Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Zahnarztpfusch im Gefängnis?
Nachrichten Norddeutschland Zahnarztpfusch im Gefängnis?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:16 25.05.2016
Anzeige
Neumünster

Die Gefangenen seien den Methoden häufig ausgeliefert gewesen, da die Behandlung durch andere Ärzte nur mit Rechtsmitteln erstritten werden konnte, berichtete gestern das Politikmagazin „Panorama 3“ im NDR-Fernsehen. Immer wieder hätten sich Gefangene mit Beschwerden an das Justizministerium und den Petitionsausschuss des Landtages gewandt, hieß es. Im Ministerium hätte man die Beschwerden jedoch offensichtlich für unbegründet gehalten.

Im Politikmagazin erheben mehrere Betroffene erstmals Vorwürfe vor der Kamera. So berichtet der mittlerweile entlassene Stephan (Name geändert), dass ihm der seinerzeit in der Anstalt tätige Zahnarzt mehrere Zähne überkront und eine Brücke eingesetzt habe. Weil die Schmerzen danach zugenommen hätten, sei „Stephan“ erneut in die Sprechstunde gegangen, habe aber nur Schmerztabletten erhalten. Erst nach der Entlassung sei ihm klargeworden, dass der Zahnarzt offenbar gepfuscht habe, so der NDR. Ein anderer Arzt habe festgestellt, dass die eingesetzte Brücke und die Kronen erneuert werden müssten.

Die Vorwürfe sollen dem Ministerium seit 2013 bekannt sein. Nach Informationen von „Panorama 3“ ging mindestens eine Beschwerde an Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW). Auf „Panorama 3“-Anfrage habe ein Sprecher des Ministeriums mitgeteilt, die Behauptungen und Vorwürfe seien „bislang allesamt unbewiesen“. Die Klärung der Vorwürfe dauere an. Auch die seit 2013 amtierende Leiterin der JVA Neumünster, Yvonne Radetzki, wollte sich mit Hinweis auf laufende Verfahren nicht äußern. Auch sie habe mitgeteilt, dass es keine Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung gegeben habe.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige