Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland „Wir sind alle geschockt und aufgebracht“
Nachrichten Norddeutschland „Wir sind alle geschockt und aufgebracht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 22.03.2016
„Die Atmosphäre war sehr emotional, die Smartphones piepten, jeder Abgeordnete wurde informiert.“Ulrike Rodust, SPD-Europaabgeordnete

Mehrere Schleswig-Holsteiner waren in nächster Nähe, als gestern morgen die Attentate in Brüssel verübt wurden. „Um 7.40 Uhr bin ich zu Fuß an der Metrostation Maelbeek vorbeigegangen, sie liegt nur 100 Meter von meiner Wohnung in der Rue Joseph II. entfernt“, erzählte der CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge aus Hasenmoor (Kreis Segeberg). „Ich war deshalb so früh, weil ich um 8 Uhr ein Vorbereitungstreffen zur Sitzung des Wirtschafts- und Haushaltsausschusses hatte. Ich brauche zu Fuß nur knappe 15 Minuten.“ Eine Stunde später explodierte die Bombe in der Metrostation — da saß Böge schon in der Besprechung, als sein Sohn ihn per SMS über die Anschläge informierte. Gegen Mittag, beim Telefonat mit den LN, hörte Böge in seinem Büro die Sirenen von Polizei und Krankenwagen, der Himmel war voller Hubschrauber. „Jetzt ist der Terror mitten im Herzen der Europäischen Hauptstadt angekommen. Brüssel ist ins Mark getroffen“, sagte er und sprach von einem „mulmigen Gefühl“, das er habe. „Natürlich fröstelt man, wenn so etwas passiert. Aber wir dürfen uns nicht dem Druck beugen, dann hätten die Terroristen ja gewonnen.“

„Brüssel, die europäische Hauptstadt, ist ins Mark getroffen. Das ist schon ein mulmiges Gefühl.“Reimer Böge, CDU-Europaabgeordneter

Auch die SPD-Abgeordnete Ulrike Rodust saß um 9 Uhr morgens schon im Fischereiausschuss des EU-Parlaments. „Die Atmosphäre war sehr emotional, die Smartphones piepten unablässig, jeder Abgeordnete wurde informiert“, berichtete sie. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihre Angehörigen und Freunden.“ Rodust verschickte auch gleich SMS an ihre Familie in Schleswig-Holstein, die nach den ersten Meldungen beunruhigt war. „Mir persönlich und meinen Mitarbeitern geht es gut. Wir hatten schon vor der Explosion das Europäische Parlament erreicht. Es finden hier Sitzungen statt, und das finde ich auch wichtig als Zeichen, dass wir uns von den Terroristen nicht von unserer Arbeit abhalten lassen. Aber natürlich sind wir alle sehr geschockt und aufgebracht“, sagte sie.

Die Stadt wirke wie erstarrt, sagte Ulrike Trebesius von der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Während der Morgen durch Sirenen und Rotorlärm von Hubschraubern bestimmt wurde, sei nachmittags „eine nahezu gespenstische Stille eingekehrt“.

„Wir haben alle Glück gehabt“, erklärte Thorsten Augustin, Schleswig-Holsteins Leiter des Hanse Office in Brüssel in der Avenue Palmerston. Die Metrostation Maelbeek nutzen auch viele Mitarbeiter des Büros. „Wir haben gleich nach der Meldung über die Explosion alle gebeten, im Haus zu bleiben“, sagte er. Wegen der Urlaubszeit waren gestern nur neun von 16 Mitarbeitern da. „Mittwoch und Donnerstag wird das Hanse Office wegen der unübersichtlichen Sicherheitslage geschlossen bleiben, die Mitarbeiter können von zu Hause aus arbeiten“, so Augustin, der den Krisenstab gestern aus der Landesvertretung in Berlin leitete, wo er dienstliche Termine hatte. „Diese Bedrohungslage hatten wir in Brüssel bisher nicht. Das ist für uns alle ein Schock.“

Von Christian Risch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein kleiner Elefant hat am Dienstag im Hamburger Tierpark Hagenbeck offiziell seinen Namen „Kanja“ erhalten. Für die Taufpaten und die Pfleger war es aber richtig schwierig, an den zweimonatigen Bullen heranzukommen. Entweder versteckte er sich hinter seinen großen Verwandten oder tollte mit seiner Halbschwester „Anjuli“ herum.

22.03.2016

Guten Morgen, liebe Newsletter-Leser! Das Wetter wird heute zwar ungemütlich feucht bei einstelligen Temperaturen, dafür warten auch heute wieder viele spannende Themen auf Sie. Unter anderem geht es heute um die Zukunft des Grünflächenamtes in Lübeck, um eine Sanierung in luftiger Höhe in Mölln und einen kleinen Elefanten in Hamburg, der einen Namen bekommt.

22.03.2016

180 Reisende hängen auf Lanzarote fest. Ihr Flug hebt mit über 24 Stunden Verspätung ab. Grund dafür waren laut der Fluggesellschaft unter anderem ein Lotsenstreik in Frankreich sowie eine plötzliche Erkrankung eines Mitglieds der Flugzeugcrew.

22.03.2016
Anzeige