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20:14 05.08.2017

Nachmittags 16.15 Uhr am Scandlines-Fährterminal in Puttgarden auf Fehmarn: Die dänische Fähre „Prins Richard“ hat festgemacht, die Fahrgäste strömen an Bord.

Und der geöffnete Schiffsbauch füllt sich mit Autos. In einer halben Stunde wird die Fähre wieder ablegen und den Fehmarnbelt überqueren. So heißt die Wasserstraße zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødbyhavn auf Lolland. Drinnen im Schiff ist schon ein bisschen Dänemark. „Klingelnde Kassen mit schwimmendem Hotel“, übersetzt ein dänisches Crew-Mitglied einem deutschen Passagier die schreierisch aufgemachte Titelzeite der dänischen Zeitung „Extra Bladet“. Im Bord-Shop gibt es dänisches Lakritz-Konfekt und im Restaurant hängen gerahmte Porträtfotos des dänischen Königspaares.

Sympathisch, doch viele der Passagiere wollen gar nicht wirklich nach Dänemark, sondern sind nur auf der Durchreise. Siegfried Senderreck (65), Rentner aus Berlin, ist auf dem Weg nach Norwegen.

Dänemark gehöre zur Strecke, meint er. Aber etwas Nettes fällt ihm doch ein: „An Dänemark mag ich die Strände, die Leuchttürme, die Landschaft.“ Nur dänisches Essen sei nicht sein Fall. „Fish and Chips und so – das ist nicht meine Welt.“

Auch Maximilian Mark (23) aus Stuttgart ist mit einem Freund unterwegs in kühlere Gefilde. „Wir wollen ans Nordkap.“ Interessiert ihn Dänemark? Er schüttelt den Kopf. „Wir müssen halt durch.“

Monika und Richard Grabmeier (52 und 56) aus Freising sind da offener, sie sind mit ihren BMW-Motorrädern auf Tour. „Wahrscheinlich fahren wir noch nach Schweden oder Norwegen“, sagt sie. „Aber wir bleiben, wo es uns gefällt.“ In Dänemark sei das Servicenetz dichter, es gebe mehr Tankstellen als ganz im Norden. „Das sehe ich als Vorteil.“

Reittherapeutin Beatrice Bieber (43) ist eine der Wenigen, die nur Dänemark selbst zum Ziel haben. Dänemark sei „das Mekka des akademischen Reitens“, schwärmt sie. Dabei geht es um physiologische und geistige Förderung von Pferd und Reiter sowie Mediation. Sie habe schon Kurse absolviert. „Jetzt werde ich in die Ritterschaft aufgenommen.“ Das gehe nur in Toreby, bei Großmeister Bent Branderup.

Dann läuft die Fähre in Rødbyhavn ein. Über Lautsprecher werden Passkontrollen angekündigt. Autos und Passagiere verlassen das Schiff, das sich gleich wieder füllt – mit Reisenden in Richtung Deutschland.

„Wir besuchen Freunde in Holland“, verrät Gitte Rugstedt (50) aus Kopenhagen. An Deutschland mag sie die großen Städte, besonders Hamburg und Berlin. „Ich gehe da ins Museum.“ Sohn Jasper (18) nickt, ihm gehe es auch so.

Bo Gravesen (37), Zahnarzt aus Kopenhagen, ist auf dem Weg in den Italien-Urlaub. „Deutschland ist für mich nur ein Transit-Land.“ Aber eine Reise nach München mit Besuch im BMW-Museum, das könne er sich vorstellen. Seine Frau Tine (35) erinnert sich an Ferien im Schwarzwald. „Da war es schön.“

Trucker Karsten Andersen (63) ist beruflich oft in Deutschland. „Zwei, dreimal die Woche.“ Er mag deutsches Bier, vor allem Weißbier. Aber er nehme nie welches mit. Ihm sei bewusst, dass viele Landsleute nach Deutschland kämen, um Bier und Spirituosen zu kaufen, weil sie billiger seien als in Dänemark. „Aber für mich als Berufsfahrer kommt es nicht in Frage, Alkohol im Auto zu haben.“ In Wismar und Plön war Andersen schon im Urlaub. „Gutes Essen. Freundliche Leute“, lobt er. Dann muss er runter ins Autodeck, zu seinem Laster. Gleich legt die Fähre in Puttgarden an. Und dann geht die Reise erst richtig los.

stö

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