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Norddeutschland "Xavier": Sieben Tote - Möllnerin lebensgefährlich verletzt
Nachrichten Norddeutschland "Xavier": Sieben Tote - Möllnerin lebensgefährlich verletzt
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12:02 06.10.2017
Polizeibeamte in Hamburg Horn vor dem Unfallwagen, der ums Leben gekommen Frau. Ein Baum war auf das Auto des Opfers gefallen.  Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Hamburg

Das Unglück in Mölln ereignete sich am Donnerstag gegen 14 Uhr auf einem Gehweg in der Königsberger. Die 32 Jahre alte Fußgängerin hatte keine Chance, den zwei umstürzenden Bäumen auszuweichen, so die Polizei. Sie wurde lebensgefährlich verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Auch ein anderer, 16 Jahre alter Fußgänger wurde von den Bäumen getroffen. Er wurde nur leicht verletzt.

Deutschlandweit hatte Sturmtief „Xavier“ am Donnerstag mindestens sieben Menschen getötet und in den beiden größten Städten Deutschlands den Nahverkehr mit voller Wucht getroffen. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus. Die Hamburger Feuerwehr forderte die Bevölkerung zeitweise auf, wegen des Sturms nicht vor die Tür zu gehen. Viele Tausend Menschen hatten Probleme, von der Arbeit oder Schule nach Hause zu kommen, weil Busse und Bahnen nicht fuhren. Auch der Norden war davon schwer betroffen.

Klicken Sie hier, um Eindrücke der Schäden zu sehen, die Sturm "Xavier" am Donnerstag im Norden und im Rest von Deutschland hinterlassen hat.

Allein in Hamburg habe die Feuerwehr in zwei Stunden mehr als 700 sturmbedingte Einsätze gehabt, sagte ein Sprecher. Das sei normalerweise die Zahl eines ganzen 24-Stunden-Tages. Bis zum späten Nachmittag waren es dann bereits über 900 Einsätze.

In Hamburg ist eine 54-jährige Frau ums Leben gekommen, nachdem ein Baum auf ihr Auto im Stadtteil Horn gefallen war. In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Lkw-Fahrer von einem Baum erschlagen. In Berlin-Tegel wurde ebenfalls eine Frau getötet. Ein Baum stürzte nach Angaben der Feuerwehr in der Straße Schwarzer Weg auf ihr Auto. In Brandenburg kamen mindestens vier Menschen ums Leben. In zwei Fällen fielen Bäume auf fahrende Autos, wie das Innenministerium mitteilte. Einmal schlug ein Ast in die Windschutzscheibe ein. Neben den drei Menschen in Autos sei ein 72 Jahre alter Mann an der B1 zwischen Müncheberg und Hoppegarten (Märkisch-Oderland) von einem Baum erschlagen worden, als er Äste von der Straße entfernen wollte, so die Polizei. 

Klicken Sie hier, um Tipps von Feuerwehr und Wetterexperten zu sehen, wie Sie sich bei Sturm verhalten sollten, um möglichst keinen Schaden oder Verletzungen davon zu tragen.

Allein in Hamburg habe die Feuerwehr in zwei Stunden mehr als 700 sturmbedingte Einsätze gehabt, sagte ein Sprecher. Das sei normalerweise die Zahl eines ganzen 24-Stunden-Tages. Bis zum späten Nachmittag waren es dann bereits über 900 Einsätze. Die Berliner Feuerwehr arbeitete zwischen 16 Uhr und 19 Uhr 705 Einsätze ab.

Zugverkehr eingestellt

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg sowie Berlin-Hannover ein. Zunächst war noch unklar, wann die Züge wieder fahren können. „Es wird sicherlich im Laufe des Abends noch zu Problemen kommen“, sagte eine Sprecherin. Die Bahn stellte etwa ein Dutzend leere IC- und ICE-Züge in Bahnhöfen für gestrandete Reisende bereit. 

