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Norddeutschland Zeugin: Angeklagter war Spion für türkischen Geheimdienst
Nachrichten Norddeutschland Zeugin: Angeklagter war Spion für türkischen Geheimdienst
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14:13 22.09.2017
Der 32-Jährige weist die Vorwürfe zurück. Quelle: Foto: D. Bockwoldt/dpa
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Hamburg

In einem Spionage-Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht hat eine Zeugin ausgesagt, ihr angeklagter Ex-Freund habe für den türkischen Geheimdienst MIT gearbeitet. Der 32-Jährige habe ihr 2016 erzählt, dass er Informationen über kurdische Politiker sammele und dafür Geld bekomme, sagte die 24-Jährige in dem Hamburger Prozess.

Beim Eintritt in den Gerichtssaal wurde sie von mehreren Polizisten geschützt, verdeckte ihr Gesicht mit einem Hut und einer Sonnenbrille. Sie werde bedroht, berichtete sie in der mehrstündigen Befragung. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 32-Jährigen eine geheimdienstliche Tätigkeit gegen die Bundesrepublik vor, weil er von Herbst 2015 an die kurdische Szene in Deutschland ausgeforscht haben soll. Dafür habe der Angeklagte rund 30 000 Euro erhalten.

Der Mann war Mitte Dezember 2016 in Hamburg festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben eines Gerichtssprechers ist er selbst Kurde. In einer Vernehmung habe der 32-Jährige angegeben, sein Vater sei 2004 von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden. Der Angeklagte und seine Ex-Partnerin sind beide Journalisten. Der Angeklagte hatte vor Gericht bestritten, für den MIT gearbeitet zu haben.

LN

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