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Panorama Lawine in der Schweiz rollt bis in Hotel - Verletzte
Nachrichten Panorama Lawine in der Schweiz rollt bis in Hotel - Verletzte
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22:29 10.01.2019
Ein Schild mit der Aufschrift Lawinengefahr in Österreich (Symbolfoto). Quelle: Expa/Martin Huber/APA/dpa
München

Die Menschen in Bayern und in Österreich ringen weiter mit den Härten des Winters. In restlichen Teilen des Landes nimmt der Schneefall ebenfalls zu. In Südbayern sind die Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden und die Gemeinde Jachenau wegen Schnees weitgehend abgeschnitten.

Die Bahn wollte über Nacht unter anderem mit Baggern und Radladern Schneemassen aus den Bahnhöfen Miesbach, Schaftlach in Waakirchen und Schliersee abtransportieren, um den Zugverkehr wieder aufnehmen zu können. Autofahrer müssen sich den Witterungsbedingungen anpassen und vielerorts deutlich langsamer unterwegs sein.

Auch immer mehr Orte in Österreich sind nicht erreichbar – darunter der Ort Galtür in Tirol. In großen Teilen des österreichischen Bundeslandes Salzburg gilt die höchste Warnstufe.

+++ Mehrere Verletzte in Hotel in der Schweiz +++

19.45 Uhr: Eine Lawine hat in der Ostschweiz mehrere Menschen verletzt und sich bis in ein Hotelrestaurant hinein Bahn gebrochen. Am Donnerstagabend lief zunächst noch eine Suche nach möglichen Verschütteten. Der Schnee sei auf der Schwägalp im Kanton Appenzell Ausserrhoden heruntergegangen, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtete. Die weißen Massen verschütteten demnach mehrere Fahrzeuge und drangen auch in das Restaurant des Hotels Säntis ein. Wie viele Menschen wie stark verletzt wurden, war zunächst noch unklar.

+++ Bundesheer erreicht Hohentauern +++

18.48 Uhr: Dem österreichischen Bundesheer ist es gelungen, die seit Samstag von der Außenwelt abgeschnittene Gemeinde Hohentauern in der Obersteiermark zu erreichen. Dort sind rund 750 Menschen eingeschlossen, darunter auch Urlaubsgäste aus Hessen. Die Soldaten brachten Lebensmittel und Diesel über einen Forstweg in die Kommune, wie Vize-Bürgermeister Gernot Jetz der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte. Für Freitag rechnen Jetz und seine Kollegen im Krisenstab mit einem Zeitfenster, in dem möglicherweise Lawinensprengungen möglich seien.

+++ Eingeschneite Brocken-Bahn ausgebuddelt +++

18.22 Uhr: Die Harzer Schmalspurbahn (HSB) hat den dritten Tag in Folge daran gearbeitet, einen eingeschneiten Zug zu bergen. Die Dampflok und ein verbliebener Waggon konnten am Donnerstag aus den Schneemassen ausgebuddelt werden, wie HSB-Sprecher Dirk Bahnsen am Abend sagte. Der Wagen wurde am Nachmittag ins Tal gezogen, die Lok sollte im Laufe des Abends von einer anderen Zugmaschine ins Schlepptau genommen und in Schrittgeschwindigkeit weggezogen werden.

+++ Viele Haushalte in Österreich ohne Strom +++

18.19 Uhr: Das Schneechaos in Österreich hat vielerorts zu großen Problemen bei der Stromversorgung geführt. Tausende Haushalte in den besonders stark betroffenen Gebieten waren am Donnerstag zeitweise ohne Strom. Allein im österreichischen Bundesland Tirol waren es laut Tiroler Netze rund 1600 Haushalte, in Salzburg meldete das Land gegen Mittag mehr als 1200 stromlose Haushalte. In Niederösterreich waren es rund 900, in Oberösterreich 600. Im Bundesland Salzburg konnten bis zum frühen Abend fast alle Haushalte wieder versorgt werden, darunter auch einige am Rengerberg in der Gemeinde Bad Vigaun. Dort hatten einige Menschen gut fünf Tage ohne Strom auskommen müssen.

+++ Katastrophenfall auch im Landkreis Traunstein ausgerufen +++

17. 40 Uhr: Nach den starken Schneefällen gilt auch im Landkreis Traunstein (Oberbayern) der Katastrophenfall. Das Landratsamt übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Die schweren Schneemassen seien eine Gefahr für die Menschen in der Region. Man werde auch auf Hilfe der Bundeswehr zurückgreifen. Die bayerischen Behörden hatten bereits für die Landkreise Miesbach und Berchtesgadener Land den Katastrophenfall ausgerufen.

