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Panorama Attentäter von Pittsburgh: Staatsanwälte fordern Todesstrafe
Nachrichten Panorama Attentäter von Pittsburgh: Staatsanwälte fordern Todesstrafe
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06:53 29.10.2018
In Gedenken an die Opfer des Attentats stehen elf Davissterne, Blumen und Kerzen vor der Synagoge. Quelle: AP
Pittsburgh

Dem mutmaßlichen Attentäter, der in einer US-Synagoge 11 Menschen erschossen hat, droht die Todesstrafe. Der zuständige Staatsanwalt, Scott Brady, sagte am Sonntagabend in Pittsburgh, ein entsprechender Antrag auf US-Bundesebene sei gestellt worden. Der Verdächtige Robert Bowers ist in 29 Punkten angeklagt worden. Er soll am Montag erstmals vor Gericht erscheinen.

Die Polizei beschuldigt Bowers, acht Männer und drei Frauen im Alter zwischen 54 und 97 Jahren am Samstag in der Tree-of-Life-Synagoge getötet zu haben, bevor eine Polizeieinheit ihn stellen konnte. Wie aus einem Haftbefehl gegen Bowers hervorging, brüllte er während des Angriffs Hassparolen gegen Juden und sagte später vor Polizisten, den Tod aller Juden zu wollen. Der 46-Jährige hatte eine Lizenz, Schusswaffen bei sich zu tragen und mehrere Waffen legal in seinem Besitz, verlautete aus dem Umfeld der Ermittler. Offenbar habe er alleine gehandelt, hieß es.

2000 Menschen gedenken der Opfer

Bei dem Vorfall wurden sechs weitere Menschen verletzt, darunter vier Polizisten. Dabei handelt es sich um die tödlichste Attacke auf Juden in der Geschichte der USA, wie die Organisation Anti-Defamation League erklärte.

Bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Angriffs kamen am Sonntag mindestens 2000 Menschen zusammen. Rabbi Jeffrey Myers sagte, sieben seiner Gemeindemitglieder seien getötet worden. „Mein heiliger Ort wurde geschändet.“ Über die Schießerei selbst sagte Myers, währenddessen versucht zu haben, Gottesdienstbesucher aus dem Gebäude zu schaffen. Acht Menschen seien hinter ihm gewesen, einer habe überlebt. Auch er sei Überlebender und Trauernder. Bürgermeister Bill Peduto bezeichnete den Tag des Geschehens als „dunkelsten Tag in Pittsburghs Geschichte“.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP berichtete der Überlebende Barry Werber, der Angreifer habe ihn und andere Personen nicht gesehen, als sie sich versteckt hätten. Mit Blick auf ein mögliches Motiv wie Fremdenhass sagte Werber, der Verdächtige sei weder der erste noch der letzte Mensch, Juden verantwortlich für Böses in der Welt zu machen. „Das ist leider die Last, die wir tragen müssen. Es bricht mir das Herz“, sagte er.

Von RND/AP

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