Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland „Wir wollen so werden wie Angelique“
Nachrichten Norddeutschland „Wir wollen so werden wie Angelique“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 07.02.2016
Cynthia (15) gibt beim Training alles. Sie möchte wie ihr Vorbild Angelique Kerber in Zukunft auch bei längeren Ballwechseln bestehen können. Quelle: Fotos: Felix König (2), Dpa

Cynthia schlägt den Tennisball kraftvoll über das Netz, ihre Trainingspartnerin Jana feuert die gelbe Filzkugel noch schneller wieder zurück. Die Mädchen geben alles und versuchen, jeden Ball zu bekommen. Der Sieg von Angelique Kerber bei den Australian Open hat ihnen zusätzliche Motivation für ihre Trainingsstunde gegeben.

Die Kielerin ist mit ihrem überraschenden Grand-Slam-Erfolg vor einer Woche zu einem Vorbild geworden, dem die jungen Spielerinnen in der Region nacheifern — zum Beispiel in Sachen Ausdauer.

„Angelique konnte im Finale damit punkten, dass sie alle Bälle bekommen hat“, sagt Cynthia. „Das ist ein Punkt, an dem ich selbst noch arbeiten muss. Bei längeren Ballwechseln mache ich oft schlapp.“

In Zukunft soll sich das ändern. Mindestens zweimal pro Woche trainieren die Mädchen dafür beim Schwartauer Tennisverein mit ihrem Trainer Patrick Haake, zusätzlich absolvieren sie eine Konditionseinheit. Und sie können schon einige Erfolge vorweisen: Im Sommer gewannen sie alle ihre Punktspiele, qualifizierten sich damit für die Landesmeisterschaften und belegten dort Platz drei bei den Juniorinnen. Doch das reicht ihnen jetzt nicht mehr. „Ich möchte mehr Erfolg bei Turnieren haben und da auch mal etwas gewinnen“, sagt Cynthia. Auch ihre Mitspielerin Shirin will bei mehr Turnieren an den Start gehen. „Angeliques Sieg hat mir Mut gemacht“, sagt die 15-Jährige. „Ich habe dadurch gesehen, was man alles schaffen kann. Ich möchte jetzt auch unbedingt noch besser werden und mehr Spiele gewinnen.“

Jana hat vor allem die Willenskraft der Schleswig-Holsteinerin beeindruckt. „Sie hat so viele Bälle bekommen, bei denen ich schon dachte, das wird nichts mehr“, sagt die 16-Jährige. „Und sie hat das Spiel gewonnen, obwohl sie von der Setzliste schlechter eingestuft war.“ Das habe sie motiviert. „Ich werde jetzt auf jeden Fall auch selbstbewusster gegen stärkere Gegner sein und an mich glauben.“

Bisher habe sie häufig gedacht, dass sie solche Spiele sowieso nicht gewinnen könne.

„Na klar würde ich gern mal so werden wie Angelique“, sagt auch Lotta. Die Zwölfjährige ist vor allem von der Coolness der Schleswig-Holsteinerin beeindruckt. Sie selbst werde bei ihren Spielen oft nervös, wenn es in die entscheidende Phase gehe. „Dann spiele ich nicht nur gegen meine Gegnerin, sondern auch gegen mich selbst“, sagt die Bad Schwartauerin, die schon seit ihrem vierten Lebensjahr regelmäßig auf dem Tennisplatz steht. „Angelique ist für mich ein Vorbild. Sie hat einfach unbeeindruckt weitergespielt, das möchte ich bei meinen nächsten Spielen auch schaffen.“

Zusammen mit ihrer Mutter hat Lotta das Finale verfolgt, auch Cynthia saß mit ihrer Familie gebannt vor dem Fernseher. „Ich habe Tränen geweint, als sie gewonnen hat, weil es mich so gefreut hat“, sagt die 15-Jährige. Ihr Trainer Patrick Haake konnte das Match dagegen nicht so intensiv verfolgen, weil er zu dem Zeitpunkt selbst auf dem Tennisplatz stand und Unterricht geben musste. Dabei warf er allerdings immer mal wieder einen Blick auf sein Handy. „Den Matchball habe ich natürlich live gesehen“, sagt der 30-Jährige. Für die ganze Region sei der Erfolg von Angelique Kerber spitzenmäßig.

„Dadurch wird es bestimmt einen kleinen Tennisboom geben“, sagt er. „Ich hoffe, dass viele Eltern das Spiel geschaut haben und ihre Kinder nun zum Tennis schicken.“

Haake freut sich vor allem, dass der Fokus jetzt endlich mal auf dem Damentennis liegt. „Das ist wichtig, denn es ist generell schwieriger, Frauen für den Sport zu motivieren“, sagt er. Bei Turnieren gibt es oft viele Anmeldungen für die Herren-Konkurrenzen, bei den Damen sind die Meldelisten dagegen in der Regel überschaubar. Haake: „Es wäre schön, wenn sich das jetzt ändert.“

Janina Dietrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Landauf, landab schließen Fleischereien. Die Landschlachterei von Christoph Draheim in Bujendorf ist eines der wenigen Geschäfte, das sich erfolgreich gegen den Trend stemmt. Aber mit seinem Berufsleben wird wohl die Familien-Tradition enden.

07.02.2016

Die Kadaver von zehn gestrandeten Pottwalen sind geborgen. Für einige Skelette der großen Meeressäuger gibt es schon Interessenten.

06.02.2016

Eigentlich wollte die dänische Regierung erreichen, dass bereits Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) die Pässe der Passagiere in grenzüberschreitenden Zügen ins nördliche Nachbarland kontrollieren.

05.02.2016
Anzeige