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Norddeutschland Zu Hause zwischen Wachs und Wirklichkeit
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18:22 30.12.2017
Elisabeth II. ist die Lieblingsfigur von Susanne und Dr. Hayo Faerber. Quelle: Fotos: Janke-Hansen (2), Panoptikum
Hamburg

Die Bundeskanzlerin ist 2005 ins Hamburger Panoptikum eingezogen. Dort steht sie bei ihrem Vorgänger Gerhard Schröder. An Angela Merkel – auch im echten Leben darin geübt, sich ihr Gegenüber meist nicht aussuchen zu können – hat die Zeit der Kanzlerschaft Spuren hinterlassen. „Sie hat sich mit den Jahren verändert“, sagt Dr. Hayo Faerber. Mit seiner Tochter Susanne leitet der Urenkel des Firmengründers bereits in vierter Generation die Geschicke des Panoptikums. An dem neuen Kopf der Noch-Regierungschefin werde seit etwa zwei Jahren gearbeitet. Die Zahl der Bildhauer, die die hohe Kunst der Wachsfigurenherstellung beherrschten, sei gering.

Im Hause Faerber – Urgroßvater Friedrich Hermann Faerber eröffnete das Panoptikum am 11. Mai 1879 – steht am Anfang jeder Figur ein naturgetreuer Tonkopf. „Das Modellieren ist besonders aufwendig“, erzählen die Inhaber. Nuancen könnten so aber viel besser herausgearbeitet werden, als forme man den Kopf direkt aus Wachs. „Eintagsfliegen“ hätten keine Chance, ins Kabinett aufgenommen zu werden. Es müssten schon Menschen sein, die dauerhaft in der Öffentlichkeit stehen. Wie Günther Jauch beispielsweise. Vor 20 Jahren habe der Moderator jedoch abgelehnt. „Er fühlte sich noch zu jung.“ Inzwischen gebe es von ihm eine Wachsfigur in Berlin.

Bei Künstlern wird beim Management angefragt. Kann der Prominente nicht selbst kommen, werde nach Fotos oder Filmen gearbeitet, bei historischen Persönlichkeiten auch nach Gemälden. Vom Tonkopf wird eine Hohlform aus Gips erstellt, die dann mit einer Mischung aus mehreren flüssigen Wachsen – die Firmen-Rezeptur ist geheim – ausgegossen wird. Für ein möglichst naturgetreues Äußeres sorgen auch orthopädische Glasaugen, die Haare werden einzeln eingestochen. „Das dauert bis zu vier Wochen“, sagt Susanne Faerber. Die Kostüme schneidere eine Gewandmeisterin. „Das Auspacken des Kopfes ist das Spannendste“ für die 26-Jährige, die zwischen den Figuren, die bis zu 50 000 Euro kosten, aufgewachsen ist. Ihre 2006 verstorbene Mutter Beate habe das Panoptikum mit sicherem Gespür umgestaltet und an die Moderne herangeführt. Anders als früher stünden die meisten Figuren heute frei in den Etagen des Hauses. „Wir tragen damit dem Wunsch der Besucher nach Selfies mit Prominenten Rechnung.“ Ebenso wie ihr Vater, der als Mediziner arbeitete und sich nach dem Tod seiner Frau um das Unternehmen kümmerte, sei sie nie dazu gezwungen worden, die Familientradition fortzuführen. „Ich wusste aber schon früh, dass ich es machen möchte. Man muss mit Herzblut dabei sein.“

Öffnungszeiten

Das Panoptikum befindet sich seit 1959 am Spielbudenplatz 3. Das alte Gebäude war 1943 während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Das Wachsfigurenkabinett ist am heutigen Silvestertag von 10 bis 16 Uhr, an Neujahr von 11 bis 21 geöffnet. Ansonsten Montag bis Freitag von 11 bis 21 Uhr, sonnabends 11 bis 24 Uhr und sonntags 10 bis 21 Uhr. Der Eintritt kostet 6,50

Euro, ermäßigt 4,50 bis 6 Euro.

Mehr Infos unter Tel.: 040/310317 oder www.panoptikum.de

Martina Janke-Hansen

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