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Norddeutschland Zu viele Anfeindungen: Niedersachsen beruft Wolfsberater ab
Nachrichten Norddeutschland Zu viele Anfeindungen: Niedersachsen beruft Wolfsberater ab
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18:01 08.02.2019
Ein Europäischer Wolf (Canis lupus lupus) steht heulend in einem Gehege im Wisentgehege auf einem Baumstamm. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover/Kiel

Schwierige Zeiten für Wolfsberater: Das niedersächsische Umweltministerium hat den Wolfsberater im Landkreis Nienburg am Freitag abberufen, weil dieser sich von Unbekannten bedroht gefühlt hat. „Der Grund für diesen Schritt waren zunehmende persönliche Anfeindungen“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Hannover. „Eine weitere Tätigkeit war aus Fürsorgegründen nicht mehr zu verantworten.“ Der Mann habe darum gebeten, von seinem Ehrenamt entbunden zu werden.

Im Kreis Nienburg soll der Leitwolf des Rodewalder Rudels abgeschossen werden, der mehrere Rinder und Ponys gerissen hat. Jedoch soll zunächst eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg abgewartet werden. Dem Wolfsberater wurde nach eigenen Angaben in einer Mail unterstellt, persönlich für diese Entscheidung verantwortlich zu sein. „Der Fall zeigt deutlich, wie emotional der Wolf in Niedersachsen diskutiert wird“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). „Bei allem Verständnis für unterschiedliche Auffassungen in der Sache: Inzwischen werden Wolfsberater bei Ihrer Arbeit behindert, teilweise sogar bedroht.“ Das sei inakzeptabel und helfe niemandem – weder den betroffenen Nutztierhaltern, noch dem Artenschutz.

Ähnlicher Fall im Kreis Herzogtum Lauenburg

Einen ähnlichen Fall hatte es bereits 2015 im Kreis Herzogtum Lauenburg gegeben, wo ein Wolfsbetreuer massiv angefeindet worden sei, erinnert sich Jens Matzen, oberster Wolfsbetreuer des Landes Schleswig-Holstein. Danach habe man umstrukturiert, inzwischen sei nicht mehr der Kollege vor Ort erster Ansprechpartner. Alle Wolfsmeldungen laufen zunächst bei Matzen auf, der dann die Einsätze koordiniert. „Ich bin der erste Prellbock, der Filter“, sagte er. Da kriege man schon einiges zu hören – von Beschimpfungen bis hin zu Drohungen. „Das muss man wegstecken können“, meint Matzen. Schließlich seien die Nutztierhalter nach einem Riss emotional sehr betroffen.

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit etwa 70 ehrenamtliche Wolfsbetreuer. Sie erfassen Hinweise auf das Raubtier, beraten Nutztierhalter, wie sie ihre Herden vor Wölfen schützen können, und sind bei der Beurteilung von Tierverlusten dabei, bei denen der Wolf in Verdacht steht.

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Julia Paulat

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