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Norddeutschland Wohnungsnot bekämpfen: Jetzt ist harte Arbeit gefordert
Nachrichten Norddeutschland Wohnungsnot bekämpfen: Jetzt ist harte Arbeit gefordert
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12:08 15.04.2019
Zahlreiche Menschen protestieren gegen steigende Mieten Quelle: Roberto Pfeil/dpa
Lübeck

Die Angst vor der Wolfs-Rückkehr, zum hundersten Mal das Tempolimit, ein bisschen zu viel Stickoxid an einer Straße in Kiel: Manchmal schaffen es Themen die Gemüter zu erregen, die das Leben der meisten Menschen doch eher wenig bis gar nicht berühren. Eines aber, das viele Leben bis ins Mark erschüttern kann, war lange Jahre unterhalb des öffentlichen Empörungs-Radars: Die drohende und für manchen auch längst akukte Wohnungsnot.

Soziale Sprengkraft ist enorm

Viele Jahre lang wurde im Land zu wenig gebaut. Heute fehlen Wohnungen, für Familien allemal, und das nicht nur in den Städten. Ein knappes Gut wird zudem teuer: Die Mieten steigen. Selbst für Normalverdiener wird Wohnen in Normal-Lagen unerschwinglich. Mit anderen Worten: Das eigentlich Selbstverständliche in einer so wohlhabenden Gesellschaft wie der unseren gerät für viele ins Rutschen.

Die soziale Sprengkraft, die das birgt, ist enorm. Immerhin das hat die Politik in Bund und Land jetzt erkannt und die Debatte über die Bekämpfung der Wohnungsnot auf die Tagesordnung gesetzt. Gut so. Die populistischen Einwürfe bekannter Polit-Vereinfacher wie Grünen-Chef Robert Habeck und SPD-Vize Ralf Stegner darf man dabei getrost vergessen. Wer zig Milliarden Euro für Enteignungen ausgeben will, ohne damit eine einzige neue Wohnung zu bauen, hat den Ernst der Lage wirklich noch nicht begriffen.

Harte Arbeit und Kompromissbereitschaft sind gefordert

Stattdessen ist jetzt Kärrnerarbeit gefordert – und Kompromissbereitschaft. Mehr Wohnungen müssen her. Die Kommunalpolitiker in Städten und Gemeinden müssen dazu endlich mehr Bauland ausweisen - und das zu Preisen, die erschwinglich sind und nicht in erster Linie die Stadt- und Gemeindekassen auffüllen. Die Grünen im Land müssen begreifen, dass dafür auch etwas Natur weichen muss und es jetzt nicht die Zeit ist, über jeden „Flächenfraß“ zu lamentieren. Im Gegenzug müssen auch Konservative einsehen, dass Städte verdichtet und aufgestockt werden müssen - und dass sie dann auch neue, weniger Auto-lastige Verkehrskonzepte benötigen, um das Wohnen dort auch attraktiv zu machen.

Und schließlich sollten Sozialdemokraten und Grüne ihren Widerstand dagegen aufgeben, dass der Bau von Eigenheimen für junge Leute und Familien, ob in der Stadt oder auf dem Land, finanziell kräftig gefördert wird. Auch dadurch werden Mietwohungen für Menschen frei, die sich das Eigenheim nicht leisten können oder wollen.

Wohnungsbaugipfel müsste kommen

Das alles ruft nach einem echten, großen Wohnungsbau-Gipfel auf Landesebene. CDU-Ministerpräsident Daniel Günther wäre gut beraten, darüber nachzudenken. Das Thema jedenfalls ist viel zu wichtig, um es allein dem Streit zwischen Parteien und Verwaltungsebenen zu überlassen.

Mehr zum Thema lesen:

So sieht es auf dem Lübecker Wohnungsmarkt aus

Wohnungsnot im Norden: Wie die Politik das Problem lösen will

Wolfram Hammer

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