In mehreren Bahnhöfen in Deutschland strandeten Hunderte Menschen. Besonders viele schienen es beispielsweise im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe zu sein, weil Schnellzüge aus dem Süden in Richtung Norden dort gestoppt wurden. Dieser Verkehrsstopp sei am Nachmittag verhängt worden, sagte ein Bahnsprecher in Berlin.

Die Bahn habe in Kassel Hotelzüge bereitgestellt für rund 1000 Menschen. Die Gestrandeten bekämen Kaffee, Tee und Getränke. Anderes Beispiel: Etwa 400 Fahrgäste eines Zugs von Amsterdam nach Berlin strandeten in Bad Bentheim in Niedersachsen an der Grenze zu den Niederlanden. Feuerwehr und Rotes Kreuz brachten die Bahnreisenden in die Sporthalle eines Gymnasiums, die zu einer Notunterkunft umfunktioniert wurde, wie der Kreisbrandmeister sagte.

Öffentlicher Verkehr lahmgelegt

Der öffentliche Nahverkehr in Berlin war lahmgelegt. Der S-Bahn- und Busverkehr wurde eingestellt. Auch Straßenbahnen und U-Bahn-Strecken, die oberirdisch verlaufen, wurden nicht mehr befahren. Das teilten die Berliner S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe mit. „Ein Schienenersatzverkehr kann wegen des Unwetters nicht eingerichtet werden.“ 

Auch der S-Bahnverkehr in Hamburg wurde zeitweise eingestellt. U-Bahnen hatten auf oberirdischen Strecken 40 km/h Tempolimit. „Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich“, twitterte die Feuerwehr des Stadtstaates. Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr der Hansestadt sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein.

Viele Reisende stiegen angesichts der Streckensperrungen im Fernverkehr auf Reisebusse um. Wie ein Flixbus-Sprecher sagte, stieg die Zahl der Buchungen von und nach Hamburg im Vergleich zur Vorwoche um rund 45 Prozent. Die Strecke Hamburg-Bremen sei beispielsweise auf allen Verbindungen ausgebucht gewesen.

Auch in Hannover und anderen Städten Niedersachsens rückten die Einsatzkräfte wegen verunglückter Autofahrer, umgestürzter Bäume und abgerissener Dachverkleidungen aus. In Sachsen-Anhalt stürzten Bäume in Stromleitungen. Im Norden des Bundeslandes waren Tausende Haushalte ohne Strom. Besonders betroffen war die Altmark, wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Avacon sagte. Auch im Harz, in der Börde und im Jerichower Land seien vereinzelt Störungen gemeldet worden. Umstürzende Bäume hätten Leitungen beschädigt oder ganze Masten umgerissen. Wie lange die Ausfälle dauern, konnte die Sprecherin nicht abschätzen.

Flugverkehr eingeschränkt

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms im Norden mussten etliche Verbindungen ausfallen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen mit der niederländischen Hauptstadt sowie nach Istanbul aus. In Hamburg fuhr die S-Bahn nicht mehr zum Airport. Auch wurde mit Verspätungen bei den Flügen gerechnet.

Die Berliner Flughäfen stellten vorübergehend die Abfertigung ein. Passagiere in gelandeten Maschinen mussten aus Sicherheitsgründen in den Flugzeugen bleiben, sagte ein Flughafensprecher. Zum Abflug vorgesehene Maschinen wurden sowohl in Tegel als auch in Schönefeld zeitweise nicht mehr beladen.

Bei mehreren Flughäfen war der Betrieb ebenfalls beeinträchtigt. Besonders heftig wehte der Wind im Oberharz und auf dem Brocken. Dort warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor extremen Orkanböen. Es seien bereits Spitzengeschwindigkeiten von knapp 180 Kilometern pro Stunde auf dem Brocken gemessen worden, sagte ein DWD-Meteorologe in Leipzig. Auch über flacheren Regionen brauste „Xavier“ hinweg.  

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