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Norddeutschland Wundersame Seereise einer kleinen Kamera
Nachrichten Norddeutschland Wundersame Seereise einer kleinen Kamera
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10:21 29.11.2017
Dieser Junge ließ am englischen Strand seine Kamera laufen, dann wurde das Gerät fortgespült.
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Süderoog

Das Schöne an so einem Märchen ist ja, dass es am Ende eigentlich doch gut ausgeht, ganz gleich, was für schlimme Dinge auch passiert sein mögen. In gewissem Sinn also ungefähr wie Schalke gegen Dortmund, jedenfalls, wenn man für Schalke ist. Außerdem ist so ein Märchen auch deshalb so wunderbar, weil da unglaubliche Dinge geschehen. Aber manchmal macht die Wirklichkeit so einem Märchen auch mächtig Konkurrenz.

So fand jetzt ein Bewohner der Hallig Süderoog am Strand eine Kamera. Ja und?!, sagen da manche, das passiert schon mal. Diese Kamera aber funktionierte noch, vielleicht auch deshalb, weil sie wasserdicht war. In der Kamera war ein Chip, und als sie sich den auf Süderoog anschauten, sahen sie auf dem Video einen zehn- bis zwölfjährigen Jungen, der die Kamera auf einen Stein am Meer stellt und dann vor ihr herumspielt. Offenbar so vertieft, dass er die Kamera dabei völlig vergisst Dann kommt eine Welle, spült das Teil frech vom Stein hinunter und das Meer nimmt sie mit.

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, aber das wäre recht simpel und in dem Falle hätten wir sie wohl auch nicht erzählt. Die Leute von Süderoog aber forschten nach, und mit Hilfe der Computer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) fanden sie heraus, dass die Kamera an der Ostküste Nordenglands vom Meer verschluckt worden war. Mehr noch: Da man auf den Aufnahmen sehen konnte, dass sie vom 1. September stammen, weiß man nun dank der Strömungs- und Gezeiten-Daten sogar, dass die Kamera zunächst südöstlich Richtung Englischer Kanal trieb, dann in einer langen Kurve nach Nordosten bis auf die Höhe von Esbjerg und schließlich wieder nach Süden bis Süderoog – insgesamt gut 800 bis 900 Kilometer.

Inzwischen sucht man auf Facebook nach dem Jungen vom Strand. Auch mehrere Medien in England haben das Thema aufgegriffen. Bis jetzt hat man das Kerlchen zwar noch nicht gefunden, aber es scheint nur eine Frage der Zeit. Schließlich kann das Märchen so nicht zu Ende gehen.

nes

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