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Wieder Ärger um Schul-Materialien gegen Homophobie

Kiel Wieder Ärger um Schul-Materialien gegen Homophobie

Opposition: Obwohl Methodenschatz für Grundschulkinder nicht geeignet war, bezahlte Ministerium die Leistung in voller Höhe.

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Kiel. Der vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) erarbeitete Methodenschatz „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“ für Grundschulkinder sorgt in Kiel weiter für Wirbel. Obwohl das Dokument trotz Nachbesserung vom Sozialministerium als ungeeignet für den Schulunterricht eingestuft worden war, soll der LSVD Schleswig-Holstein die Gebühr in voller Höhe erhalten haben, kritisieren CDU und FDP.

Zur Erinnerung: Das Dokument hatte 2015 für Kritik und Verwirrung gesorgt. Die Arbeitsmaterialien, die sich an Grundschulkinder richten, sollten innerhalb von Diktaten, Arbeitsanweisungen, Liedern und Lückentexten die Normalität vielfältiger sexueller Identitäten und Familien in den Fokus stellen. Die Verfasser hatten es allerdings stellenweise zu gut gemeint. In einem Diktat über die Verschiedenheit von Familien ist zum Beispiel davon die Rede, dass es „hin und wieder einen Papa und eine Mama gibt“. Eine Überarbeitung durch den LSVD verbesserte das Papier offenbar nur unerheblich.

„In dem Vertrag mit dem LSVD ist ausdrücklich vereinbart, dass Entgelte minimiert werden können, wenn die Arbeitsergebnisse Mängel aufweisen. Davon hat die Ministerin aber keinen Gebrauch gemacht“, kritisiert CDU-Bildungspolitiker Volker Dornquast. Ingesamt geht es um 50 000 Euro, die dem LSVD trotz der beanstandeten Mängel in dem Methodenschatz ausgezahlt worden seien. Eine Antwort, warum von den vertraglich vereinbarten Abzügen kein Gebrauch gemacht wurde, sei Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) bisher schuldig geblieben.

Die Fraktion habe durch parlamentarische Anfragen bereits versucht, mehr Licht ins Dunkel zu bringen, sagt auch die FDP-Abgeordnete Anita Klahn. Aber das Sozialministerium mauere. „In der Gesamtbetrachtung wird man leider den faden Beigeschmack nicht los, dass es SPD und Grünen weniger um die Sache ging, sondern mehr darum, ihnen nahestehenden Interessengruppen Projektmittel zuzuleiten“, bemängelt Klahn.

Das Ministerium weist das zurück. Es treffe zwar zu, dass die fraglichen Materialien „in der vorliegenden Form nicht direkt geeignet waren“, die Leistung durch den LSVD aber dennoch erfüllt worden sei. Bei der Gestaltung des Heimat-, Welt- und Sachkundeunterrichts an den Grundschulen im Land würden die Dokumente nämlich durchaus „einbezogen“, so Sprecher Christian Kohl. In welcher Form die Materialien Einzug in den Schulunterricht halten werden, ist zwar noch unklar. Man werde aber kein Geld vom LSVD zurückfordern. Die insgesamt vertraglich vereinbarten 50 000 Euro seien zudem nicht nur für den Methodenschatz, sondern zur Erstellung eines „umfassenden Aktionsplans gegen Homophobie“ gezahlt worden. Dazu gehörten auch Aktionen, Workshops und Veranstaltungen gegen Schwulenfeindlichkeit.

Dornquast hält dennoch an seiner Kritik fest. Zumindest für den Methodenschatz hätte das Entgelt reduziert werden müssen. Ein Werkvertrag verlange, dass eine bestellte Leistung auch in der geforderten Qualität erbracht werde. Aus Sicht von Dornquast habe die Regierungskoalition schon bei der Auswahl des Auftragnehmers „grob fahrlässig“ gehandelt: „Man kann die Erarbeitung objektiver Unterrichtsmaterialien nicht an einen Interessenverband geben. Das geht nicht.“ Oliver Vogt

LN

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