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Zimmer frei? Erstsemester finden kaum Wohnungen

Lübeck Zimmer frei? Erstsemester finden kaum Wohnungen

Knapp drei Wochen vor Beginn des Wintersemesters an den Universitäten wird es für viele Erstsemester eng, noch einen Platz im Studentenwohnheim oder in einer Wohngemeinschaft zu ergattern.

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Carolin Busch (27) hat ihr Studium beendet – und ihr WG-Zimmer in der Lübecker Altstadt schon weitervermietet.

Quelle: Roeßler

Lübeck. Zwei Abiturientenjahrgänge drängen in diesem Herbst zum Studienstart an die Hochschulen – das schlägt sich auch auf dem Wohnungsmarkt nieder. „Unser Haus ist bis unters Dach besetzt“, sagt Sabina Lammers, Sekretärin der Gemeinnützigen in Lübeck. Das Wohnheim der Gesellschaft im „Alten Brauhaus“ an der Ecke Hüxstraße/An der Mauer bietet Wohnungen für 32 Studierende und ist wegen seiner zentralen Lage in der Altstadt begehrt. „Es sind wesentlich mehr Anfragen als in den Jahren zuvor. Wir haben eine riesenlange Warteliste“, sagt Lammers.

Das bestätigt auch ein privater Vermieter, der 35 Zimmer und Wohnungen in Lübeck möbliert vermietet: Auch er sei überfüllt und müsse täglich vier bis fünf Anfragen von Studierenden abweisen – besonders für die Erstsemester scheine es in diesem Jahr problematisch zu sein, eine Unterkunft zu finden. Carolin Busch (27), die ihr Medizinstudium im November beendet, zieht zum Semesterstart aus der Wohngemeinschaft aus, die sie vor sechs Jahren mit zwei Kommilitonen in der Hüxstraße begründet hatte. Für ihr WG-Zimmer haben ihre Mitbewohner gerade eine Nachmieterin gefunden. „Die Anzeige stand nur einen Tag im Netz, da hatten sich schon 40 Leute gemeldet“, erzählt Carolin Busch. Vor allem Erstsemester. „Die müssen sich ihr Studium so hart erkämpfen, aber es scheint inzwischen fast schwieriger, eine Wohnung zu bekommen als einen Studienplatz!“

Niklas Lambers aus Lingen im Emsland ist glücklich, gerade ein WG-Zimmer in St. Lorenz-Nord gefunden zu haben. Der 18-Jährige hat seit Anfang September seinen Wunsch-Studienplatz in Medizin in Lübeck in der Tasche – und kann nach nur zwei Wohnungs-Besichtigungen ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit fünf Mitbewohnern beziehen. „Es ist schon mega-schwierig, überhaupt eine Besichtigung zu bekommen. Kaum ruft man auf eine Anzeige an, ist das Zimmer schon weg.“ Die Zeit bis Studienbeginn nutzt Niklas Lambers, um als Postbote Geld fürs Studium zu verdienen – da blieb wenig Zeit, um zu Besichtigungen nach Lübeck zu fahren. „Ich bin echt happy, dass ich jetzt schon ein Zimmer habe.“

Einer aktuellen Studie zufolge hat sich die Wohnsituation für Studierende im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, und die Suche nach einer Studentenbude wird vor allem in den großen Universitätsstädten wie München, Frankfurt am Main und Köln schwierig. Das Moses Mendelssohn Institut hatte Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studenten untersucht und konstatiert, der Anspannungs-Index auf dem studentischen Wohnungsmarkt sei seit 2013 deutschlandweit kontinuierlich angestiegen – das schlägt sich auch in den Wohnkosten nieder. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, der verbreitetsten Wohnform unter Studenten, kostet zum Semesterstart durchschnittlich 349 Euro; 2015 waren es noch 330 Euro. Lübeck landet auf dem bis 100 Punkte reichenden Index im unteren Drittel; hier liegen auch die durchschnittlichen Wohnkosten noch unter 300 Euro.

Auf der Warteliste des Studentenwerks in Schleswig-Holstein, das rund 3000 Wohnheimplätze in Kiel, Lübeck, Flensburg, Heide und Wedel verwaltet, stehen aktuell noch rund 620 Suchende in Kiel und 440 in Lübeck – so gut wie alle Wohnheimplätze sind belegt. „Wie in den vergangenen Jahren ist die Lage zum Beginn des Wintersemesters angespannt“, sagt Astrid Dürkoop, Abteilungsleiterin Wohnen. „Wir möchten alle Studienanfänger dennoch ermutigen, sich trotzdem um einen Wohnheimplatz zu bewerben, da im Laufe des Semesters erfahrungsgemäß Plätze frei werden.“

Von Regine Ley

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