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Panorama Forscher entdecken Intersex-Reh im Sauerland
Nachrichten Panorama Forscher entdecken Intersex-Reh im Sauerland
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09:15 25.09.2013
Genetiker haben das Erbgut eines intersexuellen Rehs entschlüsselt Foto: Ruhr Universität Bochum
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Bochum

Weder Bock noch Ricke - Genetiker haben das Erbgut eines intersexuellen Rehs entschlüsselt. Das Tier mit zweierlei Geschlechtsmerkmalen aus einem Wald bei Schmallenberg im Sauerland hatte vor über zwei Jahren das Interesse eines dort jagenden Wissenschaftlers erregt.

„Von vorne sah es aus wie ein Männchen, von hinten wie ein Weibchen“, sagte Professor Jörg Epplen von der Ruhr-Universität Bochum am Montag. So trug das Reh auf dem Kopf ein Geweih wie ein Bock, hatte aber am Hinterteil eine sogenannte Schürze, ein typisch weibliches Haarbüschel.

Weil Epplen als Humangenetiker auch im Bereich Intersexualität forscht, beschloss er das schwächelnde Tier zu erlegen, um die genetischen Gründen für das Erscheinungsbild aufzuspüren. Über seine Forschungen berichtete er auch in der US-Fachzeitschrift „PLOS ONE“.

Obwohl das Reh den weiblichen Chromosomensatz XX besaß, hatten sich unter dem Haarbüschel statt einer Vagina ein verkürzter Penis und Hoden herausgebildet. Der langwierige Entschlüsselungsprozess des Genoms in Zusammenarbeit mit der Universität Köln und der australischen Universität von Melbourne zeigte schließlich, dass das intersexuelle Tier die dreifach Menge eines Gens in sich trug, das unter anderem für die Herausbildung von Keimdrüsen zuständig ist.

Dieses S0X9-Gen sorgt in der Regel bei Männern für die Herausbildung von Hoden, bei Frauen für die von Eierstöcken. „Weil das SOX9-Gen in dreifacher Dosis vorhanden ist, können trotz fehlendem männlichen Y-Chromosom Hoden entstehen“, erläuterte Epplen. Ähnliche genetische Veränderungen als Ursachen für eine solche Geschlechterumkehr seien bisher auch beim Menschen und bei Mäusen untersucht worden. „Offenbar kommt diese Mutation auch sonst im Tierreich vor und kann damit in freier Wildbahn gefunden werden.“

Pressemitteilung Ruhr-Universität

Fachartikel bei «Plos One»

dpa

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