Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Wie christlich soll die Nordkirche sein?
Nachrichten Norddeutschland Wie christlich soll die Nordkirche sein?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:19 26.02.2016
Gerhard Ulrich, Landesbischof der Nordkirche, stößt Reformen an. Quelle: Wüsteneck/dpa

76 000 Beschäftigte zählt die Nordkirche, die für die Protestanten in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. Nun sollte man denken: Wer für die Kirche arbeitet, ist auch Mitglied. Doch das durchzuhalten angesichts des immer kleiner werdenden Kreises von Kirchenmitgliedern, scheint schwer — vor allem im Osten.

Daher diskutiert die Synode der Nordkirche in diesen Tagen in Travemünde über Lockerungen in ihrem Regelwerk. Die Nordkirche müsse festlegen, „ob und in welchen Bereichen sie von Mitarbeitern die Kirchenzugehörigkeit verlangt“, sagte Landesbischof Gerhard Ulrich.

Laut Loyalitätsrichtlinie der EKD ist für eine Beschäftigung in Kirche und Diakonie grundsätzlich die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche Voraussetzung. Diese Richtlinie werde gegenwärtig überarbeitet, teilte Ulrich den Synodalen mit. „Ziel ist, dass das Regel-Ausnahme- Verhältnis zwar beibehalten wird, die Ausnahmen aber flexibler gehandhabt werden.“

Nun redet die Kirche gewöhnlich lieber über Kircheneintritte von Menschen als über Austritte. Per Gesetz konkretisiert wird deshalb die Kirchenmitgliedschaft, gefasst in 16 Paragrafen. Dabei geht es um Dinge wie die Wiederaufnahme eines früheren Kirchenmitglieds. Wenn ein Pastor das ablehnt, können sich Betroffene künftig beim vorgesetzten Propst beschweren. Einen Anspruch auf eine Mitgliedschaft haben Rückkehrwillige aber nicht.

Wer wiedereintreten will, muss eine Taufe und einen Wohnsitz in einer Nordkirchen-Gemeinde nachweisen. Bevor die Kirche ihn wieder aufnimmt, muss ein geistliches Gespräch stattfinden. Die Nordkirche unterhält eigens 16 Wiedereintrittsstellen, zudem eine mobile Wiedereintrittsstelle für Urlaubsorte. Wer während des Urlaubs in die Kirche eintritt, bleibt zunächst Mitglied seiner Gemeinde am Wohnort. Er darf sich aber danach „umgemeinden“ lassen. Die Synode will das Gesetz heute verabschieden.

Das Thema „Schnuppermitgliedschaft“ wurde vom Kirchenparlament vorerst ausgeklammert. Die Theologische Kammer der Nordkirche hatte angeregt, auch über eine abgestufte Mitgliedschaft nachzudenken.

Die Kirchengewerkschaft forderte gestern Tarifverträge für alle Beschäftigten. Ihre Landesvorsitzende übergab dafür am Rande der Synode 1500 Unterschriften. In Mecklenburg-Vorpommern sitzen die Gewerkschaften noch nicht mit am Tisch. Dort verhandeln Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber bisher in einer paritätisch besetzten Kommission. ctö/epd

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor allem kleine Firmen in Schleswig-Holstein profitieren — Neues Produkt ab März.

26.02.2016

114 Fotofallen werden im Norden aufgestellt — Kosten: 67440 Euro.

26.02.2016

Anzeige gegen Unbekannt erstattet — Restliches Elfenbein sichergestellt.

26.02.2016
Anzeige