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Lübeck Zeigt her eure Räder!

Schleswig-Holstein ist das Bundesland der Fahrradfahrer. Aber je nach Zweck und Gemüt fällt die Wahl des Drahtesels ganz unterschiedlich aus. Eine Typologie der Radler.

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Voll im Trend: Gianna Grohe (16) fährt einen Beachcruiser. Luis Burde (18) hat sich vor kurzem ein rotes Hollandrad gekauft.

Quelle: Wolfgang Maxwitat (3), Ulf-Kersten Neelsen, Lutz Roeßler

Lübeck. Die Stadt-Flitzer

Zwei Stadt-Flitzer: Britta Beavan (49) erledigt mit Sohn Kian (4) in  Lübeck alles mit dem Rad. Sie hat deshalb seit fünf Jahren ein Citybike.

Zwei Stadt-Flitzer: Britta Beavan (49) erledigt mit Sohn Kian (4) in Lübeck alles mit dem Rad. Sie hat deshalb seit fünf Jahren ein Citybike.

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Schnell durch die Straßen, eine Vollbremsung an der Ampel: Die Stadt-Flitzer radeln mit dem Citybike durch den Asphaltdschungel in Norddeutschland. „Man ist mit dem Fahrrad in der Stadt viel schneller als mit dem Auto“, sagt Angela Padrock. „Und mit dem Fahrrad braucht man auch keinen Parkplatz.“ Mindestens sieben Kilometer radelt die 48-Jährige jeden Tag durch die Stadt. Da muss der Drahtesel robust, stabil und für den harten Belag geeignet sein.

Das Lieblingsfahrrad der Deutschen — das Citybike — erfüllt diese Anforderungen. Das Fahrrad lässt sich einfach besteigen. Bremsen und Gangschaltung sind für Stadtfahrten ausgelegt, das Citybike besitzt einen Gepäckträger.

Stadt-Flitzer bauen dort oder am Lenker gern einen Korb an, in dem vorwiegend die Einkäufe transportiert werden. Auch Britta Beavan gehört zu den Citybikern. Sie radelt oft mit dem Fahrrad durch die Stadt. Ihr vierjähriger Sohn Kian ist im Kindersitz immer mit dabei. „Wir erledigen in Lübeck alles mit dem Fahrrad“, sagt die 49-Jährige. „Wir besitzen nicht mal ein Auto.“

Schleswig-Holstein ist das Bundesland der Fahrradfahrer. Aber je nach Zweck und Gemüt fällt die Wahl des Drahtesels ganz unterschiedlich aus. Eine Typologie der Radler.

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Die Stylischen (großes Foto)

Hollandrad, Beachcruiser, Retro-Rennrad: Diese Modelle liegen bei den stylischen Radfahrern voll im Trend. Im Mittelpunkt steht die Optik. Schrille Farben oder bunte Muster gehören zum guten Ton.

Gianna Grohe und Luis Burde freuen sich. Sie haben seit zwei Wochen neue Räder. Prädikat: stylisch. „Das hat so eine tolle rote Farbe und ist gemütlich — einfach schick“, freut sich der 18-Jährige. Und seine Bekannte Gianna Grohe erzählt: „Mein altes Hollandrad wurde gestohlen. Jetzt war meine Mama so großzügig und hat mir den Beachcruiser gekauft.“Auch Olivia Hildebrand und ihre Tochter Josi fahren solche Trend-Modelle. „Mir hat mein Mann das Hollandrad geschenkt. Und Josi fand es einfach trendy.“

Die Sportlichen

Trinkpause auf dem Feldweg: Markus (links) und Stefan Weinknecht sind mit ihren Mountainbikes im Gelände nahe des Hochschulstadtteils unterwegs.

Trinkpause auf dem Feldweg: Markus (links) und Stefan Weinknecht sind mit ihren Mountainbikes im Gelände nahe des Hochschulstadtteils unterwegs.

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Rennrad, BMX und Mountainbike: Die Sportlichen radeln leistungsorientiert. Höher, schneller oder weiter wollen sie mit dem Fahrrad hinaus. Verletzungen und Schweiß kennen sie nur zu gut. Auch Markus und Stefan Weinknecht gehören zu den Sportlichen (großes Foto). „Mountain-Biker sind abenteuerlustig und naturverbunden“, sagt Markus Weinknecht. Die Brüder rasen Berge hinab oder fahren professionell bei Mountain-Bike-Marathons mehrere Hundert Kilometer. „Die Bikes müssen den Belastungen Stand halten“, erklärt Stefan Weinknecht. „Wir fahren damit schließlich an Punkte, die man anders gar nicht erreichen kann.“ Dafür trainieren die Brüder 15 Stunden in der Woche. In der Saison sogar noch mehr.

