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Norddeutschland Wismar: Den Schweden auf der Spur
Nachrichten Norddeutschland Wismar: Den Schweden auf der Spur
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18:12 01.07.2017
Schöne Erinnerung: Amelie (12) fotografiert ihre Großeltern Erika (66) und Alfred Funk (70) vor der Wasserkunst. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Wismar

Klar, Lübeck war die Königin der Hanse. Aber auch Wismar hat Großartiges zu bieten. Einst eine wohlhabende Stadt, gehörte sie später eineinhalb Jahrhunderte zu Schweden. Das hat Spuren hinterlassen.

LN-Serie stellt Reiseziele im Norden vor. Leser können die Orte mitbestimmen. Heute: Wismar.

11 Uhr: Welterbe-Haus. Direkt neben der Tourismuszentrale liegt das Welterbe-Haus, das einen guten Einstieg für ein erstes Kennenlernen der Stadt bietet. Das typische Kaufmannshaus aus der Hansezeit (um 1350 erbaut) informiert nicht nur interaktiv über die Geschichte der Hansestadt und über den Grundgedanken des Unesco-Welterbe-Programms, sondern überrascht auch mit dem sogenannten Tapetenzimmer. Auf 64 Quadratmetern Wandfläche sind farbenprächtige wertvolle französische Bilddrucke zu sehen.

12 Uhr: St.-Georgen-Kirche. Das imposante Gotteshaus, in dem auch Theaterstücke aufgeführt werden, lockt uns vor allem mit seiner Aussichtsplattform. Mit einem gläsernen Fahrstuhl geht es flott hinauf. Aus 35 Metern Höhe gewinnt man einen schönen Überblick über die Stadt und den Alten Hafen. Auch die St.-Nicolai-Kirche, die zweite der drei großen Hauptkirchen Wismars, ist zu sehen.

13 Uhr: Marienkirchturm. Hier sparen wir uns den Aufstieg über die 330 Stufen bis zur Aussichtsstelle in 63 Metern Höhe. Wir sehen uns lieber den zwölfminütigen Film über die Kirchenbaustelle im Mittelalter an. Eine 3-D-Produktion, die eindrucksvoll zeigt, wie vor Jahrhunderten die Marienkirche entstand. Heute steht nur noch der Turm, der früher auch als Seezeichen diente. Denn nach schweren Bombenschäden im Jahr 1945 wurde die Ruine nicht gesichert und 1960 schließlich gesprengt. Die Dimensionen des Gotteshauses sind aber noch sichtbar – die Grundmauern der dreischiffigen Basilika stehen noch.

14 Uhr: Marktplatz. Er gehört mit 10000 Quadratmeter Fläche zu den größten in Norddeutschland. Wer eine Pause braucht, kann den Stadtkern in einem der Cafés und Restaurants erst einmal auf sich wirken lassen. An der Nordseite steht das strahlend weiße Rathaus, gegenüber die Wasserkunst, das ehemalige Brunnenhaus, von dem aus die Stadt mit frischem Wasser versorgt wurde. Noch heute ist die Wasserkunst ein Ort zum Erfrischen: Anja Riehm aus Ludwigshafen hält die Beinchen ihrer acht Monate alten Tochter Johanna unter die Wasserspeier Nix und Nixe. Auch der „Alte Schwede“ ist am Marktplatz zu finden, ein Traditionsrestaurant, in dem 1993 bereits Schwedens Königspaar Silvia und Carl Gustav zu Gast war. Am Markt starten auch die Busse zu ihren meist einstündigen Stadtrundfahrten.

15.30 Uhr: Krämerstraße. Wir schlendern die weitläufige Fußgängerzone hinunter, in der schon in früheren Jahren gefeilscht und gehandelt wurde. Vor einem großen ockerfarbenen Eckhaus spielt ein Musiker Klavier. Hier steht das Stammhaus der Karstadt AG. 1881 eröffnete Rudolph Karstadt hier sein erstes Tuch-, Manufaktur- und Konfektionsgeschäft. Seitdem hat sich einiges verändert – doch eine Rolltreppe sucht man bis heute vergebens. Eine Stahltreppe verbindet die vier Etagen des Geschäftshauses miteinander.

