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Norddeutschland Wie wär’s mit einer Tasse Tee?
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22:19 14.06.2016
Hannah (19) probiert im „Colestreet“ in Lübeck eine Tasse Ingwertee, Kellner Flemming (19) macht kurz Pause und wartet auf ihr Urteil. Quelle: Neelsen
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Lübeck

Tee mögen nicht nur die Friesen. Auch in Lübeck und Umgebung gibt es eine Teekultur – mit langer Tradition. „Unser Geschäft besteht seit 40 Jahren“, sagt Stephanie Jäde (29) von „Beucks Teeladen“ in Lübeck. Sie steht an der Ladentheke, hinter ihr im Regal reihen sich bunte, mit chinesischen Motiven verzierte Teedosen. „Assam“ steht darauf, „Darjeeling“ – oder „Friesentee“. Keine Firmennamen. „Viele Kunden sind Stammkunden, die wissen, was sie wollen“, sagt Stephanie Jäde lachend. „Oder sie lassen sich von uns beraten.“

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Ostfriesentee könnte bald zum Welterbe gehören – In Lübecks Lokalen ist er ebenfalls beliebt.

Zum Beispiel Stefanie Schiel (27), die soeben den Laden betritt. „Ich hatte das letzte Mal bei Ihnen Grünen Tee mit Mango gekauft. Haben Sie mehr in der Richtung?“ Stephanie Jäde nickt, nimmt eine Dose mit Grapefruitgeschmack aus dem Regal und lässt die Kundin schnuppern. „Super, davon nehme ich 100 Gramm.“

Sie und ihr Mann seien passionierte Teetrinker, erzählt Stefanie Schiel. „Wir trinken schon zum Frühstück Tee, meistens Schwarzen. Ich mag sonst am liebsten Grünen Tee, mein Mann mag es lieber exotisch.“ Den alteingesessenen Teeladen habe ihr Gatte entdeckt. „Er fragte damals nach reinem Ingwer-Tee – und es gab ihn. Seither kommen wir öfter.“

Zumal, seit sie von Stephanie Jäde erfahren hat, dass Grüner Tee am besten bei etwa 80 Grad aufgebrüht wird. „Höchstens zwei, drei Minuten ziehen lassen. Sonst schmeckt er bitter“, rät die Verkäuferin. „Und nicht aus Plastiktassen trinken, aus Porzellan oder Glas schmeckt es einfach besser.“

Harald Maiers (33) von „Tee Gschwendner“ in Lübeck hat 300 Sorten Tee im Angebot, fünf davon Ostfriesentee. „Als Blattmischung oder Broken, das ist etwas würziger – wie hätten Sie es gerne?“ In seiner Probierstube eine Treppe höher können Kunden testen, was ihnen schmeckt. „Am besten gehen Ingwer-Zitrone und Früchte-Rooibos, aber auch klassische Schwarze und Grüne Tees.“

So oder so: Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, liegt mit Tee nicht falsch, weiß Marcus Niendorf (53) von der Löwen-Apotheke in der Lübecker Altstadt. „Besonders Grüner Tee ist gesund, er enthält viele Antioxidantien. Das hilft gegen schädliche Umwelteinflüsse.“

Im „Wiener Caféhaus“ bestellen Jung und Alt gleichermaßen gerne die verschiedenen Teesorten auf der Karte, hat Kellner Salim Celik (43) festgestellt. „Am liebsten unsere Lübecker Altstadtsinfonie“.

Friesentee werde kaum verlangt.

Im türkischen Restaurant „Ali Baba“ bestellen die Gäste dagegen gerne den türkischen Cay-Tee. „Ich würze ihn mit Nelken“, verrät die Inhaberin des Lokals, Gülname Ocak (49). Besonders zum Dessert sei der in den traditionell geschwungenen Gläsern servierte Schwarze Tee, der am Ufer des Schwarzen Meeres angebaut wird, beliebt. „Wenn der Ostfriesentee wirklich Weltkulturerbe wird, könnte man ihn ja in die Karte aufnehmen“, überlegt Sohn Ufuk Ocak (31). „Wir haben schließlich auch indischen Tee.“

Im „Colestreet“ denkt man ebenfalls darüber nach. Hannah (19) hat dort gerade einen Ingwertee bestellt. Zu Hause aber trinkt sie meist Ostfriesentee. „Mit meiner Mama“, erzählt die Abiturientin. „Die kennt das noch von ihrem Opa. Der war nämlich Ostfriese.“

Die ostfriesische Teezeremonie

Das Land Niedersachsen hat die ostfriesische Tee-Zeremonie jetzt als Weltkulturerbe angemeldet. Im Herbst werde die Kultusministerkonferenz über eine Bewerbung bei der Unesco entscheiden, informiert Imke Wemken von der Ostfriesland Tourismus GmbH. Zur Teezeremonie gehören „Kluntjes“ (Kandiszucker) und Sahne, die auf den Tee gelegt wird, ohne umzurühren. „Drei Tassen Tee sind Ostfriesenrecht“, so Imke Wemken.

 Marcus Stöcklin

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