Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Panorama ARD gesteht: Logistisch war kein „Brennpunkt“ zu Notre-Dame möglich
Nachrichten Panorama ARD gesteht: Logistisch war kein „Brennpunkt“ zu Notre-Dame möglich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 16.04.2019
Beobachter filmen die brennende Notre-Dame. Die ARD erklärt, warum keine Sondersendung über den Brand in Paris möglich war. Quelle: imago
Berlin

Es waren schöne Bilder, die die ARD am Montagabend gesendet hatte. Aber nach Meinung der Kritiker waren es die falschen. Während um 18.50 Uhr das Feuer an der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame fraß, hielt die ARD erst einmal am Programm fest. Kritiker wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warfen dem öffentlich-rechtlichen Sender zu späte und zu wenig Berichterstattung vor. Schon am Abend verteidigte sich ARD-Chef Rainald Becker bei Twitter – er rate zu mehr Sachlichkeit, „Gaffer TV“ würde die ARD nicht machen.

Am Dienstag meldete sich Becker dann noch einmal offiziell zu Wort – und lieferte eine Erklärung. „Ein ‚Brennpunkt‘ im Ersten wäre wünschenswert gewesen, war aber zu diesem Zeitpunkt logistisch nicht darstellbar, da unser ARD-Reporter in diesem Moment unterwegs zum Ort des Geschehens war, um als erster deutscher Korrespondent direkt vor Ort zu berichten“, sagte Becker zur „Bild“-Zeitung. Es hat also nicht am Willen gelegen, sondern am fehlenden Personal. Die Sondersendung wird das Erste nun doch liefern: Allerdings erst am Dienstagabend um 21.45 Uhr. Es sei ein „Weltspiegel extra“ mit einer ersten Bilanz nach dem Brand geplant.

In der Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am Montagabend ein Feuer ausgebrochen.

Der Brand war erst dritte Meldung in der „Tagesschau“

In der „Tagesschau“ sei der Brand aber erwähnt worden. „Nur 55 Minuten nach der ersten Eilmeldung gab es in der 20-Uhr-Ausgabe der ‚Tagesschau‘ bereits einen Korrespondentenbericht aus dem ARD-Studio Paris“, verteidigte sich Becker. Diese Meldung kam bei der „Tagesschau“ an dritter Stelle.

Hier geht zum Live-Blog zum Brand von Notre-Dame

Auch der Chefredakteur von ARD Aktuell, Kai Gniffke, meldete sich zu Wort. „Die ‚Tagesthemen‘-Ausgabe um 22.15 Uhr wurde verlängert und um 23.35 Uhr gab es ein ‚Tagesthemen extra‘“, sagte er gegenüber der „Bild“.

Kritik kam nicht nur aus der Politik: Auch Kollegen von Gniffke und Becker, wie der ehemalige Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios Ulrich Deppendorf (69) konnten am Montagabend nicht verstehen, warum das Erste das Programm nicht umgestellt hat. Hier reagierte das Erste schnell – allerdings auf Twitter, und nicht im TV. „Sobald weitere gesicherte Informationen vorliegen, werden wir darüber berichten. In den ‚Tagesthemen‘ wird es eine vertiefte Berichterstattung geben. Alle derzeit bekannten Informationen wurden in der ‚Tagesschau‘ an die Zuschauer weitergegeben“, hieß es beim offiziellen Twitter-Account.

Mehr zum Thema: Kathedrale Notre-Dame in Flammen

Alle Entwicklungen zum Notre-Dame-Feuer hier im Newsblog

Retter kämpfen verzweifelt um Schätze von Notre-Dame – Dornenkrone von Jesus gerettet

Kanzlerin Merkel: „Es tut weh, diese schrecklichen Bilder zu sehen“

„Unsere Dame der Tränen“ – So emotional titeln Zeitungen über den Brand in Paris

Harsche Kritik an ARD-Berichterstattung zu Feuer von Notre-Dame

Notre-Dame-Feuer: Journalist zeigt Videos von Flammen-Inferno aus nächster Nähe

Flammen in Notre-Dame: Mit diesen Ratschlägen reagiert Donald Trump

Milliardärs-Familie: Wir zahlen 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau von Notre-Dame

Notre-Dame: Feuer unter Kontrolle – so sieht es im Inneren der Kathedrale aus

Notre-Dame: Einst fast verfallen – jetzt in Flammen

Von RND/goe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Stéphan Bern ist nicht nur Journalist, sondern auch Historiker. Der Brand von Notre-Dame, eines der Wahrzeichen Frankreichs, bewegt Bern so sehr, dass er vor der Kamera mit seinen Emotionen kämpft.

16.04.2019

Die Mutter ist auf der A3 nahe Würzburg plötzlich zusammengesackt. Die 14-jährige Tochter reagiert geistesgegenwärtig und übernimmt bei 100 Stundenkilometern das Lenkrad.

16.04.2019

Ein Vater soll seine Kinder gezwungen haben, auf seiner Marihuana-Plantage zu arbeiten – mit Schlägen von einem Baseballschläger und einer Pistole. Außerdem wird ihm in einem zweiten Prozess Kindesmissbrauch vorgeworfen.

16.04.2019