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Norddeutschland Wie Hohwacht zu Kreidefelsen kam
Nachrichten Norddeutschland Wie Hohwacht zu Kreidefelsen kam
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15:40 05.07.2017
Eine Szene aus dem Film, gedreht in Kellenhusen: Anja Kling spielt im Film die Mutter des toten Mädchens. Quelle: Fotos: Stefan Erhard/zdf (2), Screenshot Zdf (2)
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Kellenhusen/Lütjenburg

Anja Kling radelt durch die Lütjenburger Altstadt, die dann plötzlich am Strand von Kellenhusen und der dortigen Seebrücke endet. Ihr Schauspielkollege Heino Ferch untersucht auf der Seebrücke von Alt-Hohwacht die Leiche eines Mädchens. Und dann ist wenig später auch noch eine Wohnsiedlung in Steinhorst zu sehen.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Eindrücke der Dreharbeiten zum Krimi-Zweiteiler "Tod eines Mädchens" in einer Bildergalerie zu sehen.

Wer sich am Montag den ersten Teil des ZDF-Krimis „Tod eines Mädchens“ angeschaut hat, dem könnten einige Kulissen bekannt vorgekommen sein. Der Film spielt zwar eigentlich in der fiktiven Ostseestadt Nordholm, gedreht wurde er aber 2014 unter anderem in den Kreisen Ostholstein und Plön sowie im Herzogtum Lauenburg. In dem Zweiteiler, der erstmals 2015 ausgestrahlt wurde, geht es um den Tod einer 14-Jährigen, der die Stadt in Aufruhr versetzt. Nach und nach geraten immer mehr Bewohner ins Visier der Ermittler.Die Drehorte seien ausgewählt worden, weil sie genau dort die passenden Motive für die Drehbücher gefunden hätten, sagt Dagmar Landgrebe von der zuständigen Produktionsfirma Network Movie. „Es kommt immer wieder vor, dass solche Anforderungen nicht an einem einzigen Ort erfüllt werden können. Wir setzen diesen dann aus verschiedenen Schauplätzen zusammen.“ Der Name Nordholm sei wegen seines norddeutschen Klangs erfunden worden.

Sendezeit

Um 20.15 Uhr wird am Mittwoch der zweite Teil des Krimis im Fernsehen gezeigt. Der gesamte Film ist bereits jetzt kostenlos im Internet unter www.zdf.de zu sehen. Wann die Fortsetzung ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest.

Zum Thema: Wer hat diese Orte eigentlich ausgesucht? Ein Filmscout erzählt von seinem Job

Es wäre zwar schöner, wenn Kellenhusen im Film auch genannt werden würde, „aber für uns ist das Ganze trotzdem absolut positiv“, sagt Thorsten Brandt, Touristikleiter des Ostseebads. „Die Gäste finden es jedes Mal sehr interessant, bei den Dreharbeiten zuzuschauen.“ Gerade hatten sie dazu wieder die Chance, denn das ZDF arbeitet an einer Fortsetzung – ein Zweiteiler mit dem Arbeitstitel „Tod eines Mädchens 2 – Die verschwundene Familie“, der an den alten Drehorten entsteht. In Kellenhusen wurde dafür der Seebrückenvorplatz vier Tage lang in eine Filmkulisse verwandelt. „Sie haben tagsüber und auch in den Abendstunden gedreht“, berichtet Brandt. Nun wartet er gespannt auf den ersten Trailer. „Den werden wir dann über die sozialen Medien verbreiten, um für unseren Ort zu werben.“ Er hofft, dass dies nicht der letzte Besuch des Filmteams in seiner Gemeinde war. „Sie sind jederzeit herzlich willkommen.“

Kreidefelsen in Hohwacht? Dank einer Fotomontage wurde das im ZDF-Krimi zur Realität.
Anja Kling fährt mit dem Rad durch die Altstadt von Lütjenburg.

Ähnlich euphorisch ist die Hohwachter Bucht Touristik – auch wenn ihre Urlaubsregion im ZDF-Film kurzerhand Kreidefelsen bekam. Sie stammen eigentlich von der dänischen Ostseeinsel Møn und wurden für den Krimi nach Alt-Hohwacht montiert. „Das ist schon witzig“, sagt Geschäftsführerin Grit Wenzel. „Wir werden oft von Gästen darauf angesprochen, dass sie ihren Urlaubsort im Fernsehen wiedererkannt haben.“ Das sei eine super Werbung für die Region. Der Strand von Alt-Hohwacht und in Lütjenburg die Niederstraße, die St.-Michaelis-Kirche sowie der Blick vom Bismarckturm über die Stadt – „das alles ist eindeutig im Film zu identifizieren“. Aber auch für sie persönlich seien die Dreharbeiten toll gewesen, sagt Wenzel schmunzelnd. „Ich bin absoluter Heino-Ferch-Fan.“

 Janina Dietrich

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