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Norddeutschland "XXL-Ostfriese" Tamme Hanken überraschend gestorben
Nachrichten Norddeutschland "XXL-Ostfriese" Tamme Hanken überraschend gestorben
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12:51 11.10.2016
Der XXL-Ostfriese Tamme Hanken ist überraschend an Herzversagen gestorben. Quelle: dpa
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Filsum/Köln

Tamme Hanken half Pferden, Hunden und zu Weihnachten sogar Rentieren auf die Sprünge. Wenn der wuchtige Tier-Experte im Karo-Hemd Hand an Tieren anlegte, befreite er sie von Schmerzen und machte Besitzer glücklich. Oft mit von der Partie: ein Film-Team, das seine Abenteuer für verschiedene Serien begleitete. Am Montag erlag der 56-Jährige völlig überraschend einem Herzversagen, wie die Filmproduktion Dreiwerk Entertainment in Köln mitteilte.

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um zahlreiche Eindrücke aus dem Leben von Tamme Hanken zu sehen.

Hanken war den Fernsehzuschauern seit 2008 im NDR-Fernsehen und auf Kabel eins durch verschiedene Formate als „XXL-Ostfriese“ und „Knochenbrecher on Tour“ bekannt. Wegen seiner lockeren Sprüche war er gerngesehener Gast in Talkshows. Hanken hinterlässt seine Ehefrau Carmen, mit der er einen Pferdehof im ostfriesischen Filsum in Niedersachsen betrieb. Aus ganz Deutschland und der Schweiz kamen Tierbesitzer und suchten Rat. Auf seinem Hof musste er oft unzählige Fotos mit seinen Fans machen - das sorgte bei der Zwei-Meter-Mann oft für „Muskelkater im Fressapparat“, wie er scherzte.

Reaktionen: "Ruhe in Frieden, Großer" - Trauer und Bestürzung nach dem Tod von Tamme Hanken

Witwe dankt Fans: "Jetzt kannst du den Engeln die Flügel einrenken"

Aus dem Archiv: Besuch 2010 auf dem Hof in der Lübecker Grapengießerstraße

Aus dem Archiv: Reportage und Video - Tamme Hanken 2012 in Ahrensbök

Aus dem Archiv: Tamme Hanken 2014 in der Lübecker MuK

Die LN-Community auf Facebook zeigt sich erschüttert:

Begeistert hat Hanke seine Zuschauer vor allem mit Gegensätzen. Trotz seiner 206 Zentimeter Körpergröße, rund 140 Kilogramm Gewicht und Händen so groß wie Bratpfannen war er in der Lage, mit seiner feinfühligen Art beispielsweise die Nerven von kleinen Hunden zu ertasten.

Tamme Hanken bescherte Kabel eins gute Einschaltquoten - oft auch am hart umkämpften Sonntagabend zur Primetime. In der Regel sahen zwischen 1,5 und 2 Millionen Zuschauer seine Sendung „Tamme Hanken: Der Knochenbrecher auf Tour“. Erst vor knapp einem Jahr verlängerte Kabel eins seinen Vertrag.

Hanken habe zunächst den Hof seiner Eltern in Filsum weiterführen wollen, heißt auf seiner Homepage. Dazu habe er sich zum Landwirt ausbilden lassen. Von seinem Großvater habe er die Heilkunst des traditionellen „ostfriesischen Knochenbrechens“ gelernt heißt es. Der Ostfriese beschrieb seine Fähigkeit einst so: „Wenn ich etwas anfasse, dann kommen Bilder. Ich scanne und ich fühle. Temperatur, Geruch. Gucken, Fühlen. Das ist die Kunst des Knochenbrechens.“

Weltweit waren die Fähigkeiten Hankens gefragt. Nach Angaben auf seiner Homepage war er dreiviertel des Jahres in aller Welt unterwegs. So ließ er etwa in den USA, Australien und der Mongolei humpelnde Pferde wieder galoppieren.

Bereits wenige Minuten nach Bekanntwerden der Nachricht reagierten Fans in sozialen Netzwerken mit Bestürzung auf den Tod des „norddeutschen Originals“. Eine Twitter-Nutzerin schrieb: „Tamme Hanken war ein Pferdegott und unterhaltsamer Mensch. So traurig.“ Auf Facebook postete ein Fan: „Jetzt kannst du den Engeln die Flügel einrenken.“

In einer Mitteilung bezeichnete der NDR den „Knochenbrecher“ als Publikumsmagneten. Am kommenden Mittwoch widmet der Sender dem „XXL-Ostfriesen“ ab 20.15 Uhr mehrere Sondersendungen. Am Sonnabend, 15. Oktober, zeigt das NDR Fernsehen ab 21.45 Uhr eine "Lange Nacht zur Erinnerung an Tamme Hanken". NDR-Intendant Lutz Marmor würdigte ihn als typischen Ostfriesen: „Frei im Geist, dem Leben zugewandt, unabhängig, neugierig auf Mensch, Tier und Natur, dabei friesisch herb und urkomisch. Er wird uns fehlen.“

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