+++ Bahn stellt Regionalverkehr in Bayern teilweise ein +++

17.13 Uhr: Die Deutsche Bahn kommt mit dem Räumen der verschneiten Strecken teilweise nicht mehr hinterher und stellt deswegen in den kommenden Tagen den Regionalverkehr in Teilen Süd- und Ostbayerns ein. In den Regionen Kempten, Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden fallen in den nächsten Tagen die Züge aus, wie ein Sprecher am Donnerstag in München mitteilte. Außerdem fahren die Waldbahn in Niederbayern und die Bayerische Oberlandbahn südlich von München nicht. Auf den Strecken von München nach Stuttgart, Nürnberg, Regensburg sowie nach Salzburg und Kufstein rollten die Züge nach DB-Angaben bislang weitestgehend nach Fahrplan.

+++ Kind in Aying bei München von Baum erschlagen +++

16.33 Uhr: Ein neunjähriges Kind ist in Aying bei München von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Der Baum war am Donnerstag unter der hohen Schneelast zusammengebrochen. Erst nach 40 Minuten entdeckten Zeugen den darunter begrabenen Bub und alarmierten die Rettungskräfte. Diese versuchten am Nachmittag rund eine Stunde lang vergeblich, das Kind wiederzubeleben. Nach Angaben der Polizei stand der etwa zehn Meter große Baum auf einem privaten Grundstück und stürzte auf einen Zufahrtsweg.

+++ Polizei rettet Baby in den Armen der betrunkenen Mutter +++

16.13 Uhr: Im bayerischen Allgäu haben Polizisten einen frierenden Säugling vor Schlimmerem bewahrt. Passanten hatten in Kaufbeuren die hilflose Mutter des Kindes betrunken im Schnee neben einem Gehweg entdeckt. Die Frau hielt ihr nur unzureichend bekleidetes Baby im Arm. Die Streifenbeamten wickelten das kleine Mädchen in eine Uniformjacke und legten es in den Polizeiwagen, bis der Rettungsdienst kam. „Nachdem es im warmen Rettungswagen noch eine Mütze aufgesetzt bekommen hatte, fiel es sofort in Schlaf“, berichtete die Polizei am Donnerstag zu dem Vorfall vom Vortag. Die Einsatzkräfte brachten Mutter und Kind ins Krankenhaus.

+++ Bundeswehr-Soldaten im Kampf gegen den Schnee +++

16.02 Uhr: Nach den starken Schneefällen ist die Bundeswehr mit rund 30 Soldaten in Südbayern im Einsatz. Weitere Kräfte der Gebirgsjäger, der Luftwaffe, der Streitkräfte und des Sanitätsdienstes seien in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Sprecher des Landeskommandos Bayern in München am Donnerstag auf Anfrage mit. In den Landkreisen Miesbach und Berchtesgadener Land brachten die Soldaten mit gepanzerten Kettenfahrzeugen Menschen aus zugeschneiten Orten und räumten Schneemassen von Dächern.

„Die Bundeswehr unterstützt auf Anforderung der zuständigen Landratsämter im Rahmen der Amtshilfe und der dringenden Eilhilfe“, erklärte der Sprecher. In den beiden oberbayerischen Landkreisen gilt der Katastrophenalarm.

+++ München schließt Friedhöfe +++

15.31 Uhr: Wegen des starken Schneefalls sind einige Münchner Friedhöfe für Besucher gesperrt worden. Betroffen sind der Waldfriedhof (alter und neuer Teil), der Westfriedhof, der Friedhof Feldmoching und der Waldfriedhof Solln. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte, besteht die Gefahr, dass Äste abbrechen und Bäume umstürzen. Alle Beisetzungen finden wie geplant statt.

+++ Etwa 170 Lkw blockieren Bundesstraße +++

15.07 Uhr: Rekordverdächtige rund 170 Lastwagen haben von Mittwoch zu Donnerstag die Bundesstraße 174 zwischen Chemnitz und dem Wolkensteiner Ortsteil Heinzebank blockiert. Wie die Polizei mitteilte, mussten Dutzende Fernfahrer über Nacht auf der Straße in ihren Fahrzeugen ausharren. Inzwischen habe sich die Situation auf dem Teilstück der Bundesstraße entspannt, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit.

