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Norddeutschland Zweites Leben für alte Windräder
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20:27 14.04.2018
Alte Rotorblätter werden zerschreddert und zusammen mit Resten aus der Altpapier-Aufbereitung an Zementwerke verkauft.
Bremen

Ausgediente und ausrangierte Windkraftanlagen geraten in Deutschland zunehmend ins Blickfeld. In den nächsten Jahren wird ihre Zahl wohl stark steigen. Nicht alle von ihnen können in andere Länder weiterverkauft werden. Es gibt Recycling-Ideen. Der Markt ist aber noch überschaubar.

Die Bremer Firma Neocomp zum Beispiel schreddert ausrangierte Rotorblätter in einer Anlage und vermischt sie danach mit Reststoffen aus der Papierherstellung, erläutert Geschäftsführer Hans-Dieter Wilcken. Das Ganze werde an Zementwerke verkauft. „Die Nachfrage ist so hoch, dass wir mehr produzieren könnten“, sagt Wilcken über die Marktlage des seit 2015 bestehenden Unternehmens. Zurzeit arbeite die Firma hauptsächlich mit einem Zementwerk aus Schleswig-Holstein zusammen.

Die ausrangierten Rotorblätter bezieht die Firma über Ausschreibungen von Windkraftanlagenbetreibern aus ganz Deutschland, aber auch beispielsweise aus Dänemark. Zudem nutzt die Firma Produktionsreste, die bei der Herstellung und Verarbeitung von glasfaserverstärkten Kunststoffen und damit auch bei der Herstellung von Rotorblättern anfallen. Die Produktionsreste machen den überwiegenden Anteil des Materials aus, weil es bislang noch nicht genügend Rückläufer von Rotorblättern gebe. Das Bremer Unternehmen spricht selbst noch von einem Nischendasein auf dem deutschen Markt, aber die Konkurrenz wird in den nächsten Jahren wachsen, glaubt Wilcken.

Der Bundesverband Windenergie rechnet damit, dass der Abbau von Windkraftanlagen ab 2021 deutlich zunehmen wird. Denn viele Anlagen fallen ab diesem Zeitpunkt nach und nach aus der staatlich garantierten Einspeise-Grundvergütung (Erneuerbaren-Energien-Gesetz), die eine Laufzeit von 20 Jahren hat. Viele der jetzigen Altanlagen werden dann voraussichtlich durch modernere ersetzt, weil diese ökonomischer sind. Ein Weiterbetrieb älterer Anlagen wäre nach Angaben des Verbandes in den meisten Fällen technisch zwar möglich. Ob sich das dann aber ohne Förderung für Betreiber rechnet, ist noch nicht vorhersehbar. Denn den Strompreis 2021 kennt heute noch niemand.

In Deutschland gab es 2017 laut Windenergieverband mehr als 28 000 Windkraftanlagen an Land. 1800 neue Anlagen wurden gebaut, 397 alte abgebaut.

Von Anna Ringle

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