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Norddeutschland Wie wachen Sie morgens auf?
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22:36 04.11.2017
Lübeck

Rita Schnelle-Kayser hat keine Schwierigkeiten, morgens aufzuwachen. „Unsere Hunde wecken uns“, erzählt die 63-Jährige aus Reinfeld. „Die Tiere stupsen uns so lange an, bis wir aufstehen. Einen richtigen Wecker gibt es bei uns gar nicht.“ Ole Wurster (33) hat auf seinem Smartphone einen „schrecklichen Klingelton“ als Wecksignal eingestellt. Er soll ihn morgens um 6.30 Uhr aus dem Bett jagen. „Aber die Schlummertaste ist schon sehr verlockend“, bekennt er. Oft bleibe er noch zehn Minuten länger liegen.

Wenn es morgens noch dunkel ist, ist es für manchen Zeitgenossen eine Qual, aus dem Bett zu kommen. Einige stellen sich gleich mehrere Wecker, andere setzen beim Wachwerden auf Licht. Und manchmal hilft auch ein Haustier. Experten indes raten, sich an feste Routinen zu halten.

Mindestens 30 verschiedene Wecker stehen bei Media Markt in Lübeck im Regal – analog oder digital, blank oder bunt, mit kleinen oder großen Ziffern. „Die werden noch gut verkauft, das läuft weiterhin stabil“, sagt Geschäftsführer Sultan Kaya. Auch Radiowecker werden angeboten, ebenso Musikanlagen und Multiroom-Lautsprecher mit Weckfunktion. Doch vor allem jüngere Menschen nutzen inzwischen eher die Weckfunktion ihres Handys oder Smartphones. So wie Linda Deike (33) aus Barnitz. „Mein Handy weckt mich mit einem entspannten Klingelton, der langsam lauter wird“, erzählt sie.

Kaya selbst setzt auf einen Licht-Wecker. „20 bis 30 Minuten, bevor man geweckt werden will, wird das Licht immer heller“, berichtet er. Dadurch werde ein Sonnenaufgang simuliert. Der Vorteil: Meist sei man schon vor dem eigentlichen Klingeln wach. „Ich bin dann auch nicht mehr müde“, berichtet Kaya.

Licht erleichtert das Wachwerden, das bestätigt Prof. Henrik Oster, Neurobiologie an der Universität zu Lübeck. Zum einen werde das Schlafhormon Melatonin mit Licht am Morgen besser abgebaut. „Aber auch unsere innere Uhr ist lichtempfindlich“, erklärt Oster. Über Licht passe sich die innere Uhr an die äußere an. „Das ist eine sanfte Möglichkeit, wach zu werden.“ Prinzipiell helfe es, feste Routinen im Tagesablauf zu haben. „Dadurch wird der Biorhythmus stabilisiert.“

„Die Routine spielt besonders am Morgen eine Rolle“, sagt auch Prof. Klaus Junghanns, Leiter der schlafmedizinischen Station im Zentrum für Integrative Psychiatrie am Uniklinikum in Lübeck. Er rät davon ab, bei leichten Schlafproblemen die Schlafenszeit in den Tag hinein zu verlängern. Besser sei es, zur üblichen Zeit aufzustehen.

Inzwischen gibt es auch SchlafApps, die die nächtlichen Ruhestunden überwachen und den besten Zeitpunkt herausfinden, den Nutzer aufzuwecken. „Zum Morgen hin sind die Traumphasen ziemlich ausgeprägt“, erklärt Junghanns. Dabei bewege man sich nicht, das erkenne die App. „In dieser Phase geweckt zu werden, sorgt für Schlaftrunkenheit.“

Für einen erholsamen Schlaf sei es aber wichtig, das Handy stumm zu schalten. Schlafstörend könne es auch sein, abends noch am Smartphone zu spielen. „Denn das blaue Licht hat eine deutlich aktivierende Wirkung“, sagt Junghanns.

 Von Julia Paulat

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