Die Hartgesottenen

Silke Schmidt (49) fährt auch bei Regen mit dem Rad zur Arbeit.

Silke Schmidt (49) fährt auch bei Regen mit dem Rad zur Arbeit.

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Ob es regnet, stürmt oder schneit: Die Hartgesottenen radeln bei jedem Wetter. Frei nach dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“ Man erkennt sie an Regenjacke, -hose und den professionellen, wasserdichten Satteltaschen. Eine Hartgesottene ist Silke Schmidt. Von St. Gertrud bis zu den Linden-Arcaden am Hauptbahnhof: „Ich fahre jeden Tag — auch im Winter und bei Regen — mit dem Fahrrad zur Arbeit“, sagt die 49-Jährige, die aber auch privat viel fährt. „Mein Arbeitgeber fördert das Radfahren.“ Sie arbeite bei der Sparda-Bank. Die habe sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral zu arbeiten. „Bei uns fahren alle Mitarbeiter, deren Anfahrtsweg es zulässt, mit dem Fahrrad.“

Die Elektrisierten

Nicole Riemann (45) fährt lieber E-Bike als mit dem Auto.

Nicole Riemann (45) fährt lieber E-Bike als mit dem Auto.

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Sie strampeln mit dem Motor um die Wette. Die Elektrisierten fahren Pedelecs, eine Ausführung des E-Bikes. Bei den Fahrrädern kann ein Elektromotor zugeschaltet werden. Sind die Elektrisierten dann die Faulen unter den Radfahrern? „Nein“, sagt Nicole Riemann vom Café Strandvilla in Niendorf. Die Elektrisierten fahren viel und überwiegend lange Strecken.

Außerdem: „Das Pedelec fährt eben gerade nicht von alleine“, sagt die 45-Jährige. „Das ist kein Rentnerrad. Das ist was anderes.“ Der Motor unterstützt den Radfahrer nur. Er schaltet sich beim Treten dazu. Der Grad der Unterstützung kann dann ausgewählt werden — oder auch nicht. „Man kann auch ohne diesen Antrieb das Fahrrad fahren“, erklärt sie. „Mein Mann und ich haben unsere E-Bikes im Frühjahr beim Fahrradladen Wöltjen in Lübeck gekauft.“ Der Grund: Das Ehepaar nutzt die Räder als Autoersatz. 6000 Kilometer sind sie im Jahr damit gefahren.„Ich radle zehn Kilometer bis zu meinem Pferd. Nach dem Reiten unterstützt mich dann der Motor“, sagt sie. Das sei wesentlich entspannter und gesünder als mit dem Auto zu fahren — und sogar fast so schnell.

 

Fakten zum Rad

44 Prozent der Norddeutschen, die gelegentlich Sport treiben, fahren Fahrrad. Damit ist Radeln nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse der Lieblingssport der Schleswig-Holsteiner. Das Bundesland liegt mit diesem Wert klar über dem Bundesdurchschnitt von 39 Prozent.

71 Millionen Fahrräder besitzen die Deutschen laut dem Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ). Jährlich werden 3,9 Millionen im Handel verkauft. Das ergibt einen Gesamtumsatz von zwei Milliarden Euro.

 Der Durchschnittspreis liegt bei 515 Euro. Rund ein Viertel der verkauften Fahrräder sind Citybikes.

11 Fahrrad-Modellgruppen unterscheidet der VDZ. Das sind die All Terran Bikes (ATB), BMX und Jugendräder, Citybikes, E-Bikes, Fitness-Bikes, Hollandräder, Kinderräder, Mountainbikes, Rennräder, Spezialräder sowie Trekking-Bikes. Sie unterscheiden sich in Ausstattung, Komfort und Ergonomie.

100 Kilogramm wiegt das wohl skurrilste Fahrrad der Welt. Das ist der „Fahrradi Farfalla FFX“ des österreichischen Künstler Hannes Langeder. Es erinnert nicht nur von der Form und der Farbe an einen Ferrari, beim Einsteigen schwingen auch zwei Flügeltüren nach oben. Der Bau kostete fast 1,5 Millionen Euro.

Kim Meyer

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