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Norddeutschland Wer rettet die „Peking“?
Nachrichten Norddeutschland Wer rettet die „Peking“?
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17:05 13.10.2012
Der einstmals stolze Flying-P-Liner „Peking“ rostet im Hafen des South Street Seaport Museums in Manhattan vor sich hin.
Lübeck

Zweifellos hat die Mega-Metropole New York dem vergleichsweise winzigen Lübeck vieles voraus. Aber wenn es um den Umgang mit dem maritimen Erbe geht, können sich die Amerikaner von den Hanseaten noch mehr als eine Scheibe abschneiden. Denn die Viermastbark „Peking“, einer der letzten noch existierenden Flying-P-Liner der Reederei F. Laeisz und zudem Schwesterschiff der Travemünder „Passat“, rottet im Museumshafen von Manhattan seit Jahren vor sich hin. Jetzt würde das finanziell angeschlagene South Street Seaport Museum das Schiff am liebsten loswerden, gerne auch verschenken. Nur wohin?Als erster Adressat kommt die Hansestadt Hamburg in Frage, wo der „Hamborger Veermaster“ aus historischer Sicht am besten aufgehoben wäre. Wie New Yorker Zeitungen berichteten, würde das notleidene Museum die „Peking“ gern dorthin verschenken. Doch die Stadt zögert bislang noch, das Geschenk anzunehmen, denn es würde teuer kommen. Sehr teuer. Die einst stolze Viermastbark ist vom Bug bis in die Mastspitzen marode. Ein Schleppen nach Hamburg wäre „abenteuerlich bis verantwortungslos“, kritisierte selbst Herbert Aly, Chef der Traditionswerft Blohm + Voss, wo die „Peking“ vor 101 Jahren gebaut wurde, gegenüber dem NDR. Der Windjammer müsste zunächst für viele Millionen Euro restauriert werden, bevor an eine Überführung an die Elbe überhaupt zu denken wäre. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) lehnte eine finanzielle Beteiligung der Stadt bereits ab. Und auch die Hamburger Handelskammer und die Reederei F. Laeisz, die gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ finanzielles Engagement für die „Peking“ in Aussicht gestellt hatten, schütteln wegen der unkalkulierbaren Kosten jetzt nur noch mit dem Kopf.Und was wäre mit Lübeck? Ist dort, wo ein P-Liner Platz hat, nicht auch noch Raum für einen zweiten? Holger Bull, Vorsitzender des Vereins „Rettet die ,Passat‘“, fände diesen Gedanken reizvoll. „Aber nicht zu machen“, winkt er ab. Er selbst habe die „Peking“ zwar noch nicht gesehen. „Aber mein Sohn hat mir berichtet, das Schiff sei ein Schrotthaufen.“ Bei aller Liebe zu den P-Linern, so etwas könne sich Lübeck nicht zumuten. „Wir haben schon genug damit zu tun, unsere ,Passat‘ in Schuss zu halten“, sagt Bull. Selbst das sei eine große Herausforderung, wobei die „Passat“ im Vergleich zur „Peking“ in einem deutlich besseren Zustand sei. „Aber wenn das Schiff nach Hamburg käme, das wäre ein tolle Sache. Dann könnte man in jedem Fall über eine Zusammenarbeit nachdenken“, sagt Bull.Dass der letzte Hafen der „Peking“ Lübeck-Travemünde heißen könnte, darf also bezweifelt werden. „Unrealistisch“, sagt Renate Menken, Vorsitzende der Possehl-Stiftung. „Überhaupt kein Platz dafür“, sagt Lübecks Stadtsprecher Marc Langentepe. Und auch Thomas Waldner, Sprecher der IHK zu Lübeck, sieht die Möglichkeiten, dass sich genügend Investoren finden, um den Viermaster nach Lübeck zu holen, als „gegen Null gehend“.Es wäre schade drum. Denn weltweit existieren nur noch vier der einmal 60 Schiffe umfassenden P-Liner-Flotte: Neben der „Peking“ und der „Passat“ noch die „Pommern“ im finnischen Mariehamm sowie die „Padua“, die heute unter dem Namen „Krusenstern“ der russischen Marine als Segelschulschiff dient. Die „Peking“ selbst wurde, nachdem sie bei Laeisz als Frachtschiff im Einsatz war, 1932 als stationäres Segelschulschiff nach London verkauft. 1974 wurde sie schließlich nach New York versteigert und als Museumsschiff originalgetreu aufgeriggt.

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