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Norddeutschland Zurückbleiben, bitte! Bahn sperrt Lübecker Pendler aus
Nachrichten Norddeutschland Zurückbleiben, bitte! Bahn sperrt Lübecker Pendler aus
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16:31 20.11.2016
Ein ICE aus Hamburg zur Weiterfahrt nach Kopenhagen kommt im Lübecker Hauptbahnhof an. Doch Aussteigen ist hier verboten. Quelle: WOLFGANG MAXWITAT
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Lübeck

Zum Teil werde der Halt „nur noch zum Einstieg in Richtung Norden beziehungsweise zum Ausstieg aus Richtung Norden angeboten“, bestätigt Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst.

„Was wie ein Aprilscherz klingt, ist die Realität in Lübeck“, sagt Uli König, der verkehrspolitische Sprecher der Piraten. „Wir fordern die Bahn auf, diese Blockade für Zugreisende von und nach Lübeck zu beenden.“ Das verlangt auch der Fahrgastverband Pro Bahn. „Pendler wären mit dem ICE zehn Minuten schneller in Hamburg“, sagt der Landesvorsitzende Stefan Bark leit. Auch für Fernreisende sei die Situation eine Zumutung. „Sie sind oft mit viel Gepäck unterwegs und müssen sich damit in die überfüllten Pendlerzüge quetschen“, sagt er. „Zudem hätten sie mit den ICE bessere Anschlüsse an die weiterführenden Züge in Hamburg.“

Zum Thema: Reisende fordern mehr ICE-Züge

Kommentar zum Thema: Der Fernverkehr muss dringend ausgebaut werden

Konkret sind von der Regelung zurzeit drei der vier Fernzüge auf der Strecke Hamburg–Kopenhagen betroffen, die wochentags pro Fahrtrichtung unterwegs sind. Nur der Zug, der um 9.28 Uhr in Hamburg startet, darf auch von Reisenden mit dem Ziel Lübeck genutzt werden. In die andere Richtung ist der ICE, der um 19.39 Uhr in Lübeck hält, freigegeben.

Es wäre wünschenswert, wenn Pendler alle Züge nutzen könnten, heißt es aus dem Verkehrsministerium in Kiel. „Allerdings haben wir keinen Einfluss auf den Fernverkehr der Deutschen Bahn.“

Doch warum werden die Lübecker überhaupt ausgesperrt? Die Deutsche Bahn erklärt die Einschränkungen damit, dass die Kopenhagen-Züge in der Vergangenheit teilweise zwischen Lübeck und Hamburg zu stark ausgelastet gewesen seien. Die Sitzkapazität könne nicht genug erhöht werden, „da durch die Nutzung der Fähre zwischen Puttgarden und Rødby eine Verlängerung der Züge nicht möglich ist“, sagt Brunkhorst.

Pro Bahn will das Argument nicht gelten lassen. „Die Bahn sollte einfach mehr Züge einsetzen“, fordert Barkleit. Zumal das Fernverkehrsangebot in Lübeck sowieso auf einem vergleichbar schwachen Niveau sei. „Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll es zwar ein paar Verbindungen mehr geben, aber es bleibt überschaubar.“ Ärgerlich sei auch, dass der erste Fernzug des Tages erst um 8.16 Uhr in Lübeck starte – und damit für Pendler relativ spät. Zum Vergleich: In Kiel verlässt der erste ICE nach dem Fahrplanwechsel den Bahnhof bereits um 5.13 Uhr.

Von Janina Dietrich

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