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Norddeutschland Wintereinbruch: Viele Unfälle - Blitzeis legt IC lahm
Nachrichten Norddeutschland Wintereinbruch: Viele Unfälle - Blitzeis legt IC lahm
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18:08 04.01.2016
Fahrzeuge fahren am 04.01.2016 über eine Schnellstraße in Hannover (Niedersachsen). Bei Minus 4 Grad Celsius sind die Straßen teilweise gefroren.  Quelle: dpa
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Norden/Bremen

Schnee und Glatteis haben die Straßen in weiten Teilen Niedersachsens in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Von dem plötzlichen Wintereinbruch mit Eisregen war besonders Ostfriesland betroffen. In Norddeich mussten Hunderte Bahnreisende in einem lahmgelegten Intercity beziehungsweise auf Feldbetten in der Halle der Reederei Frisia übernachten. Die Gestrandeten wurden von Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit heißen Getränken und Essen versorgt. Der Berliner Lokalpolitiker Thorsten Schatz, der auch im Zug festsaß, sagte: „Das DRK hat Decken verteilt und sich sehr rührend um die Älteren und gesundheitlich Angeschlagenen gekümmert.“

Wegen der spiegelglatten Straßen waren nach Bahnangaben keine Bus- oder Taxiunternehmen in der Lage, die Passagiere aus Norddeich abzuholen. Manche Fahrgäste kritisierten allerdings die schlechte Informationspolitik der Bahn. Der Zug kam am Montagnachmittag mit fast 24-stündiger Verspätung in Köln an. Auch ein weiterer IC von Köln nach Emden blieb am Sonntag liegen, konnte aber geräumt werden.

Spiegelglatte Straßen wurden zudem vielen Autofahrern zum Verhängnis. Am Sonntag kam es in Niedersachsen und Bremen binnen 24 Stunden zu mehr als 300 Unfällen. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete am Montag in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt. „Es hätte noch schlimmer kommen können“, sagte ein Sprecher. Weil der Wintereinbruch auf einen Sonntag fiel, waren deutlich weniger Menschen mit dem Auto unterwegs als an Werktagen. In Bremen meldete die Polizei für das gesamte Stadtgebiet 97 Unfälle. „Mittlerweile haben sich die Autofahrer auf das Wetter gut eingestellt“ sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Etwa 300 Flüchtlinge wurden in Bremen in der Nacht zum Montag wegen der frostigen Temperaturen und des starken Schneefalls von Zelten in ein Schulgebäude verlegt. Die Trinkwasserleitung sei eingefroren und damit auch die Sanitärwasserversorgung ausgefallen, begründete dies am Montag der Sprecher der Bremer Sozialsenatorin. Auch habe es Probleme mit der Heizung gegeben. Am Montagabend mussten weitere 450 Menschen einen Standort mit Flüchtingszelten verlassen. Auch hier waren die Trinkwasserleitungen eingefroren.

Auch auf der Autobahn 1 zwischen dem Ahlhorner Dreieck und Holdorf war die Autobahnpolizei am Sonntag im Dauereinsatz. Hier rückten die Beamten zu 21 Unfällen aus, dabei wurden mindestens zwei Menschen leicht verletzt. Allein hier liegt der entstandene Gesamtschaden bei über 100 000 Euro.

Bei einem Glätte-Unfall in Peine wurden fünf Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein 19-Jähriger sei am späten Sonntagabend mit seinem Auto für das winterliche Wetter zu schnell unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Dadurch sei das Auto ins Schlingern geraten und auf der Gegenfahrbahn in ein anderes Fahrzeug gekracht. Die meisten Unfälle in der Region Hannover gingen dagegen glimpflich aus. „Es gab überwiegend Blechschäden“, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover. In der Region Braunschweig herrschten der Polizei zufolge klirrende Temperaturen, aber die Straßen waren in der Regel gut gestreut.

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