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20:36 30.08.2016
Noch ist die Station „Schönberger Strand“ ein Museumsbahnhof – in absehbarer Zeit aber wieder eine reguläre Bahnstation. Quelle: Bockwoldt/dpa
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Kiel

Für rund 30 Millionen Euro wird die seit Jahrzehnten stillgelegte Bahnstrecke zwischen Kiel und Schönberger Strand für den Öffentlichen Nahverkehr reaktiviert. Die Modernisierung der 26 Kilometer langen Trasse zwischen der Landeshauptstadt und dem Ostseebadeort sei eines der wichtigsten Nahverkehrsprojekte der Landesregierung, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) beim ersten Spatenstich für die neue Bahnstation Kiel-Ellerbek. Die Bahn sei gut für die Region und den Tourismus.

„Es gibt viele Überlegungen zur Reaktivierung alter Bahntrassen.“Dennis Fiedel, Nah.SH

Bis 1975 fuhren auf der Strecke regelmäßig Züge, dann gab es noch bis 1981 eine Verbindung am Tag. Wann die ersten Züge wieder fahren können, ist noch offen. „Wir hoffen, schon rund um den Jahreswechsel das Teilstück vom Kieler Hauptbahnhof bis Oppendorf in Betrieb nehmen zu können“, sagte Meyer. Darüber werde aber momentan noch mit der Deutschen Bahn und möglichen anderen Verkehrsunternehmen verhandelt. Für den weiteren Abschnitt bis Schönberger Strand sollen im kommenden Jahr die Planunterlagen fertig und zur Planfeststellung eingereicht werden.

Die letzten offenen Punkte – die Frage der Haltepunkte und das in der Endabstimmung befindliche Bus-Bahn- Konzept – würden mit allen Beteiligten kurzfristig abgestimmt. Die Betriebskosten für die Strecke dürften künftig jährlich bei 1,7 Millionen Euro liegen.

Mit der Modernisierung der Strecke sollen die Züge in der Regel 80 Stundenkilometer fahren können. Dadurch wird die Fahrzeit von Kiel nach Schönberg 25 Minuten und bis Schönberger Strand 30 Minuten dauern. Damit würde sich die Fahrtzeit in etwa halbieren im Vergleich zu Bussen. Vorgesehen ist eine stündliche Verbindung. Das Verkehrsministerium erwartet etwa 2200 Fahrgäste täglich auf der Strecke Kiel–Oppendorf und bis Schönberg mehr als 1100 pro Tag. Die vom Land finanzierten Bahnstationen Kiel-Ellerbek und Oppendorf kosten rund 300000 beziehungsweise 320000 Euro. Die Arbeiten sollen im Dezember beendet sein.

Verkehrsminister Meyer hatte kürzlich angekündigt, den Ausbau des Nahverkehrs zu forcieren, unter anderem auch die Reaktivierung weiterer Strecken wie die vier Kilometer lange Trasse von Wrist nach Kellinghusen im Kreis Steinburg. Der Auftrag dafür ging vor vier Wochen an den Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH).

Weiterhin habe die Landesregierung beschlossen, eine Wiedereröffnung der Bahnstrecke zwischen Nettelnburg und Geesthacht zu prüfen, sagte Nah.SH-Sprecher Dennis Fiedel den LN. „Geesthacht ist bislang die größte Stadt des Landes ohne Bahnanschluss und würde damit an die Metropolregion Hamburg angebunden“, betont der Sprecher. „Es gibt viele Überlegungen und Wünsche zur Reaktivierung alter Bahntrassen.“ Vor einer möglichen Realisierung stünde aber immer eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse.

ley

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