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Norddeutschland Zeppelin schwebt über den Norden
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22:12 18.08.2017
Luftschiff-Piloten brauchen einen Berufspilotenschein und mehr als 1000 Flugstunden Berufserfahrung und müssen eine spezielle Prüfung ablegen.
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Neumünster

Ein Zeppelin vom Bodensee sorgte in Lübeck vor vier Jahre für Begeisterung. Jetzt kommt er erneut in den Norden: Das Luftschiff ist Mitte September über Neumünster sowie Sylt zu sehen und macht am 24./25. September Rundflüge ab Flensburg. Es gibt sogar noch einige freie Plätze.

Bodensee-Luftschiff besucht im September Neumünster, Flensburg und Sylt.

Der Grund für den ungewöhnlichen Ausflug von einem der beiden Bodensee-Zeppeline nach Schleswig-Holstein ist die Baumesse in Neumünster, wo das Luftschiff als Werbeträger fliegt. Deshalb ist es von 13. bis 17. September am Flugplatz Neumünster stationiert, erklärt der Sprecher der Zeppelin Baumaschinen GmbH, Klaus Finzel. Das Luftschiff kommt von der Zeppelin Reederei in Friedrichshafen am Bodensee, fliegt in Neumünster aber im Auftrag der Zeppelin Baumaschinen GmbH. Diese ist ein Aussteller auf der Messe NordBau und lädt dort Kunden zu den Luftschiff-Flügen ein. Rundflüge für Passagiere außerhalb des Kundenkreises des Baumaschinenunternehmens sind dort allerdings nicht möglich. Am letzten Tag der Messe, am Sonntag, 17. September, soll der Zeppelin auch einen Ausflug nach Sylt und eine Umrundung der Insel unternehmen, wenn das Wetter mitspielt. Am 24. und 25. September ist der Zeppelin dann in Flensburg und startet von dort an beiden Tagen zu mehreren Rundflügen mit zahlenden Gästen. Am 25. gibt es sogar noch einige freie Rundflugplätze.

Wie aber fühlt sich so ein Flug im Luftschiff an? An Bord geht es stets paarweise. Denn um die fragile Balance des Zeppelins nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, dürfen auf je zwei aussteigende Gäste immer nur je zwei Passagiere in die Kabine klettern. Dann heißt es anschnallen und erst einmal durchatmen.

Anders als in den eng bestuhlten Kabinen moderner Passagierflugzeuge finden sich hier an Bord opulente Raum- und Sichtverhältnisse. Jeder der zwölf Passagiere hat einen Platz am Fenster, und diese sind keine kleinen Bullaugen, sondern riesige Scheiben, durch die fast ein Rundumblick möglich ist. Hat der Zeppelin NT nach dem Abheben und einem kurzem steilen Steigflug seine Reiseflughöhe erreicht, darf sich jeder Fluggast frei in der Kabine hin und herbewegen, sobald der Flugbegleiter an Bord die Erlaubnis dazu gibt.

Fast schon eine Art Separee befindet sich im Heck der Passagierkabine: Eine Sitzfläche für zwei Personen mit Panoramascheibe lässt einen atemberaubenden Blick auf das Heck des Luftschiffs oder direkt in die Tiefe zu. Für manchen Passagier ist das Luftschiff die schönste Art des Reisens. Die Sicht ist unvergleichlich, die drei Propellermotoren sind kaum zu hören und in welchem Luftfahrzeug ist es sonst erlaubt, unterwegs zum Fotografieren ein Fenster aufzumachen?

Derzeit sind sechs Luftschiffführer bei der Zeppelin-Reederei fest angestellt, darunter eine Pilotin. Sie steuern entweder den in Friedrichshafen stationierten Zeppelin NT, wobei das NT für Neue Technologie steht, oder das Schwesterschiff, das im September einige Tage von Neumünster aus abheben und landen wird. Die Piloten sind das Fliegen im Norden bereits gewohnt: Im Sommer 2013 landete der Zeppelin auf Forschungsreise auch in Lübeck-Blankensee, und 2016 war der Zeppelin von Usedom aus zwei Wochen lang mitten über der Ostsee im Einsatz. Auch da nicht für Rundflüge, sondern im Rahmen eines Meeresforschungsprogramms.

Ein Zeppelin hat im Gegensatz zum normalen Luftschiff ein festes Innengerüst, das unter der Hülle verborgen ist und an dem auch insgesamt drei Motoren mit je 200 PS und die Kabine befestigt sind.

Früher bestand dieses aus Aluminium, heute ist es aus Gewichtsgründen größtenteils aus Carbon gefertigt.

Nachts ist das Luftschiff an einem massiven Mast angedockt, der auf einem Lastwagen verankert ist. Ein Mitglied des Teams übernachtet im Zeppelin, um bei einem Sturm rechtzeitig die Bodencrew alarmieren zu können.

Nähere Infos zum Zeppelin gibt es unter https://zeppelin-nt.de

Mit 70 Stundenkilometern durch die Lüfte

Die Reisegeschwindigkeit des Zeppelin NT liegt bei etwa 70 Kilometern pro Stunde. Das Luftschiff ist 75 Meter lang, seine Reichweite liegt bei 1000 Kilometern. Mitfliegen können maximal zwölf Fluggäste. Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren dürfen in Begleitung eines Erwachsenen mitfliegen. Mit an Bord ist neben dem Piloten auch eine Flugbegleitung für die Betreuung der Passagiere. Die Hülle des Zeppelin besteht aus einem dreischichtigen Laminat. Dieses besteht aus Tedlar (Polyvinylfluorid), Polyestergewebe und Polyurethan.

Jürgen Schelling

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