Insgesamt registrierte die Polizeidirektion Chemnitz von Mittwoch bis Donnerstagvormittag mehr als 275 Unfälle mit insgesamt 22 Verletzten. Zu kilometerlangen Staus kam es auf den Autobahnen 4 und 72. Dort waren zahlreiche Lkw liegen geblieben oder in Straßengräben gerutscht. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) seien die Lkw geborgen sowie Park- und Rastplätze vom Schnee befreit worden. Im Erzgebirge waren auch am Donnerstag noch viele Bundes- und Kreisstraßen wegen Schneeglätte und -verwehungen sowie umgestürzten Bäumen gesperrt.

+++ Zu viel Schnee: Forstarbeiter fällen Bäume in Skigebiet +++

14.48 Uhr: Forstarbeiter sollen wegen der Schneemassen rund 30 Bäume entlang der beiden Seilbahnen am Ochsenkopf im Fichtelgebirge fällen. Die Bäume könnten sonst unter der Schneelast umknicken, sagte am Donnerstag der Sprecher des Landratsamts Bayreuth, Michael Benz. Zuvor berichtete der Bayerische Rundfunk. Am Mittwoch war eine Baumspitze auf das Seil der Nordbahn gestürzt, das daraufhin absprang. Verletzt wurde niemand, da sich der Unfall am frühen Morgen ereignete. Die beiden Seilbahnen an der Nord- und Südseite stehen derzeit still. Im Winter strömen Wintersportler aus Nordbayern, Thüringen und Sachsen zum Ochsenkopf.

+++ So geht es in Deutschland mit dem Wetter weiter +++

+++ Österreich: 2000 Menschen gehen die Vorräte aus +++

14.22 Uhr: Wetter.at berichtet, dass im steirischen Hohentauern langsam die Vorräte zur Neige gehen. Das österreichische Bundesheer könnte den Ort allerdings erst am Montag anfliegen. „Im Moment geht hier nicht“, sagte Ludwig Gottsbacher, Bürgermeister der naheliegenden Gemeinde Radmer, dem Wetterportal. Rund 2000 Menschen sind in Hohentauern und in den näheren Gemeinden eingeschlossen.

+++ Schnee-Chaos jetzt auch in Oberstdorf +++

13.10 Uhr: Wegen Lawinengefahr hat die Gemeinde Oberstdorf am Donnerstag die Zufahrten zu zwei Tälern gesperrt. Rund 65 Anwesen, darunter mehrere Hotels, seien davon betroffen, sagte die Pressesprecherin der Marktgemeinde, Christine Uebelhör. Die Bewohner und Urlauber im Stillachtal und in dem südlichen Bereich des Trettachtals seien bereits am Mittwoch über die bevorstehende Sperrung informiert worden. Wer wollte, konnte deswegen abreisen.

Auch die Talstation der Fellhornbahn konnte wegen der Sperrung nicht mehr erreicht werden und musste geschlossen werden. Der Bergbahnbetreiber stellte zudem den Betrieb der Oberstdorfer Nebelhornbahn wegen der Witterungsbedingungen ein.

Die Gebäude in den zwei Tälern sind nach Einschätzung der Experten nicht gefährdet, nur an den Straßen in die Ortsteile drohten Lawinenabgänge. An diesem Freitag sollen lawinengefährliche Schneemassen falls möglich gesprengt werden. Danach könnten dann die Straßen wieder freigegeben werden.

+++ Katastrophenfall im Berchtesgadener Land ausgerufen +++

12.20 Uhr: Das Landratsamt hat für den südlichen Landkreis Berchtesgadener Land am Donnerstag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Behörde übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher mit. Zahlreiche Straßen in der Region sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt.

In einem Ortsteil von Berchtesgaden ist die einzige Zufahrtsstraße nur von Militärfahrzeugen der Bundeswehr befahrbar - rund 350 Menschen sitzen dort fest. Diese Woche hatte bereits der oberbayerische Landkreis Miesbach den Katastrophenfall ausgerufen.

+++ Zugverkehr in Teilen Sachsens eingestellt +++

11.17 Uhr: Der Wintereinbruch hat den Zugverkehr im Vogtland und in Ostsachsen teilweise zum Erliegen gebracht. Wie die Länderbahn am Donnerstag mitteilte, geht auf einigen Strecken wegen umgestürzter Bäume und Schneeverwehungen nichts mehr. Die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz sind wegen Baumstürzen komplett gesperrt.

Die Räumung der Strecke nach Görlitz sei schwierig, da das Befahren des Waldes lebensgefährlich sei, teilte das Bahnunternehmen mit Bezug auf Auskünfte der Feuerwehr mit.

