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Norddeutschland im Dorf bleibt
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18:33 21.01.2017
Hartmut Paulat (59) und seine Frau Kirsten (51) führen den Gasthof in Ratzbek. Hartmut Paulats Mutter Meta übernahm das Lokal 1952.

„Wenn die Silvia nicht dieses Freundliche hätte“, vermutet ihr Vater, „immer ein paar Minuten ein Ohr für jeden Gast, dann wären wir nicht so erfolgreich.“ Doch auch er selbst, der 16 Jahre als Bürgermeister von Gudow tätig war, trägt noch heute zum Gelingen bei. „Wenn ein Gast fragt, was man hier machen kann, dann stehe ich früh auf und suche was raus.“ Seine Frau Editha (84) steht in der Küche. Den Kaffee brüht sie von Hand, das Essen wird frisch gemacht. Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln oder Pommes und Salat für 9,90 Euro. Auch Wild- und Fischgerichte sind im Angebot. Die Eier kommen von eigenen Hühnern und sogar die Kroketten sind handgemacht. „Manche kommen nur deswegen“, sagt Silvia Meincke. Die Mühe lohnt: Sieben Stammtische treffen sich regelmäßig, Bauern, Rentner, Sparclubs. Die 18 Fremdenzimmer (Einzelzimmer 45 Euro) mit insgesamt 35 Betten sind gut belegt. Urlauber, Monteure, Stammgäste – manche kommen von weit her. Ein Berliner Ehepaar reist schon seit 21 Jahren regelmäßig zu Silvester an. „Das ist immer ein großes Wiedersehen“, so Silvia Meincke.

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„Wenn die Silvia nicht dieses Freundliche hätte“, vermutet ihr Vater, „immer ein paar Minuten ein Ohr für jeden Gast, dann wären wir nicht so erfolgreich.“ Doch ...

Vielleicht übt auch gelebte Tradition eine gewisse Anziehung aus. „Wir dürfen hier nichts verändern“, ist Werner Westedt (70) von der Gaststätte Heitmann in Wotersen (Lauenburg) überzeugt. Das Mobiliar stammt aus den 60-ern, die Zeit scheint stehengeblieben. Der urige Gastraum diente 2013 als Kulisse für den Tatort „Mord auf Langeoog“. Und ist Treff für Vereine wie den Feuerwehr-Oldie-Club Büchen oder den Jägerstammtisch. Der kann sich zünftig im mit Geweihen versehenen Jagdzimmer treffen. „Himmelfahrt ist bei uns jedes Jahr der Teufel los“, freut sich Westedt. „Mit Blasmusik.“ Ein Stammgast komme aus Pansdorf (Ostholstein) stets mit dem Rad.

Tochter Anke Asmus (40), gelernte Köchin, hat den Betrieb 1999 übernommen. Mit kulinarischen Highlights hat sie sich einen guten Ruf erkocht. So wird am 14. März der „Lauenburger Teller“ mit Wurst aus eigener Herstellung neu präsentiert. Ob ihre Kinder einmal weitermachen, weiß Asmus noch nicht. „Aber ich bis ich in Rente gehe, dauert es ja auch noch.“

LN

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