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Norddeutschland Wohnungseinbrüche: In fast jedem zweiten Fall bleibt es beim Versuch
Nachrichten Norddeutschland Wohnungseinbrüche: In fast jedem zweiten Fall bleibt es beim Versuch
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09:22 03.11.2018
Die Polizei in Schleswig-Holstein verzeichnete im vergangenen Jahr 5403 Einbrüche. In 2481 Fällen blieb es beim Versuch. Quelle: Daniel Maurer/dpa/Symbolfoto
Kiel/Lübeck

In Schleswig-Holstein schlägt fast jeder zweite Einbruch fehl. „Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass viele Schleswig-Holsteiner ihr Zuhause aktiv und besser schützen“, meint Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). Das Land hatte in diesem Jahr erneut insgesamt eine Million Euro für den Einbruchschutz bereitgestellt. Mehr als 900 Anträge konnten bedient werden.

„Im Kampf gegen Einbrecher ist ein aktiver Schutz des eigenen Hauses und der eigenen Wohnung ein unverzichtbarer Bestandteil“, so Grote. Das Förderprogramm des Landes unterstützte beispielsweise den Einbau und die Nachrüstung von Fenster- und Terrassentürelementen. Auch die Installation von Alarmanlagen und Bewegungsmeldern wurde gefördert.

Fonds im Hamburger Umland begehrt

Besonders groß war die Nachfrage im Hamburger Umland. 166 Anträge kamen aus dem Kreis Segeberg, 150 aus dem Kreis Pinneberg und 100 aus Stormarn. Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde sei die Nachfrage mit 108 Anträgen überdurchschnittlich hoch gewesen, teilte das Innenministerium mit. Auch in den Städten wurde nachgerüstet.

In Kiel wurden 70 Maßnahmen gefördert, in Lübeck waren es 46, in Neumünster 38. Nach Einschätzung der Investitionsbank Schleswig-Holstein werden vor allem Türen und Fenster besser gegen Einbrecher gesichert, an zweiter Stelle liegt die Installation von Alarmanlagen.

Arbeit der Polizei trägt Früchte

Insgesamt geht die Zahl der Einbrüche zurück. Wurde 2015 noch 8456 Taten registriert, so waren es im vergangenen Jahr 5403. Bei 2481 Fällen davon blieb es bei einem Einbruchsversuch (45,9 Prozent). „Die intensiven Anstrengungen der Polizei haben auch in diesem Jahr zu einem Rückgang geführt“, sagt Grote. So liegt die Gesamtzahl der Einbrüche bis Ende September unter den vergleichbaren Werten der vergangenen sechs Jahre. „Dies ist Ansporn für uns, die Anstrengungen in diesem Bereich auch in Zukunft hochzuhalten.“

Die Polizei rät

Um Einbrecher abzuhalten, sollten Signale vermieden werden, an denen erkennbar ist, dass eine Wohnung oder ein Haus unbewohnt ist. Also: keine Abwesenheitsnotiz auf dem Anrufbeantworter, keine Urlaubsfotos in sozialen Medien, warnt die Polizei. Statt dessen sollten Nachbarn gebeten werden, das Haus im Auge zu behalten, den Briefkasten zu leeren und zu wechselnden Zeiten Licht einzuschalten.

Allerdings war mit Ende des Sommers schon ein Anstieg der Wohnungseinbrüche festzustellen. Für den September nannte das Landespolizeiamt die Fallzahl von 300 Einbrüchen. Noch im Mai war die Zahl mit 235 Einbrüchen auf dem niedrigsten Stand der vergangenen Jahre gewesen. Erst am Donnerstagabend hatte die Polizei im Kieler Stadtteil Hassee einen versuchten Einbruch registriert. Die Bewohner einer Erdgeschosswohnung hatten die Täter aber überrascht und in die Flucht geschlagen. Bei der Fahndung war erneut auch ein Hubschrauber der Bundespolizei zum Einsatz gekommen. In diesem Fall ohne Erfolg. Die Polizei weist aber darauf hin, dass auch in Zukunft bei gleichartigen Einsätzen auf die Hubschrauber der Bundespolizei zurückgegriffen werden kann.

KfW fördert weiterhin Maßnahmen

Das Förderprogramm zum Einbruchschutz ist im derzeitigen Haushaltsentwurf der Landesregierung nicht vorgesehen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist aber auch weiterhin eine Förderung des Einbruchschutzes möglich.

Julia Paulat

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