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Norddeutschland Wettstreit um Schwartauer Werke: Wer bleibt im Rennen?
Nachrichten Norddeutschland Wettstreit um Schwartauer Werke: Wer bleibt im Rennen?
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08:36 08.06.2016
Das Firmenlogo prangt am 14.09.2012 groß zur Eröffnung an der Außenfassade des neuen Konfitürenwerkes II der Schwartauer Werke in Bad Schwartau. Quelle: Ulrich Perrey/dpa
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Lübeck

In dem neuen Gewerbegebiet möchte die Stadt dem Marmeladen-Konzern Flächen für dessen beabsichtigte Expansion anbieten. Das Areal liegt an der A 20, gegenüber dem Gewerbegebiet Genin Süd – auf der anderen Seite der Autobahn. Die Schwartauer Werke benötigen 15 Hektar – inklusive optionaler Flächen für eine mögliche Erweiterung. Das Gewerbegebiet selbst soll 60 Hektar groß werden.

„Wir betreiben das Verfahren mit vollem Engagement und hoffen, dass wir am Schluss erfolgreich sind“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). In drei bis fünf Jahren könnten die Schwartauer Werke die Produktion aufnehmen. Allerdings müssen dafür etliche formale Hürden überwunden werden. So muss der Regionalplan des Landes geändert beziehungsweise eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Dazu hat es bereits Gespräche zwischen Hansestadt und Landesregierung gegeben. Zudem muss die Stadt den Flächennutzungsplan ändern und einen neuen Bebauungsplan aufstellen.

Lübeck ist allerdings nicht allein im Werben um die Schwartauer Werke. Das mecklenburgische Schönberg will eigens eine Hochspannungsleitung verlegen, um im Gewerbegebiet „Sabower Höhe“ genügend Platz für den Konzern zu schaffen. „15 Hektar können wir anbieten. Von uns aus könnte es von heute auf morgen losgehen“, sagt Bürgermeister Lutz Götze (SPD).

Bad Schwartau, das den Wunsch des Konfitüren-Herstellers nach Expansion im Stadtgebiet zunächst für unerfüllbar erklärt hatte, geht mit einer mindestens 17 Hektar großen Gewerbefläche in Langenfelde Nord ins Rennen. Mitbietend ist auch die Gemeinde Ratekau. Dort wäre ein Landbesitzer bereit, eine Fläche östlich der Autobahn zu veräußern. Bad Oldesloe bietet eine Fläche „von locker 15 Hektar“ unmittelbar an der A 1 (Lübeck–Hamburg) an. Eine Sprecherin der Schwartauer Werke erklärte auf Anfrage, eine Entscheidung sei nicht gefallen. Nach LN-Informationen soll die Geschäftsführung gegenüber den Interessenten geäußert haben, bis Mitte Juni eine Vorauswahl zu treffen.

Das Lübecker Angebot an der Kronsforder Landstraße besteht aus 20 Hektar des ehemaligen Obstgutes Semiramis. Das Grundstück ist seit einigen Jahren im Besitz des städtischen Koordinierungsbüros Wirtschaft (KWL). Der KWL gehören dort zudem weitere 20 Hektar. Die Autobahnanbindung des neuen Gewerbegebiets wäre über eine Verbindungsstraße zur Baltischen Allee möglich. Im Gespräch ist aber auch eine neue Autobahnabfahrt Genin. Dafür müsste der Bund zustimmen.

Von Josephine von Zastrow und Curd Tönnemann

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