16 Uhr: Baumhaus. Seinen Namen verdankt das schicke quadratische Gebäude dem früher hier gewesenen Schlagbaum. Der „Baum“, das war ein schwimmendes Langholz, das die Hafeneinfahrt sicherte.

Vor dem Haus stehen zwei Schwedenköpfe, die etwas grimmig dreinblicken. Sie markierten früher die Einfahrt zum Hafen und erinnern heute daran, dass Wismar von 1648 bis 1803 zum schwedischen Königreich gehörte. Damals wurde die Stadt zu einer der größten Seefestungen Nordeuropas ausgebaut.

16.30 Uhr: Alter Hafen. Von hier starten die Hafenrundfahrten, auch das Museumsschiff Poeler Kogge „Wissemara“ macht hier fest. Wir gehen an der Kaikante entlang, das Wassertor vor uns fest im Blick. Es ist das letzte von fünf Stadttoren, die in die Stadtmauer eingebaut waren. Für die Heimfahrt empfiehlt es sich, noch ein Fischbrötchen zu kaufen. Das sollte schnell gegessen werden, denn die imposanten Silbermöwen sind ebenfalls hungrig und greifen gern zu, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Was man noch wissen sollte . . .

Wismar liegt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns und ist Kreisstadt des Landkreises Nordwestmecklenburg. Die Stadt hat 44000 Einwohner. Wirtschaftlich bedeutend ist der Tourismus, aber auch die Hafen- und Schiffswirtschaft.

Die Stadt war Mitglied des Hansebundes. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Wismar 1648 unter die bis 1803 dauernde schwedische Herrschaft. Im Jahr 2002 wurden die Altstadt in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen.

Museen: Das WelterbeHaus (Lübsche Straße 23a) ist in den Sommermonaten von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Im PhanTechnikum (Zum Festplatz 3) wird TechnikGeschichte zu Luft, zu Wasser und rund um das Element Feuer anschaulich präsentiert (im Juli und August täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt acht, Kinder fünf Euro).

Stadtführungen werden täglich um 10.30 Uhr angeboten, sie starten bei der Tourist-Information (Lübsche Straße 23a). Der Preis: sieben Euro, Kinder ab sechs Jahren zahlen fünf Euro. Auch Rundfahrten mit dem Bus sind möglich (Startpunkt am Marktplatz).

Hafenrundfahrten: Hinaus auf die Wismarbucht in Richtung der Insel Poel fahren die Adler-Schiffe alle halbe Stunde (Preis für einen Erwachsenen 13 Euro). Auch dreistündige Segeltörns mit der Poeler Kogge „Wissemara“ sind möglich (Preis 23 Euro).

Internet: www.wismar-tourist.de

Entfernung: Knapp eine Stunde dauert die Autofahrt von Lübeck über die A 20 nach Wismar (rund 70 Kilometer). Mit der Bahn (über Bad Kleinen) sind mindestens eineinhalb Stunden einzuplanen.

Planen Sie mit!

In der neuen LN-Serie „Tagestour nach . . .“ stellen wir attraktive Reiseziele in Norddeutschland vor. Dort sprechen wir mit Menschen, die Wissenswertes berichten können. Und das Beste: Sie dürfen mitbestimmen, wohin unsere Reporter fahren. Das Ziel sollte aus dem Raum Lübeck in maximal zwei Stunden Fahrt erreichbar sein. Abgestimmt wird unter www.ln-online.de/reiseserie. Unter allen Teilnehmern verlosen wir den Fatboy Lamzac, einen aufblasbaren Sitz. Der Gewinner der Fitnessuhr ist Matthias Büchler aus Ratzeburg.

Julia Paulat

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