In Richtung Zittau fahre ein Erkundungszug mit Sägetrupps, um die Trasse zu räumen. Zwischen Dresden und Bischofswerda würden die Züge pendeln. Ein Ersatzverkehr ist den Angaben zufolge nicht möglich, weil die Busbetriebe witterungsbedingt keine Überlandfahrten machen können. Wie lange die Sperrungen dauern, war zunächst nicht absehbar.

+++ S-Bahn in München rammt Schneeräumer +++

10.58 Uhr: Eine S-Bahn hat in Erding bei München einen Schneeräumer gerammt und mehrere Meter mitgerissen. Ein städtischer Arbeiter hatte am Donnerstagmorgen mit dem Fahrzeug einen Bahnübergang von Schneemassen befreit, als sich laut Polizei das Räumschild in den Gleisen verkeilte. Der Fahrer einer heranfahrenden S-Bahn bremste noch, erwischte aber den kleinen Schneeräumer und schleifte ihn rund 20 Meter mit. Verletzt wurde dabei niemand. Den Schaden schätzten die Ermittler auf mehrere Hunderttausend Euro. Die Zugstrecke blieb für mehrere Stunden gesperrt.

+++ Müll-Versorgung kann nicht mehr garantiert werden +++

10.49 Uhr: Die starken Schneefälle stellen auch die Abfallentsorgungsunternehmen vor große Probleme. Weil die Mülllaster nicht mehr durchkommen, hat der Landkreis Augsburg am Donnerstag die Entleerung von Tonnen und das Einsammeln von Gelben Säcken in der Stadt Neusäß und acht weiteren Gemeinden abgesagt. Die beauftragten Unternehmen hätten mitgeteilt, dass die Laster nicht fahren könnten, berichtete ein Sprecherin des Landratsamtes.

+++ 85.000 Tonnen Streusalz im Einsatz +++

10.36 Uhr: Auf den Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen im Freistaat hat der Winterdienst seit Jahresbeginn rund 85 000 Tonnen Streusalz ausgebracht. Das waren etwa 25 Prozent des im vergangenen Winter verbrauchten Streusalzes, wie Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) am Donnerstag weiter mitteilte. Mehr als 3000 Straßenarbeiter sorgten für freie Strecken in allen Regionen. Der Minister zeigte sich in einer Mitteilung zuversichtlich, „dass wir auch bei noch bevorstehenden Schneefällen gut gewappnet sein werden.“ Zu Beginn des Winters hatte das Ministerium 620 000 Tonnen Streusalz lagern lassen. Wegen des starken Schneefalls und umgestürzter Bäume sind viele Straßen in Bayern gesperrt. Vereinzelt kommen Räumfahrzeuge nicht hinterher, die Strecken von den Schneemassen zu befreien.

+++ A72: Winter legt Verkehr lahm +++

10.33 Uhr: Heftiger Schneefall hat den Verkehr auf der Autobahn 72 in Oberfranken zeitweise zum Erliegen gebracht. Nach Polizeiangaben vom Donnerstag blieben mehrere Lastwagen am Vorabend in Richtung Hof liegen und blockierten die Strecke vollständig. Auch für die Räum- und Streufahrzeuge war kein Durchkommen mehr. Erst nach Mitternacht floss der Verkehr wieder langsam. In den Morgenstunden verschärfte sich die Situation erneut: Auf der Autobahn von Plauen (Sachsen) in Richtung Bayern stauten sich die Fahrzeuge im Berufsverkehr auf etwa 15 Kilometern. Laut Polizei fielen in drei Stunden etwa 40 Zentimeter Neuschnee. Am Vormittag lief der Verkehr nach Angaben eines Sprechers wieder normal.

+++ Schnee im Oberharz +++

10.22 Uhr: Auch im Oberharz hat der Wintereinbruch für Chaos gesorgt. Der Schnee hat die Region fest im Griff. Mehr dazu gibt es hier.

+++ Verkehrschaos in Sachsen – Mann stirbt +++

09.10 Uhr: Bei einem Unfall in Wermsdorf wurde eine Mann getötet. Ein Kleintransporter war im Gegenverkehr frontal mit einem Auto zusammengestoßen. Der 57 Jahre alte Autofahrer starb an seinen Verletzungen, der 50 Jahre alte Kleintransporterfahrer wurde schwer verletzt.

In der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge machten vor allem umgestürzte Bäume Probleme. Sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr waren nach Angaben der Polizei Dresden dadurch behindert. Im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz gab es seit Mittwochnachmittag den Angaben zufolge 230 Unfälle mit 22 Verletzten. Vor allem auf der Bundesstraße 174 zwischen Chemnitz und Zschopau kam es durch liegengebliebene Lkws zu schweren Verkehrsbehinderungen.

