die inklusive Schule ist auf eine vielschichtige

Schülerschaft ausgerichtet. Dabei bekommen die Lehrer

Unterstützung.

Schulbegleiter: Sie helfen behinderten Kindern, den Alltag an der Schule zu bewältigen. Die Schulbegleitung, die sich auf ein einzelnes Kind bezieht, ist eine Leistung der Jugend- und Eingliederungshilfe. Sie wird gewährt, solange das Kind Unterstützung braucht.

Schulassistenten: Sie werden neuerdings an den schleswig-holsteinischen Grundschulen eingesetzt. Sie sollen Schülern zu einem besseren Sozialverhalten verhelfen, sie bei der Integration in die Klasse unterstützen und Lehrer entlasten.

Julia Paulat

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