Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Wird der Hamburger Fernsehturm wieder geöffnet?
Nachrichten Norddeutschland Wird der Hamburger Fernsehturm wieder geöffnet?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:38 25.07.2016
Anzeige
Hamburg

Er ist mit 279 Metern das höchste Bauwerk Hamburgs und bietet einen imposanten Blick über die Dächer der Hansestadt: Genießen konnte diese Aussicht vom Hamburger Fernsehturm allerdings schon lange niemand mehr. Vor 15 Jahren wurde der Heinrich-Hertz-Turm, wie das Wahrzeichen offiziell heißt, wegen Asbestbelastung geschlossen. Eine Sanierung folgte, neue Mieter fand die Eigentümergesellschaft Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) allerdings nicht. Das könnte sich nun ändern: Die Stadt Hamburg, die Telekomtochter DFMG und die Stiftung „Fernsehturm – Hamburg aufwärts“ befinden sich in Gesprächen über eine Wiedereröffnung.

Im Jahr 1968 wurde das höchste Bauwerk der Stadt Hamburg für rund 57 Millionen D-Mark fertig gestellt. Quelle: Fotolia

„Jetzt oder nie. Wir kämpfen jeden Tag für eine Wiedereröffnung – im Jahr 2018 soll es so weit sein.“ Heinfried Strauch, Stiftungsvorstand

„Ja, es stimmt. Es gibt Gespräche. Allerdings kommentieren wir sie nicht weiter“, sagt DFMG-Sprecherin Stefanie Halle, „wer will, dass wirklich etwas passiert, sollte nicht zu viel darüber reden.“

Ideen für eine Wiedereröffnung des Turms hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. 2011 wollte der Architekt Christian Bay-Jørgensen das Wahrzeichen als Hotel umfunktionieren. Drei Jahre später wollte dann die Stiftung den Turm pachten, eine entsprechende Absichtserklärung wurde von der DFMG aber widerrufen. Die erneuten Gespräche stimmen die Stiftung nun positiv: „Jetzt oder nie“, sagt Vorstand Heinfried Strauch, „wenn wir eine gemeinsame Lösung mit der Stadt, der Stiftung und der DFMG finden, um das Ganze zu stemmen, dann hat das Projekt eine riesige Perspektive.“ Man verfahre im Ampelprinzip, die Gespräche seien derzeit in der Gelb-Phase. Denkbar ist zum einen, dass in 279 Metern Höhe ein Restaurant etabliert wird. Das allerdings hält die Stiftung für wirtschaftlichen Unsinn, da der Standort in St. Pauli weitaus weniger frequentiert sei als beispielsweise der Berliner Alexanderplatz, auf dem ebenfalls ein Funkturm steht.

„Schöner wäre, wenn wir den Turm bespielen können“, so Strauch, „es muss ein Erlebnis für die Besucher werden.“ Spätestens zu seinem 60. Geburtstag im Oktober 2018 will er die Wiedereröffnung feiern.

Doch ob es wirklich soweit kommt, steht noch in den Sternen. Denn bei der Stadt herrscht Zurückhaltung. „Wir befinden uns im Gespräch mit der DFMG. Einen Zeitplan gibt es aber nicht“, sagte Senatssprecher Jörg Schmoll. Auch wer die Sanierungskosten von rund 25 Millionen Euro trägt, ist bisher nicht entschieden.

Bei der Hamburg Tourismus GmbH würde man eine Wiederbelebung begrüßen. „Mit dem Rundumblick aus luftiger Höhe auf die Dächer der Stadt, auf Alster und Elbe, hätte der Fernsehturm alle Chancen, zu einer Attraktion für seine Gäste zu werden“, sagt Geschäftsführer Michael Otremba. Damit der Turm aber in der Stadt wahrgenommen werde, müsse die neue Location mehr sein als eine Aussichtsplattform mit Kuchenbuffet. „Eine eigene Erlebniswelt, die die Menschen emotional begeistert, hätte eine große Strahlkraft“, so Otremba.

Maike Wegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

. Im Hamburger Prozess um einen angeblichen Millionenbetrug bei der Abrechnung von Röntgenkontrastmitteln hat die Staatsanwaltschaft gestern lange Haftstrafen gefordert.

25.07.2016

Bei einem Brand in der psychiatrischen Abteilung des Diakonissenkrankenhauses Flensburg sind am Freitag vier Menschen leicht verletzt worden.

22.07.2016

Die Aufnahme einer Gottes- und Demutsformel in die Landesverfassung ist an einer fehlenden Stimme gescheitert. 45 der 69 Abgeordneten in Kiel stimmten am Freitag dafür, 46 hätten es für eine Zweidrittelmehrheit sein müssen.

22.07.2016
Anzeige