+++ Autofahrer verbringen Nacht auf A8 – eine Frau stirbt +++

09.02 Uhr: Auf der Autobahn 8 hat sich hat sich auf der Strecke Ulm-Ost nach Mühlhausen ein 35 Kilometer langer Stau gebildet. Zahlreiche LKW steckten im Schnee fest und blockierten den Verkehr.

Ersthelfer versorgten die Menschen mit Decken und warmen Getränken. Donnerstagmorgen wurde eine Frau tot in ihrem Wagen gefunden. Die örtliche Polizei geht von einem „medizinischem Problem“ aus, so die „Stuttgarter Nachrichten“.

+++ Schneefälle in Sachsen werden stärker +++

07.46 Uhr: Auch im deutschen Mittelgebirge ist das Unwetter mittlerweile angekommen. In Sachsen sind erste Orte im Erzgebirge von der Außenwelt abgeschnitten. Die Innenstadt von Oberwiesenthal ist nicht erreichbar, alle Zufahrten sowie der Grenzübergang nach Tschechien sind gesperrt.

Der „MDR Sachsen“ berichtet, dass die Gemeinde Carlsfeld seit Mittwochabend im Neuschnee versinkt. Die Schneefräsen seien kaputt gegangen, Carlsfeld sei abgeschnitten und nicht mehr zu erreichen.

+++ Zusammenfassung der Nacht +++

Sechs deutsche Schüler wurden am Mittwoch im österreichischen Skigebiet Wildkogel von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet. Nach Polizeiangaben überlebten die Jugendlichen aus Halle (Saale) den Vorfall alle nahezu unverletzt. In St. Anton wurde ein 16-jähriger Deutsch-Australier beim Skifahren von einer Lawine verschüttet und starb.

Seit Tagen schneit es vor allem im Alpenraum immer wieder. Dort gilt auch für Donnerstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Der Schneefall soll aber nachlassen, die Lawinensituation dürfte sich dann etwas entspannen in den nächsten Tagen. Skitouren und Abfahrten abseits gesicherter Skipisten sollte aber dennoch nur unternehmen, wer die Lawinenlage auch wirklich beurteilen kann.

Zunehmend stockender Verkehr – bis zu 100 Unfälle

Die Schneefälle in der Nacht zu Donnerstag haben zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt - einige Straßen sind laut Polizei gefährlich glatt. Vor allem im südlichen Oberbayern kamen viele Fahrzeuge ins Schlingern und rutschten in Straßengräben, wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte. Eine Sprecherin schätzte die Zahl der Unfälle auf bis zu 100.

Im nördlichen Oberbayern und in Niederbayern blieben einige Fahrzeuge, vor allem Lastwagen, an Steigungen liegen. In Niederbayern wurde die Polizei von Mittwochabend bis Donnerstagfrüh zu 25 Verkehrsunfällen gerufen, dabei habe es einen Leichtverletzten gegeben.

Schwerverletzt worden sei ein 47-Jähriger, er geriet laut Polizei mit seinem Auto in Berngau (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) ins Schleudern, sein Wagen sei gegen einen entgegenkommenden Lastwagen geprallt.

Ebenfalls die Kontrolle verlor ein Mann in Essenbach (Landkreis Landshut), sein Wagen kam auf den Gleisen eines Bahnübergangs zum Stehen. Als der Fahrer per Handy den Notruf alarmierte, erfasste ein Zug sein Auto - der Mann war nicht mehr in seinem Fahrzeug. Auch sonst wurde niemand verletzt, der Bahnverkehr läuft wieder ohne Behinderungen, teilte die Polizei in Niederbayern mit.

Schulfrei in Oberbayern

Für viele Kinder vor allem in Oberbayern bedeuten die Schneemassen schulfrei. Immer mehr Landkreise lassen aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen - manchmal flächendeckend, manchmal nur in einzelnen Schulen. Die Lehrer müssen sich dennoch im Schulgebäude aufhalten, wie ein Sprecher des Kultusministeriums sagte. Für sie gelte in der Regel eine Dienstpflicht. Außerdem seien sie für die Betreuung von Schülern zuständig, die trotz schwieriger Bedingungen in die Schulen kommen. Im Oberallgäu betonten die Behörden, dass der Schulbetrieb dort regulär stattfinde.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee zu rechnen. Eine aktuelle Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.

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Von RND/dpa