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Die Angst des Affen vor der Schlange

Washington/Davis Die Angst des Affen vor der Schlange

Schon das kleinste Anzeichen einer Schlange versetzt Affen in höchste Alarmbereitschaft - im dichten Unterholz des Urwaldes ist das eine Überlebensversicherung.

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Ein Rotgesichtsmakake (Macaca fuscata) im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart. Foto: Marijan Murat

Washington. Schon das kleinste Anzeichen einer Schlange versetzt Affen in höchste Alarmbereitschaft - im dichten Unterholz des Urwaldes ist das eine Überlebensversicherung.

Als neurobiologischen Ausgangspunkt für diesen geschärften Blick hat ein Forscherteam um Lynne Isbell von der University of California eine Gruppe von Neuronen im Gehirn der Affen ausgemacht. Im Fachjournal „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) berichten die Wissenschaftler von besonders starken und schnellen Reaktionen im Wahrnehmungszentrum des Primatengehirns beim Anblick einer Schlange.

Die Forscher hatten zwei Rotgesichtsmakaken (Macaca fuscata) Bilder mit Gesichtern und Händen von Artgenossen, geometrischen Formen und Schlangen gezeigt. Starke Reaktionen von Nervenzellen auf die Reptilien-Bilder gab es vor allem im sogenannten medialen und dorsolateralen Pulvinar. Diese Region im Hirn der Affen ist für die visuelle Aufmerksamkeit und die Verarbeitung von sensorischen Informationen zuständig. „Im Vergleich zu den anderen Bildern löste der Anblick der Schlange die schnellsten, heftigsten und meisten Reaktionen in den beobachteten Neuronen aus“, schreiben Isbell und ihre Kollegen.

Diese Reaktionen zeigten die beiden Affen auch bei schlechterer Bildqualität und größerer Ablenkung - ein weiteres Indiz für besonders geschärfte Sinne. Ihre Beobachtungen zu den Gehirnaktivitäten liefern aus Sicht der Forscher eine neurobiologische Erklärung für die große Sensibilität der Primaten gegenüber Schlangen. Diese könnte sich schon vor Millionen von Jahren entwickelt haben. „Es spricht einiges dafür, dass die ständig präsente Bedrohung durch die Schlangen die evolutionäre Entwicklung des Primatengehirns stark beeinflusst hat“, so die Wissenschaftler. Vielleicht erkläre sich so auch unser leichtes Schaudern beim Anblick einer großen Schlange.

dpa

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